Matt Barkleys Bilanz aus 4 NFL-Spielen: 0 Touchdowns, 4 Interceptions. - Bildquelle: 2016 Getty ImagesMatt Barkleys Bilanz aus 4 NFL-Spielen: 0 Touchdowns, 4 Interceptions. © 2016 Getty Images

München - Matt Barkley hat es geschafft. Der Quarterback ist das beste Beispiel, es doch noch zu schaffen. Und darauf hofft auch noch Moritz Böhringer.

Barkley profitiert von der Verletzung Jay Cutlers, dem Starting Quarterback der Chicago Bears. Aufgrund von Cutlers Aus benötigt das Team von Head Coach John Fox einen Backup für den Cutler-Ersatz Brian Hoyer. Und hier kommt Barkley ins Spiel.

Der Viertrunden-Pick des Drafts 2013 schafft den Sprung vom Practice Squad in den 53-Mann-Kader, wird gegen die Dallas Cowboys - und voraussichtlich auch noch länger - am Spielfeldrand für alle Fälle bereit stehen.

Wie Barkley hofft auch Böhringer diesen Weg zu gehen. Schließlich befindet sich auch der deutsche Wide Receiver in dieser Trainingsgruppe, allerdings bei den Minnesota Vikings. Aber was genau ist das Practice Squad der jeweiligen NFL-Klubs eigentlich?

ran.de erklärt, was es mit dem möglichen Sprungbrett für Böhringer auf sich hat.

Was ist ein Practice Squad?

Für hunderte Football-Spieler geht Anfang September die Angst um: Dann nämlich streichen die NFL-Teams ihren Kader zusammen. Doch gerade Rookies können hoffen, in das Practice Squad eines Teams berufen zu werden. Das ist eine Trainingsgruppe aus maximal zehn Spielern, die gemeinsam mit dem Team trainiert, aber nicht für NFL-Spiele nominiert werden darf.

Für Youngster wie Böhringer ist es die perfekte Gelegenheit, sich in der NFL zu akklimatisieren, das Playbook zu lernen und seine Teamkollegen kennenzulernen. Den Teams bieten Practice Squads wiederum die Möglichkeit, Wackelkandidaten über einen längeren Zeitraum zu beobachten und sie auf ihre NFL-Tauglichkeit abzuklopfen.

Wer darf im Practice Squad mittrainieren?

NFL-Veteranen sucht man in Practice Squads vergeblich. Denn wer mehr als fünf NFL-Spiele absolviert hat - bei Barkley sind es vier - oder mindestens bei neun NFL-Spielen im 45-Mann-Kader stand, darf nicht in ein Practice Squad berufen werden.

Insgesamt kann ein Spieler maximal zwei Jahre lang in einem Practice Squad stehen, wobei schon sechs Wochen binnen einer Saison als ein Jahr gezählt werden. Hatte das Team während der gesamten Zeit durchgehend 53 Spieler auf der Active/Inactice-Liste, darf es den entsprechenden Practice-Squad-Spieler auch für ein drittes Jahr behalten.

Wieviel verdient ein Practice-Squad-Spieler?

Im Vergleich zu Kaderspielern verdienen Practice-Squad-Akteure in der Regel nur einen Bruchteil. Zudem werden sie wochenweise bezahlt. 2016 beträgt der minimale Wochenlohn im Practice Squad 6900 Dollar. Bei einer kompletten Saison im Trainingskader kamen so immerhin mehr als 117.300 Dollar zusammen.

Zum Vergleich: Das Minimalgehalt eines Rookies betrug 2015 450.000 Dollar. Allerdings können Teams ihren Practice-Squad-Spielern freiwillig mehr bieten, etwa um aussichtsreiche Talente zu halten. So haben die Rams ihrem Offensive Tackle Isaiah Battle in der vergangenen Saison 25.588 Dollar pro Woche gezahlt.

Darf ein Spieler im Practice Squad zu einem anderen Team wechseln?

Wenn ein Spieler Teil eines Practice Squads ist, kann ihn eine andere Franchise jederzeit Verpflichten - allerdings nicht für das eigene Practice Squad, sondern nur in den eigenen 53-Mann-Kader. Wird ein Spieler hingegen von seinem Team aus dem Practice Squad gestrichen, darf ihn ein anderes Team wiederum in die eigene Trainingsgruppe berufen.

Verboten ist indes die Verpflichtung eines Practice-Squad-Spielers des nächsten Gegners weniger als fünf Tage vor dem Spiel oder neun Tage vor dem Aufeinandertreffen bei einer spielfreien Woche. So soll verhindert werden, dass Teams Trainingsspieler nur verpflichten, um sich von ihm Informationen über den nächsten Gegner zu verschaffen.

Welche Stars schafften den Sprung via Practice Squad?

Moritz Böhringer kann hoffen, denn vor ihm haben schon große Namen den Sprung vom Practice Squad in die NFL geschafft. Allen voran Tony Romo, der 2003 als Undrafted Rookie bei den Dallas Cowboys mittrainieren durfte.

Auch der einstige Super Bowl MVP Kurt Warner begann bei den St. Louis Rams im Practice Squad, ebenso wie der Linebacker und fünfmalige Pro-Bowler James Harrison bei den Pittsburgh Steelers.

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