Björn Werner glaubt auch 2019 an die New England Patriots - Bildquelle: Getty/imagoBjörn Werner glaubt auch 2019 an die New England Patriots © Getty/imago

München - Hi Football-Fans,

endlich ist es soweit, die 100. NFL-Saison steht in den Startlöchern und ich kann es kaum erwarten, dass das Ei wieder an jedem verdammten Sonntag durch die Lüfte fliegt - und wir von ProSieben, ProSieben MAXX und ran.de sind natürlich wieder bis zum bitteren Ende live mit dabei. Los geht es mit Packers at Bears in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ab 2:00 Uhr auf ProSieben und ran.de.

Ich darf euch in der kommenden Spielzeit nicht nur als ranNFL-Experte im TV, sondern von nun an auch regelmäßig als Kolumnist auf ran.de begleiten - eine richtig coole Sache, auf die ich mich ebenfalls extrem freue. Denn: Die 100. NFL-Saison bietet nicht nur sehr viel Spannung, sondern auch interessante Storylines - ich denke da unter anderem an den Hype um die Cleveland Browns oder die ständigen Unruhen um Antonio Brown bei den Oakland Raiders.

 

Ich habe mir vor dem Saisonstart mal ein paar Gedanken gemacht und fünf steile Thesen aufgestellt, von denen ich persönlich erwarte, dass sie auch so eintreten werden.

Meine erste These:

Drew Brees wird endlich der Most Valuable Player (MVP)

Dieser Mann zeigt seit Jahren konstant starke Leistungen und hätte die Auszeichnung als MVP rein von seinen Zahlen und Statistiken her schon längst verdient gehabt. Sein Pech war leider immer, dass es Spieler - wie im vergangenen Jahr Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs - gab, die ihn auf der Zielgeraden mit noch spektakuläreren Auftritten abgefangen und selbst die Trophäe eingesteckt haben.

Aber dieses Jahr wird das anders sein. Da bin ich mir komplett sicher. Brees ist trotz seines Alters noch mega hungrig und mit Wide Receiver Michael Thomas sowie Running Back Alvin Kamara hat er in der Offense die nötige Unterstützung, erneut als Quarterback zu glänzen und seine Hall-Of-Fame-Karriere endlich mit der hochverdienten MVP-Auszeichnung zu krönen. Ich würde es ihm jedenfalls von Herzen gönnen.

Meine zweite These:

Die New Orleans Saints erreichen den Super Bowl in Miami

Alle guten Dinge sind drei: Nachdem die Saints vor zwei Jahren durch das "Minnesota-Miracle" und den Mega-Catch von Stefon Diggs in den Playoffs überraschend bei den Vikings ausgeschieden sind und in der vergangenen Saison den Super-Bowl-Einzug gegen die Los Angeles Rams nur verpasst haben, weil die Referees diese offensichtliche Pass Interference nicht geahndet haben, werden sie in der Jubiläumssaison der NFL durchmarschieren und das Endspiel in Miami erreichen.

Sie haben mit Drew Brees einfach einen sensationellen Quarterback und auch um ihn herum eine überaus talentierte und bärenstarke Mannschaft. Sowohl in ihrer Division als auch in den Playoffs wird an den Saints kein Weg vorbei führen.

Meine dritte These:

Die New England Patriots werden erneut Super-Bowl-Sieger

Ja, ich weiß, auch wenn es langweilig ist und viele wieder motzen werden - so lange Bill Belichick und Tom Brady zusammenarbeiten, führt an den Patriots kein Weg vorbei. Ich kann und werde niemals gegen dieses Duo wetten. Habe ich einfach keinen Bock drauf. Denn ich weiß, wie die Patriots unter der Führung von Belichick und Brady zerstören können, habe es am eigenen Leib erfahren.

Immer wieder glauben viele Experten, die Dynastie der Patriots sei vorbei, Brady zu alt, Belichick würden die Ideen ausgehen. Mitnichten ist das so. Sie finden einfach immer ein Weg, erfolgreich zu sein. Das ist brutal. Es ist mir also total egal, was alle denken - ich muss und werde auch dieses Jahr wieder mit den "Pats" als Super-Bowl-Topfavorit gehen. Sie werden die Saints im Endspiel schlagen.

Meine vierte These:

Die Cleveland Browns schaffen es in die Playoffs

Ich gehe so ein bisschen mit dem Hype und glaube, dass die Browns in der kommenden Saison für die eine oder andere Überraschung sorgen können und sich definitiv auch für die Playoffs qualifizieren - für den Super Bowl wird es aber (noch) nicht reichen. In der AFC sind Teams wie die Kansas City Chiefs oder New England Patriots einfach stärker.

Aber: Nach 16 Jahren des Leidens und nicht einer einzigen Qualifikation für die NFL-Endrunde, ist ein Playoff-Platz doch schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung - und er holt diese Franchise aus diesem tiefen Loch heraus, in welchem sie jahrelang verschwunden war.

Ich bin mir sich sicher, dass sie ihre Division mit den Cincinnati Bengals, Pittsburgh Steelers und Baltimore Ravens gewinnen werden. Dafür wird es sicherlich reichen - der große Wurf wird ihnen aber wie bereits geschrieben verwehrt bleiben. Jedenfalls in dieser Saison.

