Sebastian Vollmer sieht die Raiders in einer Entwicklung, die noch nicht abg... - Bildquelle: 2018 imago / ran.deSebastian Vollmer sieht die Raiders in einer Entwicklung, die noch nicht abgeschlossen ist. © 2018 imago / ran.de

Hi Football-Fans,

endlich ist es soweit: das erste London-Game steht auf dem Programm. Die Seattle Seahawks treffen im altehrwürdigen Wembley Stadium auf die Oakland Raiders (am Sonntag ab 18:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und im kostenlosen Livestream auf ran.de). Auf dem Papier ein Duell zweier großer NFL-Teams.

 

Doch vor allem die Raiders stehen mit einer Bilanz von 1-4-Siegen mit dem Rücken zur Wand. Und so kommt es, dass es schon nach fünf Spieltagen einige Experten gibt, die behaupten, das Projekt Jon Gruden sei in Oakland bereits gescheitert. Eine nachvollziehbare Meinung, die ich allerdings ein bisschen anders sehe.

Natürlich haben die Raiders ihren neuen Head Coach mit einem millionenschweren Langzeitvertrag ausgestattet und ihn nach vielen Jahren der Tristesse als eine Art Heilsbringer vorgestellt. Was bei aller Kritik im Moment aber auch nicht vergessen werden darf: Das ist aktuell nicht Grudens Team, das sind größtenteils nicht die Spieler, die er sich ausgesucht hat. Er musste sie quasi von seinem Vorgänger übernehmen - und jetzt das Beste aus dieser Situation machen.

Kann man von ihm unter solchen Voraussetzungen also gleich im ersten Jahr einen Super-Bowl-Sieg mit den Raiders erwarten? Aus meiner Sicht nicht.

Oakland ist in einer Entwicklung

Oakland ist in einer Entwicklung, Gruden spielt aktuell mit insgesamt acht Rookies als Starter seines Teams. Das ist extrem ungewöhnlich und heißt eigentlich nichts anderes, als dass die Raiders ein Problem mit ihren Veterans haben - und die Rookies, die übrigens allesamt Gruden höchstpersönlich gedraftet hat, im Augenblick einfach besser performen.

Außerdem hat der neue Head Coach selbst zehn Jahre lang nicht an der Seitenlinie gestanden, da ist man in der Anfangsphase sicherlich auch noch ein bisschen rostig - zumal es nicht so einfach ist, ein NFL-Team zu führen. Wobei Gruden generell natürlich ein extrem erfahrener Mann ist und mit Sicherheit alle Fähigkeiten besitzt.

Aber er muss erst einmal mit seinem Coaching-Staff und dem Team zusammenwachsen. Und das geht einfach nicht über Nacht. Ich habe in meiner aktiven Zeit fast meine kompletten acht Jahre immer mit den gleichen Leuten gearbeitet, da wusste ich in jeder Situation was die anderen machen und was meine Aufgabe ist. So kann das in Oakland aktuell noch gar nicht sein.

Vielleicht muss man sich sogar die Frage stellen, ob das jetzige Team einfach auch nicht besser ist als die derzeitige Bilanz von 1-4-Siegen? Immerhin waren die Raiders bereits in den vergangenen Jahren keine überzeugende Franchise - bis auf ein Jahr, als sich ihr Quarterback Derek Carr in der entscheidenden Phase dieser Spielzeit schwer verletzte und auch diese eigentlich starke Saison abrupt in der ersten Playoff-Runde endete.

Mack-Trade war nachvollziehbar

Dass die Raiders Khalil Mack zu den Chicago Bears getradet haben, kann ich übrigens absolut nachvollziehen. Denn meiner Meinung nach ist es sehr schwer, solche Summen, wie sie Mack gefordert hat, für einen Defense-Spieler zu rechtfertigen. Das geht vielleicht maximal bei einem Quarterback - das war‘s dann aber auch schon. Denn ein einziger Spieler macht noch keine richtig gute Defense.

Selbst wenn Mack im Schnitt zwei Sacks pro Spiel machen würde, wären das auf die komplette Saison hochgerechnet insgesamt 32 Sacks. Eine ordentliche Bilanz, aber sie gewinnt dir am Ende keine Spiele. Das sieht man auch daran, dass die Raiders selbst mit Mack nicht wirklich erfolgreich waren.

Also war der Trade aus Gründen des Teambuildings komplett nachvollziehbar, weil sie zudem auch noch Platz im Salary Cap geschaffen haben und es in neue Spieler investieren können. Allerdings kann ich natürlich auch den Frust der Fans verstehen - die wollen Stars sehen und Playmaker in ihrem Team haben.

Prognose: Niederlage gegen Seahawks

Gegen die Seahawks werden die Raiders aus meiner Sicht in London auch das Nachsehen haben. Seattle hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten gefangen und die bislang noch ungeschlagenen Los Angeles Rams in der vergangenen Woche am Rande einer Niederlage gehabt. Ob ich mit meiner Prognose recht behalte, könnt ihr auch am Sonntag ab 18:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und im kostenlosen Livestream auf ran.de anschauen.

Ich wünsche euch viel Spaß und wir lesen uns schon bald wieder. Zwischendurch gibt es noch was auf die Ohren bei Markus Kuhns und meinem Podcast "The Vollmer + Kuhn NFL Show"!

Bis bald,

Euer Sebastian
Instagram: @vollmerseb

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