Cameron Kinley im Trikot der Navy Midshipmen - Bildquelle: imagoCameron Kinley im Trikot der Navy Midshipmen © imago

München - Cameron Kinley hatte einen großen Traum: Er wollte eines Tages in der NFL spielen. Die Tampa Bay Buccaneers boten dem Undrafted Free Agent, der im diesjährigen Draft von keinem Team ausgewählt wurde, die Chance. Kinley hatte sogar schon am Rookie Minicamp der Bucs teilgenommen. Dennoch darf er kommende Saison nicht mit Tom Brady und Co. auf dem Feld stehen.

Der Grund: Kinley bekommt keine Freigabe von der Armee. Er spielte nämlich nicht an einem gewöhnlichen College, sondern für das Football-Team der US-Navy. Jeder, der an der Naval Academy studiert, muss sich für fünf Jahre Militärdienst verpflichten. Im Gegenzug bekommen die Studenten die Ausbildung von der Armee finanziert.

Cameron Kinley: Armee-Kollegen erhalten Freigabe

Kinley hatte nun darum gebeten, seinen Militärdienst aufzuschieben, um seine Karriere als NFL-Profi zu starten. Die Navy hat diesen Antrag abgelehnt - ein Einspruch ist nicht möglich.

In einem Statement zeigte sich Kinley enttäuscht von der Entscheidung. Zwar sei er sich seiner Verpflichtung bewusst, dennoch äußerte er Unverständnis darüber, dass mehrere seiner Armee-Kollegen im Gegensatz zu ihm die Freigabe für die NFL erhalten hatten.

"Ich hatte die vergangene Woche mit meinen Gefühlen zu kämpfen. Es ist sehr hart, dass ich so nah dran war, meinen Kindheitstraum zu erfüllen und mir dieser weggenommen wurde", schrieb der Cornerback in seinem Statement.

Kinley kann nach Militärdienst in der NFL spielen

Auch Kinleys Berater-Agentur kritisierte die Navy-Entscheidung. Die genauen Gründe für diese seien nicht erklärt worden.

"Als ein Alumni der Naval Academy verstehe ich Camerons Verpflichtungen sehr genau. Ich weiß aber auch, dass es andere Wege gibt, um diesen nachzukommen und dennoch einer Karriere als Profi-Sportler nachzugehen. Ich habe mit dem dreimaligen Super-Bowl-Champion Joe Cardona [aktueller Long Snapper der Patriots, Anm.d.Red.] zusammengespielt, der unserem Land immer noch als Reservist der Navy dient", schrieb Ryan Williams-Jenkins, Mitbegründer der Agentur.

Die Buccaneers teilten auf Anfrage der "Tampa Bay Times" mit: "Wir unterstützen die Entscheidung der Navy bezüglich Camerons Verpflichtung und haben weiterhin die Hoffnung, dass er sich eines Tages den Traum erfüllen kann, professionell Football zu spielen".

Kinley kann nach seinem Militärdienst einen neuen Anlauf wagen, um seinen NFL-Traum zu erfüllen. Wann genau er die Chance dazu bekommt, ist noch unklar. Offiziell muss er noch bis 2026 seinen Dienst ableisten, könnte aber in einigen Jahren erneut einen Antrag stellen. 

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