Zwei Catches in zwei Spielen: Rob Gronkowski - Bildquelle: Getty ImagesZwei Catches in zwei Spielen: Rob Gronkowski © Getty Images

München - Da war sie. Die Chance. Die Chance, zurück ins Spiel zu finden. Die Chance, ein Zeichen zu setzen. Eigentlich hat man die Szene schon im geistigen Auge abgespielt. Gronkowski fängt den Ball in Bedrägnis, bricht ein, zwei Tackles und erzielt einen Raumgewinn von 20, 25 Yards. Ein klassischer Gronkowski eben. Aber nein, stattdessen flutscht ihm der Ball durch die Finger. Ein klarer Drop. Untypisch. Ungewohnt. Ja, und auch ein wenig unerklärlich. 

 

Tight End Rob Gronkowski kam in einer turbulenten Offseason mit hohen Erwartungen zu den Tampa Bay Buccaneers. Nicht ohne Grund, schließlich zählte er vor einigen Jahren noch zu den besten Passempfängern der Liga, dazu kommt seine einzigartige Chemie mit Quarterback Tom Brady. Es schien alles perfekt für einen Neustart. 

Die Realität des Gronkowski-Comebacks könnte jedoch nüchterner nicht aussehen: Zwei Catches, elf Yards - in zwei Spielen.

Nur zweite Geige

Im Spiel gegen die Carolina Panthers gelingt dem fünffachen Pro Bowler kein einziger Passfang. Kollege O.J. Howard kommt in der bisherigen Spielzeit immerhin auf fünf Catches für 47 Yards. Howard erhält mehr Möglichkeiten sich zu zeigen und sammelt ungefähr genauso viel Spielzeit, wie "Gronk". 

 

Auch ein Blick hinter die Statistiken lässt wenig Grund für Optimismus. "Gronk" wirkt nicht mehr so spritzig, wie zu seinen besten Zeiten. Trotz des einen Jahres Pause scheinen die zahlreichen Verletzungen an seinem Körper gezehrt zu haben. Dies spiegelt sich in seiner Leistung als Blocker wieder. In der Vergangenheit zählte der Tight End zu den besten Blockern auf seiner Position, am ersten Spieltag erhielt er von "PFF" eine 58.3 (von 100) Bewertung im Run-Blocking, der niedrigste Wert seiner Karriere. 

Was ist noch im Tank?

Die Buccaneers erhielten Gronkowski für einen Viertrunden-Pick von den Patriots und zahlen dem Passempfänger knapp acht Millionen US-Dollar. Eigentlich ein deutliches Signal, dass der Trainerstab um Bruce Arians einen Plan für den Routinier in der Tasche hatte. Doch selbst in der Redzone tritt der Tight End bisher nicht in Erscheinung und erhielt in dem Teil des Feldes, in dem er jahrelang für Angst und Schrecken bei gegnerischen Defensive Backs sorgte, kein einziges Target in den ersten beiden Partien. 

"Er freut sich sehr, wieder Football spielen zu können und ist ein spannendes Puzzlestück in unserer Offensive", lobte Receiver Chris Godwin jüngst. 

Das Ziel der Buccaneers in dieser Saison ist klar: Super Bowl. Ein halbwegs funktionierender Gronkowski könnte das Ass im Ärmel des Teams werden. 

Noch dürfte es zu früh sein, um Gronkowski als Missverständnis abzustempeln. Dazu ist der 31-Jährige zu talentiert, hat zu viel erreicht, zu viel geleistet. Doch mit einer Menge Offensivkraft könnte Gronkowski schnell in Vergessenheit geraten. Und irgendwann erhält auch ein Gronkowski keine Chance mehr... besonders nicht unter Arians.

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