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München - Nach den ersten Wochen gab es wohl nur wenige, die ihren Glauben an Pete Carroll und seine Seattle Seahawks nicht verloren hatten und nicht mit skeptischem Blick auf die restliche Saison blickten. In Woche eins die Interception von Adam "Pacman" Jones in den letzten Sekunden war nicht nur symbolisch, sie bescherte den Denver Broncos auch den Sieg. Seattle wurde mit einer Niederlage nach Hause geschickt. Und dieses Spiel offenbarte Fragen, mit denen niemand vor dem Start der Saison so gerechnet hatte. 

Dann mit dem Montag Night Game gegen die Bears in Woche zwei wurden alle Schwächen der Seahawks erneut mehr als aufgedeckt. Das Spiel stand zwar eher unter dem Titel "die Khalil-Mack-Show" als alles andere, aber die komplette Defense der Bears legte Russell Wilson & Co. regelrecht die Daumenschrauben an und es wurde schnell klar, dass man in Seattle ganz schnell ganz viele Stellschrauben finden und drehen muss, um das Ruder für die nächsten Wochen noch herumreißen zu können.

Nach ersten Erfolgserlebnissen: Seahawks spielen mutiger

Wieso kommt Russell Wilsons Offense nicht in den Tritt? Warum leisten sich die Spieler der O-Line solch eklatante Patzer, die ihrem Quarterback das Leben so schwer machen? Mit dem dritten Spieltag standen die Cowboys auf der "To-Do-Liste" und es gab endlich den ersten Sieg. Man kann - glaube ich - sagen, dass dieser und auch der in der Woche drauf gegen die Cardinals nicht unbedingt aus der Kategorie "Highlight-Tape" stammen, sondern eher als "Arbeitssiege" zu bezeichnen sind. Aber es waren zwei Siege, die nicht nur den Fans, sondern auch den Seahawks selbst Mut machten. Viele Dinge sahen plötzlich besser aus, als noch zum Start der Saison. Von Duane Brown über Ifedi bis hin zu Britt merkte man, dass die O-Line mit viel mehr Biss und Willen bei der Sache war. Vom Spielfeld über den Satelliten bis in jedes einzelne Wohnzimmer der #ranNFL-Fans war der Wille von Russell Wilson und Co. förmlich zu spüren. 

Dass der Quarterback dann sogar selbst als Vorblocker für seinen Running Back bis kurz vor der Endzone unterwegs war, bringt den Willen des Teams aus Seattle auf den Punkt. 

Seahawks verlieren gegen Rams mit guter Leistung

Es war noch nicht alles Gold, was glänzte. Null von Zehn ist ein Alptraum-Wert bei dritten Versuchen, klar, aber mit Willen und Kampfgeist wurden schon so manche sportliche Wunder vollbracht und als solches sehe ich auch das Spiel des vergangenen Wochenendes gegen die Rams. Egal, ob nun Icke, Björn oder ich, wir alle saßen für Euch im Studio und waren uns vor dem Start der Übertragung relativ sicher, dass die Rams als klare Favoriten nach Seattle gekommen waren. Aber mit dem Kickoff begann etwas, was so niemand erwartet hatte. Die Seahawks hielten nicht nur mit, sondern sie zwangen der hochgelobten Verteidigung der Rams teilweise regelrecht ihren Willen auf.

Das Laufspiel funktionierte in einer Art und Weise, die Björn und mich teilweise sprachlos machte. Dazu Russell Wilson mit 13 von 21 und drei Touchdowns! Wer hätte darauf vor dem Spiel gewettet? Außer den Hardcore-Hawks-Fans wahrscheinlich niemand, und selbst die hätten sich bei einem Wetteinsatz bestimmt aus guten Gründen eher knauserig verhalten. 

Seahawks: London Game vor der Brust

Auch wenn das Spiel mit zwei Punkten verloren wurde, so merkte man aber deutlich, dass der Kurs in Seattle endlich zu stimmen scheint. Und dass die Mixtur aus Willen und Biss passt. Denn außer dem Team der Vikings hatte es in den vier Wochen zuvor niemand geschafft, Sean McVay so in die Suppe zu spucken und seinem Team das Leben so schwer zu machen. 

Deshalb kann jeder NFL Fan mit Vorfreude auf das kommende Wochenende mit dem ersten London-Spiel schauen. Denn das, was die Seahawks in ihrem Gepäck auf der Reise in die britische Hauptstadt haben werden, ist das "Momentum". Und mit dem Wissen, dass alle Stellschrauben gegen einen der Top-Superbowl-Favoriten richtig eingestellt waren, wird jeder Einzelne dort bereit sein, mehr als 100 Prozent zu geben, wenn es am Sonntag im Wembley Stadion gegen die Raiders zur Sache geht (ab 18:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de).

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