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München/Oakland – Das Murmeltier grüßt Jon Gruden. Täglich natürlich. Wie das so ist für einen Head Coach in der Offseason der NFL.

Genauer gesagt für einen Wiedereinsteiger. Gruden war die wohl spektakulärste Verpflichtung der Saison, und inzwischen ist seine zweite Amtszeit bei seinem Ex-Klub Oakland Raiders rund einen Monat alt. "Es war eine echte Schinderei", sagte Gruden im Interview mit der Bay Area News Group.

"Eine echte Schinderei"

Bestandsaufnahme, Roster-Analye, ein genauer Blick auf jeden Spieler, dazu Gespräche mit potenziellen Trainer-Kandidaten, über das Spiel der Raiders an sich und die Frage: Wie sieht der Salary Cap aus? Was ist möglich? Welcher Free Agent ist interessant? Immer wieder die gleichen Fragen und die Suche nach Antworten.

Nun könnte man meinen, dass Gruden eine nicht unerhebliche Anzahl an Stunden mit seinen Spielern verbringt. Seine Ideen erklärt. Sich umgekehrt ein Bild von seinen Stars macht. Wie ticken sie? Wie arbeiten sie? Welche Ziele haben sie? Themen, über die man spricht, wenn Offseason ist, als Vorbereitung auf die Vorbereitung quasi. Über Football sprechen. Das Normalste, was Football-Coaches mit Football-Spielern eben so tun.

Aber: Das sogenannte "Collective Bargaining Agreement" (der Arbeitsvertrag zwischen Spielervereinigung NFLPA und NFL) legt fest, dass es quasi keinen Kontakt zwischen den Coaches und den Spielern geben darf. Und das bis zum Beginn der Workouts im April (sic!). Immerhin: Da Gruden neu ist, darf er mit den Raiders am 2. April starten. Zwei Wochen später beginnen die Teams ohne neuen Head Coach. Die haben aber auch nicht ganz so viel Gesprächsbedarf.

Gruden kritisiert "Genies"

Für Gruden ist das ein Unding, er wettert gegen die Regelung. Mit sehr deutlichen Worten. "Irgendwelche Genies dachten wohl, dass es großartig wäre, dass ich nicht einmal Kontakt mit meinen Spielern haben darf. Ich hasse es. Es ist wirklich eine große Herausforderung", sagte er.

Deshalb kann Gruden auch noch nicht sagen, ob Running Back Marshawn Lynch bei den Raiders bleiben wird. Und deshalb sind auch Berichte über ein Meeting, das Lynch angeblich platzen ließ, Unfug.

Gespräche ohne Tiefgang

Ja, Gruden stellte sich bei seinen Spielern vor. Ein Akt der Höflichkeit, aber auch ein Akt ohne Tiefgang. Und ja, natürlich dürfen Gruden und Lynch, wenn sie sich, wie kürzlich geschehen, zufällig auf dem Trainingsgelände über den Weg laufen, auch miteinander sprechen. Über das Wetter, Hobbys, die Familie, vielleicht noch über den Super Bowl. Das war es dann im Grunde auch mit Football-Themen.

Das kann dann auch schon mal dazu führen, dass man sich während der Offseason im Trainingsraum trifft, aber anschweigt. Man weiß ja, wie schnell das eine zum anderen führt und man dann doch über die neue Saison spricht. Und gegen geltende Regeln verstößt.

Auf den Arbeitsvertrag mit den Regeln einigten sich Spielervereinigung NFLPA und die NFL-Teambesitzer 2011 erst nach harten Verhandlungen, bis 2020 ist das Papier gültig. In 70 Paragrafen auf 326 Seiten wird alles geregelt, was den Ligabetrieb betrifft. So auch das Programm in der Offseason mit den begrenzten Gesprächsthemen und einer regulierten Vorbereitung, um den Spielern eine bessere Erholung zu gewähren. Es ist ein Ergebnis einer Entwicklung, in deren Verlauf ein Wettrennen stattfand, so früh wie möglich wieder mit der Vorbereitung zu starten. Der Idealzustand ist ein Quasi-Kontaktverbot allerdings auch nicht.

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