Nelson Imasuen nimmt am International Combine teil und hofft auf den Sprung ... - Bildquelle: imagoNelson Imasuen nimmt am International Combine teil und hofft auf den Sprung in die NFL © imago

München/Hennef - Die NFL kommt nach Deutschland! Zwar noch nicht für ein NFL-Spiel, aber zumindest für den International Combine. Die NFL-Scouts schauen am 19. und 20. Oktober an der Sportschule in Hennef vorbei, um die vielversprechendsten internationalen Football-Talente auf Herz und Nieren zu prüfen. Auch fünf Deutsche kämpfen um ihren NFL-Traum.

Der International Combine ist genauso aufgebaut wie der Scouting Combine vor dem NFL-Draft. Die Spieler werden vermessen und müssen in Disziplinen wie Hochsprung, Weitsprung oder dem 40 Yard Dash ihre Athletik unter Beweis stellen. Zudem stehen natürlich auch Übungen mit Ball an, bei denen die Auserwählten ihre Football-Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen. Insgesamt werden rund 50 NFL-Talente zu diesem Event eingeladen.

 

Die besten Teilnehmer werden zu einem dreimonatigem Probetraining in den USA eingeladen und können sich dabei dann für das International Pathway Program der NFL empfehlen. Dieses Programm wurde 2017 ins Leben gerufen und soll internationalen Football-Talenten den Einstieg in die NFL erleichtern.

International Combine als Sprungbrett in die NFL?

Die Teams bekommen einen zusätzlichen Platz im Practice Squad gewährt, den sie mit einem internationalen Spieler besetzen können. Während sie Teil des Programms sind, dürfen die Spieler nicht mehr in den aktiven Kader berufen werden, können jedoch auch nicht entlassen werden.

Bleiben die Spieler während der gesamten Regular Season bei ihren Teams, verdienen sie laut NFL-Regularien mindestens 122.400 Dollar, die nicht gegen den Salary Cap zählen. Der Stuttgarter Jakob Johnson schaffte es beispielsweise, sich über das International Pathway Program einen Platz bei den Patriots zu erkämpfen. Inzwischen wurde er auf die Injured-Reserve-Liste gesetzt.

 

Beim international Combine nehmen in diesem Jahr auch fünf deutsche GFL-Profis teil. David Bada, Defensive End von den Schwäbisch Hall Unicorns, wurde bereits im letzten Jahr zum Probetraining in den USA eingeladen, aber er konnte kein NFL-Team davon überzeugen, ihn unter Vertrag zu nehmen. Mit den Unicorns erreichte der 24-Jährige in dieser Saison das Finale um die Meisterschaft, den German Bowl. Allerdings mussten sich die Unicorns den New Yorker Lions Braunschweig geschlagen geben.

Deutsches Quintett hofft auf die NFL

Nelson Imasuen von den Berlin Rebels spielt ebenfalls auf der Defensive-End-Position. In dieser GFL-Saison kam der 22-Jährige mit nigerianischen Wurzeln auf zehn Sacks, verursachte drei Fumbles und erzielte 73 Tackles. 

Yannic Landfried ist als Running Back für die Berlin Rebels aktiv. Football ist für den 23-Jährigen aktuell aber nur Nebensache. Er ist bei einer Immobilienfirma angestellt - dennoch träumt er von einer NFL-Karriere.

Kai Wullenbrandt wollte ursprünglich Handball-Profi werden und war 2017 sogar noch Handball-Torhüter in der fünften Liga bei der TSG Bürgel. Allerdings überwarf sich der 25-Jährige laut "op-online" mit seinem Trainer und wurde in die zweite Mannschaft degradiert. Nachdem er kurzzeitig für einen Boxclub in Offenbach tätig war, schloss er sich vor der GFL-Saison 2018 als Offensive Lineman den Frankfurt Universe an.

Fünf deutsche NFL-Profis

Jean Claude Madin Cerezo ist der Älteste im deutschen Quintett. Der 26-Jährige Wide Receiver spielte in Mexico an der Universidad de las Americas Puebla Football. Auch in den USA war er als College-Athlet aktiv. Er spielte für zwei Jahre an der University of Northern Colorado bevor er nach Mexico zurückkehrte und schließlich wieder bei seinem Heimatverein in der GFL2, den Hamburg Huskies, landete.

Mit Mark Nzeocha von den San Francisco 49ers steht aktuell nur ein Deutscher aktiv in einem NFL-Kader. Equanimeous St. Brown und Jakob Johnson stehen zwar bei den Green Bay Packers bzw. New England Patriots unter Vertrag, sind aber auf der Injured-Reserve-Liste. Mit Christopher Ezeala (Baltimore Ravens) und Moritz Böhringer (Cincinnati Bengals) sind zwei deutsche Spieler Teil des International Pathway Programs. Sie dürfen allerdings nur im Practice Squad spielen.

NFL hofft auf mehr Profis aus Deutschland  

Damani Leech, der international verantwortliche Chief Operating Officer der NFL, hofft auf noch mehr deutsche NFL-Profis: "Nachdem wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal den International Combine in Australien durchgeführt haben, freuen wir uns nun darauf, ihn auf weitere Länder auszuweiten und uns dort alle Talente anzuschauen. Jetzt hoffen wir, dass wir durch das Event in Deutschland noch ein paar weitere Talente entdecken werden."

ran ist beim International Combine live vor Ort und berichtet für euch aus Hennef. Alles dazu findet ihr in den nächsten Tagen auf ran.de. 

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