Kansas City - Acht lange Monate dauerte es bis zu seiner Rückkehr zum Football. Acht Monate, in denen Eric Berry um sein Leben kämpfte und schlussendlich als Sieger über den Krebs hervorging.

Als sich der Safety der Kansas City Chiefs während eines Spiels gegen die Oakland Raiders im November 2014 über Schmerzen in der Brust beklagte, gingen die Ärzte noch von einer kleinen Verletzung aus. Doch nach der Untersuchung kam der Schock: Krebs.

"Habe 30 Minuten in den Armen meines Vaters geheult"

Die endgültige Diagnose für Berry Krankheit: Hodgkin-Lymphom. Ein bösartiger Tumor, der sich im Lymphsystem festsetzt. Vor allem junge Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sind von dieser Krebsart betroffen.

Die Krankheit wird in den meisten Fällen durch eine Chemo-Therapie behandelt und die Ärzte des Safety gaben ihm Hoffnung auf Heilung: "Das ist eine Krankheit, die gut behandelbar und potenziell heilbar ist, deshalb startet Herr Berry seine Behandlung sofort."

Auch Lemieux betroffen

Berry ist nicht der erste Star im US-Sport, der von dieser Krebsart heimgesucht wurde. NHL-Superstar Mario Lemieux erkrankte im Januar 1993 an Morbus Hodgkin.

Trotz der guten Überlebenschancen rückte nach mehreren Rückschlägen eine Genesung in weite Ferne. Berry: "Du kannst nicht sonderlich vorausschauend sein. Ich habe genau das am Anfang getan und habe 30 Minuten in den Armen meines Vaters geheult, weil es ein so langer Weg ist." Für den Safety hieß es fortan jeden Tag kämpfen, um zu überleben.

"Als ob man stirbt"

"Es gab Tage, an denen ich nur das Ziel hatte, aus dem Bett aufzustehen. Oft habe ich es nicht geschafft und blieb einfach liegen. Es war hart, ein Kampf jeden Tag," schildert der Pro-Bowler von 2013. Die Therapie raubte ihm nicht nur physisch, sondern auch psychisch die Kraft. Sein größter Gegner war nicht mehr die Krankheit, sondern er selbst: "Man kämpft nicht wirklich gegen die Chemo, sondern gegen sich selbst. Jeden Tag muss man sich überwinden, obwohl es sich anfühlt, als ob man stirbt."

Im Mai 2015 erhielt der Safety eine Nachricht seiner Ärzte. Er und seine Familie befürchteten das Schlimmste und eilten ins Krankenhaus - nur um dort in Freudentränen auszubrechen. Gegen alle Widrigkeiten gewann Berry den Kampf gegen sich selbst und den Krebs. "Es hat mir die Sprache verschlagen, ich war so aufgeregt. Die ganzen Nächte, in denen ich Angst hatte einzuschlafen, weil ich dachte ich würde nicht mehr aufwachen, waren plötzlich vergessen."

Back to Football

Nach der härtesten Phase seines Lebens heißt es für den Safety nun in seinen Alltag zurückzukehren. Alltag heißt in Berrys Fall: Football. Sein Arzt hatte nur eine kurze Ansage für den Head Coach der Kansas City Chiefs Andy Reid: "Er gehört jetzt ganz dir. Was auch immer du tun willst, er schafft es." Zweifel über seinen Fitnesszustand ließ der Safety erst gar nicht aufkommen. "Er hat jeden Test mit Leichtigkeit bestanden," freute sich Fitness-Trainer Rick Burkholder.

Seit Dienstag darf Berry wieder an Trainingseinheiten teilnehmen, doch für ihn bedeutet das noch lange nicht das Ende seines Kampfes: "Es zeigt mir, wie weit ich gekommen bin. Eins meiner Ziele waren fünf Push-Ups am Tag. Von fünf Push-Ups zu einem Training mit meinen Teamkameraden, das ist ein langer Weg. Trotzdem haben wir auch noch einen langen Weg vor uns."

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