Die Jets wählten Adams in der ersten Runde des NFL Drafts 2017 - Bildquelle: Getty ImagesDie Jets wählten Adams in der ersten Runde des NFL Drafts 2017 © Getty Images

München - "Das war ein unfassbares Play eines unfassbar guten Football-Spielers! Und die Jets wollten ihn traden?!", analysiert der Kommentator. Wenige Sekunden zuvor schob Jamal Adams den gegnerischen Running Back Saquon Barkley beiseite, riss den Ball aus der Hand von Quarterback Daniel Jones und lief in die Endzone. Ein Play, welches vielleicht nur einer Handvoll Safetys gelingt. Vielleicht aber auch nur Jamal Adams.

Bereits nach drei Jahren in der NFL stufen Experten Adams als den besten Safety der Liga ein. Und doch scheinen die New York Jets und ihr Defensiv-Star vor einem Vertragsdisput zu stehen. Trade-Gerüchte, "fehlende Wertschätzung des Managements" - so jedenfalls wurde Adams vor einigen Monaten zitiert, als erstmals die Trade-Gerüchte aufkamen - und scheinbar kein gemeinsamer Nenner bei den Vertragszahlen lassen an einer langfristigen Einigung zweifeln. 

Adams ist ein Gewinner-Typ

Adams zählte schon immer zur Elite. In der Highschool unterbreiteten ihm fast alle namhaften Colleges ein Stipendiumsangebot. An der LSU etablierte sich der Sohn des ehemaligen Running Backs der New York Giants, George Adams, schnell in der Startformation und die New York Jets wählten ihn nach drei erfolgreichen Jahren am College an sechster Stelle des NFL Drafts 2017 - eine astreine Football-Karriere bisher.

Umso verwunderlicher, dass Joe Douglas, General Manager der Jets, seinen Star mehrfach ins Schaufenster gestellt hat. Gleichzeitig bekommen Aussagen wie "Wir wollen Jamal im Idealfall langfristig binden", weniger Gewicht, wenn der GM im selben Atemzug sagt, dass "stets im Interesse des Teams gehandelt werden muss und wenn ein Team ein Tauschgeschäft für einen Spieler anbietet, man zuhören müsse". Ein klares Zeichen, dass Adams eine feste Säule für die kommenden Spielzeiten werden soll, sieht anders aus.

Noch zwei Jahre Vertragslaufzeit

Der Vertrag des Defensiv-Kapitäns läuft noch über zwei Jahre. Vor einigen Wochen zogen die Jets die Fifth-Year-Option. Bisher erhielt lediglich Christian McCaffrey, Running Back der Carolina Panthers, eine vorzeitige Vertragsverlängerung. Laut Medienberichten verzichtet Adams auf eine Teilnahme am Offseason-Programm, sollte er keinen neuen Kontrakt erhalten. 

Für die kommenden beiden Spielzeiten erhält er insgesamt knapp elf Millionen US-Dollar, die Website "sportrac" schätzt, dass er bei einer Verlängerung knapp zwölf Millionen US-Dollar pro Jahr verdienen könnte. Eine hohe Summe, für einen Spieler wie Adams aber nachvollziehbar. 

"Schweizer Taschenmesser" der Defensive

Denn der 24-Jährige überzeugte dank seiner Flexibilität. Auf dem Papier ist Adams ein Safety. Auf dem Feld spielt er Safety, Nickel Cornerback, Linebacker oder Edge-Rusher und dürfte zu den wichtigsten Puzzlezteilen des Defensiv-Koordinators Gregg Williams zählen.

Williams übt oft mit mehr als vier Pass-Rushern Druck auf den Quarterback aus, Adams nimmt dabei als zusätzlicher Quarterback-Jäger eine wichtige Rolle ein. Sechseinhalb Sacks sammelte er vergangene Spielzeit, mehr als Pass-Rusher wie DeMarcus Lawrence, Jerry Hughes oder Ryan Kerrigan.

Auch als Passverteidiger profiliert sich das "Schweizer Taschenmesser". Laut "PFF" verbuchten Quarterbacks ein Passer-Rating von 80.,7, wenn sie in seine Richtung warfen. Der Durchschnitt bei Safetys liegt bei 93,6. Zudem gingen in den vergangenen zwei Spielzeiten 190 Tackles auf sein Konto. 

"Wäre verrückt, ihn abzugeben"

"Er ist auf und neben dem Platz ein Leader. Er bringt Leidenschaft ins Training. Es wäre total verrückt, ihn abzugeben", merkt Teamkollege C.J. Mosley bei "ESPN" an. Zugegeben, einen Pro-Bowl-Safety, der vor drei Jahren mit dem sechsten Pick im Draft geholt wurde, seitdem konstant auf hohem Niveau spielt und sich in der Blüte seiner Karriere befindet, abzugeben, würde viele Fragen aufbringen. 

 

Dennoch reißen die Gerüchte um einen Trade nicht ab. Zuletzt wurde er, wie zur letztjährigen Trade-Deadline, mit den Dallas Cowboys in Verbindung gebracht. Auch die Baltimore Ravens sollen ihre Fühler ausgestreckt haben. 

Noch im November letzten Jahres gab Adams zu Protokoll, er wollte "sein ganzes Leben bei den Jets bleiben". Douglas äußerte sich zuletzt im Rahmen des NFL Drafts und deutete an, dass eine Verlängerung noch nicht höchste Priorität habe. Den Jets droht ein Vertragsfiasko - und ein All-Pro-Safety im besten Football-Alter könnte auf einmal auf dem Markt sein. 

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