Sebastian Vollmer schreibt in seiner Kolumne über die Defense und die Playof... - Bildquelle: GettySebastian Vollmer schreibt in seiner Kolumne über die Defense und die Playoff-Chancen der Dallas Cowboys © Getty

Hi Football-Fans,

die NFL-Saison geht langsam aber sicher in die heiße Phase und viele Teams kämpfen und hoffen noch auf eine Playoff-Teilnahme – so natürlich auch die Dallas Cowboys. Nach einem durchwachsenen Start in die Spielzeit holten die Texaner zuletzt vier Siege in Folge. Sie schlugen dabei unter anderem das eigentliche "High-Scoring-Team" der New Orleans Saints und den amtierenden Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles, gegen die sie am Sonntag nun zum Rückspiel antreten müssen (ab 22:15 live auf ProSieben MAXX und ran.de).

Der Grund für den Aufschwung liegt für mich klar auf der Hand: die bärenstarke Defense der Cowboys. Diese Jungs haben das Ruder in Dallas fast schon im Alleingang herum gerissen.

In der Vergangenheit war es bei den Cowboys oft noch so, dass ohne Linebacker und Defense-Captain Sean Lee in der Cowboys-Defensive überhaupt nichts zusammenlief. Stand er auf dem Feld, war die Endzone für den Gegner nur schwer zu erreichen – doch fehlte Lee einmal verletzt, war die komplette Dallas-Defense anfällig.

Das ist dieses Jahr anders – vor allem dank des erst 23-jährigen Jaylon Smith und des Rookies Leighton Vander Esch. Diese beiden Jungs kompensieren gemeinsam den verletzungsbedingten Ausfall des Defense-Leitwolfs Sean Lee.

Alter spielt bei Vander Esch und Smith keine Rolle

Sowohl Smith als auch Vander Esch verfügen trotz ihres noch jungen Alters über eine enorme Spielintelligenz, eine hohe Antizipation und sie können eine gegnerische O-Line schon richtig gut lesen. Kein Wunder, dass sie auf dem Rasen schon als Middle-Linebacker agieren und so der kompletten Defense der Cowboys die Spielzüge ansagen. Im Prinzip so, wie ein Quarterback in der Offense.

Sie haben auf dem Spielfeld die Gabe, durch ihre Instinkte sehr schnell auf kurzfristige Änderungen der gegnerischen Offense reagieren und dann entsprechend agieren zu können. Das alles zusammen führt zu einer enormen Akzeptanz innerhalb der kompletten Defense. Alter spielt da überhaupt keine Rolle. Es geht nur darum, ob du gut oder schlecht bist. Wenn die Leistung stimmt, wirst du auch von den Veteranen voll und ganz akzeptiert.

Ein anderer Schlüsselspieler in der Cowboys-Defense ist für mich Defensive End DeMarcus Lawrence. Gegen ihn und Greg Hardy – der damals noch in Dallas unter Vertrag stand – habe ich in der Saison 2015 mit den New England Patriots selbst noch gespielt. Das sind absolut harte Jungs. Vor allem Lawrence ist mit seiner Größe, Stärke und Schnelligkeit ein sehr unangenehmer Gegenspieler.

Game-Plan basiert auf starker Defense

Generell kann ich mich daran erinnern, dass die Dallas-Defense sehr kompromisslos gespielt hat – aber alles immer im Rahmen der Regeln. Es ist nie vorgekommen, dass uns nach dem Pfiff des Referees mal noch ein Gegenspieler in die Beine gesprungen ist. Da waren die Cowboys sehr diszipliniert.

 

Dass Dallas aktuell die fünftbeste Defense der Liga stellt, unter anderem die beste Verteidigung bei den 4th-Down-Conversions hat und im Schnitt nur 18,6 Punkte zulässt (zweiter Platz hinter den Baltimore Ravens), ist für mich also kein Wunder. Aber: Die Defense ist auch gezwungen so stark zu agieren. Denn darauf basiert gefühlt ein wenig der aktuelle Game-Plan in Dallas. Denn in der Offense haben die Cowboys durchaus ihre Probleme.

Mit Amari Cooper hat Quarterback Dak Prescott nun zwar seit ein paar Wochen einen starken Wide Receiver an seiner Seite, bringt seine Pässe aber trotzdem noch zu selten an den Mann. Deshalb geben sie den Ball nun fast ausschließlich nur noch an Running Back Ezekiel Elliott, der durch sein Laufspiel die Zeit von der Uhr nimmt und so dem Gegner wiederum keine Möglichkeiten eröffnet, selbst zu punkten.

Defense muss Offense ausgleichen

So war das zum Beispiel beim Spiel der Cowboys gegen die Saints. Am Ende hatte Dallas ganze 36:53 Minuten den Ball, New Orleans "nur" 23:07 Minuten. Und anstatt, wie in den Wochen zuvor, mehr als 30 Punkte auf die Anzeigetafel zu zaubern, gelangen den Saints in Dallas nur zehn Zähler – natürlich auch nur, weil die Dallas-Defense einen überragenden Job machte.

Die komplette Defense muss also letztlich die im Moment deutlich schwächere und viel zu eindimensionale Offense der Cowboys ausgleichen – funktioniert das vielleicht an einem Spieltag mal nicht, dürfte Dallas große Probleme bekommen.

Trotz allem sind die Cowboys – vor allem eben dank ihrer Defense - für mich aktuell eines der Top-5-Teams in der gesamten NFC. Sie sind für mich ein klarer Playoff-Kandidat und werden meiner Meinung nach auch die Partie gegen Philadelphia gewinnen. Ob es in der NFL-Endrunde dann für mehr reicht, bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich sind sie dafür in der Offense aber wie bereits geschrieben zu eindimensional aufgestellt.

Jetzt wünsche ich euch aber erst einmal viel Spaß beim NFL-Sonntag ab 18:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und im kostenlosen Livestream auf ran.de. Und wir hören uns dann in der kommenden Woche natürlich bei unserem Podcast "The Vollmer + Kuhn NFL Show" und selbstverständlich lesen wir uns auch schon bald wieder hier mit neuen spannenden Themen rund um die NFL.

Bis dahin,

Euer Sebastian
Instagram: @vollmerseb

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