Moritz Böhringer und Co. kämpfen um ihren NFL-Traum - Bildquelle: Logan BowlesMoritz Böhringer und Co. kämpfen um ihren NFL-Traum © Logan Bowles

New York/München – Mit Eric Nzeocha, Moritz Böhringer und Christopher Ezeala fanden drei Deutsche am 1. Mai ihren Platz in der NFL. Ein wichtiger Schlüssel auf dem Weg dorthin war und ist das International Pathway Program, eine Chance, die die NFL exklusiv für ausländische Talente bereithält.

Im Rahmen des Programms fördert die Liga seit 2017 jährlich internationale Athleten, um diesen den Weg in die NFL zu ermöglichen. Dabei erhofft man sich einerseits eine größere, weil weltweite Auswahl an Football-Talenten für die 32 Franchises und hofft gleichzeitig, durch ausländische Stars mehr Identifikation auf dem internationalen Markt zu schaffen.

Extra-Erlaubnis zu Gunsten der Internationals

Im Zuge dessen wird in jedem Jahr eine Division ausgewählt, deren vier Teams jeweils einen zusätzlichen Platz im Practice Squad erhalten, um einem internationalen Spieler die Möglichkeit zu geben, sich über einen längeren Zeitraum in einem NFL-Team zu beweisen.

Diese bekommen in der Offseason die Gelegenheit, sich für das 53-Mann-Roster ihrer Franchises zu empfehlen und können bis dahin auch an den vier Pre-Season-Spielen ihrer Teams teilnehmen.

Vorreiter Nzeocha

 

Sollten sie im Anschluss den Sprung in den finalen Kader verpassen, greift der zusätzliche Platz im Practice Squad und bietet den internationalen Talenten die Möglichkeit, sich im Umfeld der Teams ein ganzes Jahr lang an das Niveau der NFL zu gewöhnen.

In dieser Zeit dürfen die Spieler nicht mehr in den aktiven Kader berufen werden, können jedoch auch nicht entlassen werden. Bleiben die Spieler während der gesamten Regular Season bei ihren Teams, verdienen sie laut NFL-Regularien mindestens 122.400 Dollar, die nicht gegen den Salary Cap zählen.

2017 wurde hierfür die NFC South ausgewählt. Mit Eric Nzeocha, dem jüngeren Bruder von 49ers-Linebacker Mark, wurde dabei auch ein deutscher Spieler gefördert. Nzeocha schloss sich als Linebacker den Tampa Bay Buccaneers an und kämpft in diesem Sommer nach einem Jahr im Practice Squad erneut um seinen Platz im 53-Mann-Roster.

Böhringer und Ezeala in AFC North

2018 profitierten mit Moritz Böhringer und Christopher Ezeala erneut zwei deutsche Spieler vom International Pathway Program und fanden einen Platz in der AFC North.

Böhringer schloss sich als Tight End den Cincinnati Bengals an, Ezeala ging als Fullback zu den Baltimore Ravens. Da beide nicht mehr gedraftet werden konnten, mussten sie auf das Ende der Veranstaltung in Dallas warten, um sich als Undrafted Free Agents ihren neuen Teams anzuschließen.

Rugby-Spieler mit NFL-Crash-Kurs

Obwohl Böhringer als ehemaliger Sechstrundenpick der Minnesota Vikings einen anderen sportlichen Hintergrund hat als Ezeala, der in der vergangenen Saison noch in der GFL für die Ingolstadt Dukes spielte, wurden beide im Vorfeld der Trainings Camps gemeinsam an der IMG Academy in Florida auf die NFL vorbereitet und nahmen am internationalen Pro Day in Tampa Bay teil.

Im Rahmen dieser Vorbereitung werden die Athleten nicht selten auf neue Positionen umgeschult, um ihre physischen Voraussetzungen besser an die NFL anzupassen. Dabei müssen die Teilnehmer des International Pathway Programs nicht zwingend Erfahrung im American Football haben.

Manche Spieler des diesjährigen Programms wie Jordan Mailata und Christian Scotland-Williamson wurden beispielsweise im Rugby entdeckt und aufgrund ihres außergewöhnlichen athletischen Voraussetzungen zu veritablen NFL-Prospects umgeschult.

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