Teddy Bridgewater: Auf dem Weg zu der besten Saison seiner Karriere - Bildquelle: Getty ImagesTeddy Bridgewater: Auf dem Weg zu der besten Saison seiner Karriere © Getty Images

München - Teddy Bridgewater tritt vor die Mikrofone. Grasflecken und Dreck auf dem orangenen Broncos-Jersey, das die Geschichte eines Arbeitssieges gegen die New York Jets erzählt. Er grinst. Drittes Spiel, dritter Sieg für ihn und seine Broncos. Bridgewater lobt nach der Partie auf der Pressekonferenz seine Receiver, Running Backs, die Offensive Line, die Backups und die Defense. Und vergisst dabei einen der Hauptgründe für den Erfolg der Broncos: Sich selbst. 

Nun ist es nicht verwunderlich, dass Bridgewater sich nicht für seine eigene Perfomance auf die Schulter klopft. Doch der Quarterback erwischt den besten Saison-Start seiner Karriere und avanciert bei seinem neuen Arbeitgeber zu einem der Leistungsträger. 

Karrierebestwerte für Bridgewater

Nach drei Spielen liest sich der Statistikbogen von Bridgewater wie ein Empfehlungsschreiben. In drei Partien brachte der 28-Jährige knapp 77 Prozent seiner Pässe an, sammelte 275 Yards pro Partie und vier Touchdowns. Eine Interception unterlief ihm bisher nicht. Hält er diese Werte, wird er nach der Saison eine Reihe an neuen Karriere-Bestleistungen aufstellen.

Zugegeben, mit den Jacksonville Jaguars, New York Giants und New York Jets haben die Broncos ein dankbares Auftaktprogramm erwischt. "Früher oder später spielt man gegen alle Teams, auch dann müssen wir abliefern. (...) Es ist gut zu sehen, dass wir in der Offensive (...) seit drei Wochen gut spielen", sagte Vic Fangio nach dem 26:0-Sieg gegen die Jets. 

Bridgewater: Der Ruf des ewigen Game Managers

Obwohl die gegnerischen Teams nicht zur Creme de la Creme der NFL zählten, lässt sich bei Bridgewater eine Entwicklung beobachten, die so nicht abzusehen war. Der ehemalige Erstrunden-Pick schleift seit Jahren das Stigma eines Game-Managers wie einen alten Hund hinter sich her. 

 

Das Stigma eines Signal Caller, der zwar die nötige Genauigkeit und Spielintelligenz besitzt, aber lieber mit Wunderkerze in der Hand steht, als ein Feuerwerk zu zünden. Bridgewater war nie bekannt dafür, außerhalb der Struktur zu kreieren, wählte in vergangenen Jahren lieber den vorsichtigen, sicheren Pass, anstatt die Defensiven tief zu attackieren. Auch deshalb kostete er die Broncos vor einigen Monaten beim Tauschgeschäft mit den Carolina Panthers nur einen Sechstrunden-Pick.

Doch seit der neuen Spielzeit spielt Bridgewater wie ausgewechselt. Der Quarterback erkauft sich mit seiner Mobilität regelmäßig Zeit in der Pocket und findet doch noch tief einen Receiver. Seine durchschnittliche Target-Tiefe liegt bei 9,5 Yards - 2 Yards über seinem Karrieredurchschnitt. Knapp 19 Prozent seiner Pässe flogen über 20 Yards durch die Luft, sieben dieser Pässe landeten bei einem Passempfänger und bescherten den Broncos einen Raumgewinn von 212 Yards. 

Auch unter Druck, eigentlich eine chronische Schwachstelle des 28-Jährigen, behält er derzeit kühlen Kopf. Und das muss er auch, denn bei fast der Hälfte seiner Dropbacks kam bisher ein Pass Rusher durchgerauscht. Bridgewater brachte unter Druck dennoch 73 Prozent seiner Pässe an, für durchschnittlich sieben Yards Raumgewinn und zwei Touchdowns. 

Bridgewater: Die Langzeit-Lösung?

Die Broncos starteten auch dank ihres neuen Quarterbacks mit einer makellosen Bilanz in die neue Spielzeit. Bridgewater strahlt in seinem Auftreten eine Abgeklärtheit und eine "kontrollierte" Risikobereitschaft aus, die er in der Vergangenheit oft vermissen ließ. 

Gleichzeitig haben es die Broncos noch mit keinem Top-Team aufgenommen. Deshalb ist es noch zu früh, um über die langfristige Planung auf der Quarterback-Position bei den Broncos zu diskutieren. Bridgewater gibt der Franchise aus Denver eine gewisse Grundlage, die mit seinem Vorgänger Drew Lock nicht vorhanden war. Durch seine gesteigerte Spielweise haucht er der Offensive neues Leben ein. Etwas, auf das die Broncos seit einigen Jahren warten. 

Und vielleicht entwickelt sich Bridgewater zu mehr, als nur einem Brücken-Quarterback. 

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