Meine fünfte und letzte These:

Die Oakland Raiders verpassen die Playoffs

Die Raiders sind in der AFC West in einer Division mit den Denver Broncos, Los Angeles Chargers und den Kansas City Chiefs - da sehe ich überhaupt keine Chance, dass sich Jon Gruden und Co. für die Playoffs qualifizieren. Dafür sind sie sportlich einfach nicht gut genug.

Und dann kommt ja auch noch dieses komplett lächerliche und nicht enden wollende Theater rund um Neuzugang und Wide Receiver Antonio Brown hinzu. Wie viel Aufmerksamkeit braucht dieser Typ eigentlich noch? Ich kann das alles wirklich nicht mehr ernst nehmen. Er war schon bei den Steelers ein sogenannter "Locker-Room-Cancer" und ist es auch bei den Raiders noch. So ein Typ kann dir das gesamte Mannschaftsgefüge zerstören.

Vor allem werden seine Aktionen immer schlimmer, immer krasser. Nachdem er Anfang der vergangenen Woche zwei Trainingseinheiten verpasst hat, bekam er folgerichtig von den Raiders einen Brief, in dem er über eine entsprechende Strafzahlung informiert wurde. Ein ganz normaler Vorgang, der sogar vertraglich bei jedem NFL-Spieler geregelt ist. Und was macht dieser Typ: Brown packt das Schreiben auf seine sozialen Kanäle und initiiert sich als Opfer, schiebt den schwarzen Peter den Raiders zu. Das geht gar nicht.

Als ihn General Manager Mike Mayock dann einen Tag später offenbar darauf ansprach, kam es scheinbar zu einem wilden Streit, bei dem Brown seinen direkten Vorgesetzten anschrie und persönlich beleidigte. Wiederum einen Tag später entschuldigte sich Brown für meinen Geschmack ein bisschen halbgar öffentlich bei seinem Team und darf nun offenbar im Monday Night Game gegen den Denver Broncos auflaufen.

Wobei ich mir da noch nicht so sicher bin - denn erst vergangene Nacht veröffentlichte Brown auf Instagram und Co. ein auch Hochglanz gemachtes Video mit der unterlegten Tonspur eines persönlichen Telefonats mit Raiders-Head Coach Jon Gruden. Das ist einfach nur unfassbar und ich bin der Meinung, dass Brown keinen Respekt hat - vor niemandem.  

Mit einem Verhalten, wie es Brown an den Tag legt, verlierst du den Respekt deiner Teamkollegen. Die denken sich irgendwann: "Was ist denn mit dem los?". NFL-Coaches sagen nicht umsonst: "Nobody is bigger than the game of Football". Brown denkt da anders. Und das ist sein Fehler. Er ist kein Teamplayer, sondern ihm geht es immer nur um sich - ganz nach dem Motto: "Schaut mich an, ich bin hier die Hauptrolle".

Ich muss da immer auch ein bisschen an Terrell Owens denken. Er hat es nach seiner Karriere aufgrund seiner sportlichen Leistungen zwar in die Hall Of Fame geschafft, war als Mensch aber auch total egoistisch. Owens war immer nur auf sich bezogen, auf seinen Vorteil. Alles musste eine Show sein - so wie jetzt bei Brown. Was der sich in dieser kurzen Zeit bei den Raiders schon geleistet hat, ist unglaublich und für mich nicht nachvollziehbar. Ich hätte jedenfalls überhaupt keinen Bock mit ihm in einem Team zu sein. Und ich lege mich auch fest, dass die Raiders so lange nicht weiterkommen, wie sie Brown im Team haben. Ja, er wird abliefern - aber mit all seinen Eskapaden wird diese Franchise nie zur Ruhe kommen.

Die Steelers freuen sich am meisten, werden sich denken: "Gott sei Dank ist der Typ weg". Zumal ich fest davon ausgehe, dass wenn Brown in den ersten Wochen nicht so richtig überzeugen kann, er die Schuld bei Quarterback Derek Carr oder der gesamten Offense suchen wird. Das kann also noch lustig werden, wenn Brown ab einem gewissen Zeitpunkt die Teamkollegen anzählt. Eines ist jedenfalls jetzt schon sicher: Er tut dieser Mannschaft nicht gut und ist definitiv kein Vorbild für alle Footballer, die sich auch den Traum von der NFL erfüllen wollen.

Vielleicht sollten sie wirklich dem "Wunsch" seines Instagram-Posts entsprechen und ihn entlassen - wäre wohl für alle das Beste...

Ihr seht, es ist wieder viel geboten, die neue NFL-Saison wird richtig heiß. Ich bin jedenfalls bereit und hoffe, ihr schaltet ein, wenn bei ranNFL wieder das Ei durch die Luft fliegt - jeden Sonntag ab 18 Uhr live auf ProSieben MAXX und im kostenlosen Livestream auf ran.de.

Und auch hier lesen wie uns schon ganz bald wieder.

Bis dahin,

Euer Björn

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