Als Commissioner leitet Roger Goodell seit 2006 die Geschicke der NFL. - Bildquelle: ImagoAls Commissioner leitet Roger Goodell seit 2006 die Geschicke der NFL. © Imago

München - Was tun bei positiven Tests innerhalb oder im Umfeld eines NFL-Teams? Eine Antwort auf diese Frage schickte die National Football League nun laut Reporter Tom Pelissero an alle 32 Franchises. Das Protokoll schreibt den Umgang mit einem positiven Corona-Test vor.

Höchste Zeit, denn die meisten Teams starten ihre Training Camps zumindest für Rookies bereits Mitte Juli. Im August trägt die Liga traditionell an vier Wochenenden Preseason-Spiele aus. Aufgrund der momentan erneut stark ansteigenden Infektionszahlen in den USA schlug die NFL vor, die Anzahl der Spieltage zu halbieren und 2020 nur zwei Vorbereitungs-Partien pro Team auszutragen. Das Problem: Die Spielergewerkschaft lehnte diesen Vorschlag ab und möchte die Preseason komplett absagen. 

Nach den Vorstellungen der Spieler-Vertretung soll die reguläre Saison zwar wie geplant am 11. September starten, zuvor solle jedoch die Sicherheit der Spieler im Vordergrund stehen und keine unnötigen Risiken eingegangen werden. 

NFL-Protokoll bei Kontakt zu Corona-positiven Personen

Wenige Tage vor dem Start der Training Camps legt die Liga nun einen Stufenplan fest, an dem sich die Teams orientieren sollen, wenn ihre Spieler Kontakt zu mit dem Coronavirus infizierten Personen hatten.

Das Protokoll sieht folgende Schritte vor:

Enger Kontakt zu symptomatischen oder positiv getesteten Personen

1: Test auf das Virus (und Isolation bis zum Erhalt der Testergebnisse)

1a: Wenn der Test negativ ist und die Kontaktperson keine Symptome aufweist:

Kontaktperson darf unter folgenden Bedingungen auf das Teamgelände zurückkehren:

- Tägliche Gesundheits-Checks und täglicher Virus-Test für acht Tage
- anschließend weiter regelmäßige Tests 

1b: Wenn der Test positiv ist und die Person keine Symptome aufweist:

Die Person darf erst auf das Trainingsgelände zurückkehren, wenn ...

- seit dem ersten positiven Test 10 Tage vergangenen sind. ODER
- fünf Tage seit dem ersten positiven Test vergangen sind UND zwei aufeinander folgende Tests (mit 24 Stunden Abstand) negativ ausgefallen sind UND
- der Team-Arzt in Rücksprache mit der ICS und dem NFL Chief Medical Officer das OK gibt.

1c: Wenn der Test positiv ist und die Person Symptome aufweist:

Die Person darf erst auf das Trainingsgelände zurückkehren, wenn ...

- seit dem ersten  Auftreten von Symptomen mindestens zehn Tage vergangenen sind UND
- seit mindestens 72 Stunden keine Symptome mehr aufgetreten sind UND
- der Team-Arzt in Rücksprache mit der ICS und NFL Chief Medical Officer das OK gibt UND
- lokale und regionale Gesundheitsrichtlinien eingehalten werden.

Mit diesem Maßnahmen-Katalog möchte die NFL sicherstellen, dass es nicht innerhalb eines Teams zu Infektionsketten und damit womöglich zur Quarantäne einer gesamten Mannschaft kommt. Im Vergleich zur anderen US-Profiligen wie der Major League Soccer (MLS) oder der National Basketball Association (NBA) setzt die NFL bislang nicht auf die Isolation aller Teams an einem Ort - auf das Bilden einer sogenannten "Bubble".

Doch bereits jetzt gibt es zwischen der Spielergewerkschaft und der Liga offene Streitpunkte beim bisherigen Hygiene-Konzept. So unterstützt die Liga den Vorschlag, dass die Profis auf dem Platz stets Schutz-Visiere an den Face-Masks der Helme tragen. Einige Spieler sträuben sich noch dagegen, wie "NBC Sports" berichtet.

Darüber hinaus möchte die Liga ihre Spieler zumindest während der Training Camps dazu verpflichten, in Hotels und nicht bei ihren Familien zu übernachten. Die NFLPA drängt hingegen darauf, die Hotel-Aufenthalte optional zu halten. Sowohl während der Trainingcamps als auch während der Saison.

Es ist daher noch völlig offen, wann sich die Liga und ihre Spieler auf einen gemeinsamen Weg durch die Corona-Pandemie hin zum geplanten Saison-Start am 11. September einigen. Klar ist jedoch: Mit jeder Woche ohne konkrete Vereinbarung und gleichzeitig steigenden Infektionszahlen im Land, steigt auch das Risiko, den anvisierten Beginn der neuen Saison nicht einhalten zu können.

Tobias Hock

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