Erwartet ein spannendes Duell zwischen den beiden Star-Quarterbacks Aaron Ro... - Bildquelle: GettyErwartet ein spannendes Duell zwischen den beiden Star-Quarterbacks Aaron Rodgers (links) von den Green Bay Packers und Tom Brady von den New England Patriots: Ex-NFL-Profi und zweimaliger Super-Bowl-Champion Sebastian Vollmer © Getty

Hi Football-Fans, 

am 10. Spieltag der aktuellen NFL-Saison kommt es beim Sunday Night Football zum großen und mit Spannung erwarteten Duell zwischen meinem Ex-Team, den New England Patriots, und den Green Bay Packers - und somit auch zum Aufeinandertreffen der beiden Star-Quarterbacks Tom Brady und Aaron Rodgers.

Der Hype, der schon seit Tagen um diese Begegnung zwischen Brady und Rodgers gemacht wird, ist mir persönlich ein bisschen zu viel. Denn sie werden als jeweilige Signal Caller ihres Teams ja nicht einmal gemeinsam auf dem Rasen stehen, also sich direkt gegenüber. 

Auf der anderen Seite kann ich die Medien und auch die Fans verstehen, denn solche extrem starken Quarterbacks und somit Offensiven sieht man in der NFL nicht sehr oft in nur einem Spiel. Mich erinnert das alles ein wenig an die Zeit, als die Duelle zwischen Brady und Peyton Manning immer eine enorm hohe Aufmerksamkeit bekamen.

Jetzt heißt es also Brady gegen Rodgers. Und bevor die beiden in Foxborough mit ihren Teams gegeneinander antreten werden, möchte ich mich in meiner Kolumne diesen beiden doch etwas unterschiedlichen Quarterback-Typen widmen.

Die Fans können ein "High Scoring Game" erwarten

Zunächst einmal ist es so, dass sich die Teams selbst überhaupt nicht mit dem Duell der beiden Superstars beschäftigen - das wird aus meiner Erfahrung in so gut wie keiner Besprechung eine größere Rolle spielen. Eher, dass beide Mannschaften aufgrund ihres unglaublichen Offensiv-Potenzials ein "High-Scoring-Game" erwartet und alle Spieler immer bereit sein müssen, wenn nötig noch einen Gang nach oben zu schalten.

Taktisch könnte das zum Beispiel bedeuten, dass man bei vierten Versuchen eher dafür geht als zu punten. Denn man weiß, dass der Gegner viele Punkte auf die Anzeigetafel bringen wird - und dem möchte man selbst natürlich nicht nachstehen. Ich selbst habe zwei Mal gegen die Packers und Rodgers gespielt. Einmal im Jahr 2010, damals siegten wir zu Hause mit 31:27, und dann noch einmal in der "Frozen Tundra" bei den Packers im Jahr 2014. Dort unterlagen wir mit 21:26.

Wenn man Brady und Rodgers miteinander vergleicht, fällt vor allem bei meinem ehemaligen Teamkollegen auf, dass er der Prototyp eines Quarterbacks ist: technisch perfekt und mit einer enormen Spielintelligenz ausgestattet. Brady sagte einmal zu mir, dass er vor jedem Spielzug genau weiß, wohin er den Ball wirft. Ihm reicht also ein kurzer, schneller Blick in Richtung seiner Receiver. Da ist in der Regel kein zweiter oder dritter Blick "down the field" mehr nötig.

Warum? Ganz einfach: Brady erkennt schon anhand der Aufstellung der gegnerischen Defense, welcher Ballempfänger in dem jeweiligen Spielzug frei sein wird. Er muss also nach dem Snap nicht den ersten, zweiten und dann vielleicht sogar noch den dritten Receiver mit seinen Blicken durchgehen um herauszufinden, wer gedeckt ist und wer den Ball bestenfalls fangen kann. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass er das komplette Playbook in Perfektion beherrscht.

Ich habe in meiner Kolumne ja schon oft über seinen extremen Ehrgeiz gesprochen. Der kommt hier wieder zum Vorschein. Außerdem ist er der Meister der vielen, kurzen Pässe. Brady spielt schon seine komplette Karriere so, dass er den Ball spätestens nach drei Sekunden zu einem Mitspieler oder, wenn mal keiner frei sein sollte, einfach weg wirft. So schützt er sich vor harten Hits und somit schweren Verletzungen.

Denn bekanntlich ist Brady nicht besonders stark, wenn es um Schnelligkeit und seine Beine geht. Erfolg hat und hatte er in der Vergangenheit trotzdem ja noch genug - fünf Super-Bowl-Ringe sprechen eine sehr deutliche Sprache. 

 

Rodgers ist der "König der Hail Marys"

Rodgers hat im Gegensatz zu Brady einen deutlich besseren Arm, ist der "König der Hail Marys" und natürlich viel flinker und beweglicher. Wenn ein Spielzug vielleicht mal nicht so funktioniert wie geplant, macht Rodgers eben selbst noch etwas daraus. Bei Brady wusste ich in der O-Line immer, was er beim nächsten Spielzug machen wird - das ist bei Rodgers ganz anders. Er ist unberechenbarer, spielt mit viel mehr Risiko.

Rodgers überbrückt mit einem Spielzug gerne auch mal 40, 50 Yards. Das würde es bei Brady eher nicht geben. Diese Spielweise birgt aber natürlich auch Risiken, was man an seinen vielen Verletzungen der vergangenen Jahre sehen kann. Das ist aber auch logisch, wenn man den Ball manchmal zehn Sekunden oder länger in den Händen hält und nach der bestmöglichen Anspielstation sucht.

Dabei spielt Rodgers aber häufig seine unglaubliche Athletik in die Karten. Er ist in vielen Situationen ein "Entfesselungskünstler" und entkommt mit seiner Schnelligkeit der gegnerischen Defense und lässt sie so ins Leere laufen. Es macht schon großen Spaß, Rodgers beim Spielen zuzuschauen, und Brady lobte ihn in der vergangenen Woche ja auch nicht umsonst überschwänglich und meinte, dass er deutlich mehr Talent habe als er.

Ob das wirklich so ist, sei mal so dahingestellt. Auf jeden Fall dürfen sich die Fans auf ein sehenswerteres Duell der aktuell vielleicht besten Quarterbacks der NFL freuen - wobei ich auch Drew Brees von den New Orleans Saints in diesem Zusammenhang nicht vergessen möchte.

Jetzt wünsche ich euch erst einmal viel Spaß bei der sonntäglichen ranNFL-Liveübertragung auf ProSieben MAXX und ran.de und wir lesen uns schon bald wieder. 

Zwischendurch gibt es noch was auf die Ohren bei Markus Kuhns und meinem Podcast "The Vollmer + Kuhn NFL Show"!

Bis bald,

Euer Sebastian

Instagram: @vollmerseb

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