Noch auf Weltklasse-Niveau? - Bildquelle: GettyNoch auf Weltklasse-Niveau? © Getty

München - "Was geht ab, alter Mann?", soll Aaron Rodgers, laut Jeff Pearlman (Autor eines Buches über Brett Favre), bei der ersten Begegnung mit Quarterback Brett Favre gesagt haben. Dem damals 22-Jährigen fehlte es nie an Selbstvertrauen. Die Beziehung zwischen Legende Favre und Newcomer Rodgers galt als schlecht.

 

Auf der einen Seite: Brett Favre, jahrelanger Starter für die Packers. In Green Bay musste er nie um seinen Starterplatz kämpfen, doch im NFL-Draft 2005 sicherten sich die Packers ein Talent namens Aaron Rodgers. Favre, damals 35 Jahre alt, hatte seine besten Footballjahre scheinbar hinter sich und nun einen echten Konkurrenten. 

Auf der anderen Seite Rodgers: 22 Jahre jung, Shootingstar am College und mit einer Menge Selbstbewusstsein und Talent ausgestattet. "Nirgendwo in meinem Vertrag stand, dass ich ein Mentor für Aaron sein sollte", erzählte Favre in einer Talkshow mit Graham Bensinger. 

Rodgers spielt groß auf

Rodgers erarbeitete sich, trotz fehlender Hilfe von Favre, in seinem dritten Jahr den Starterplatz und dominierte die NFL für das kommende Jahrzehnt. Ruhm erlangte er durch seine Spezialität: den Hail-Mary-Spielzug. Mit wenig Zeit auf der Uhr wird das Spielgerät ein letztes Mal in Richtung Endzone geworfen, um (vielleicht auch mit Hilfe der heiligen Maria) doch noch einen Touchdown zu erzielen. Hierfür braucht es Mut, einen starken Arm, einen extrem genauen Wurd. Und vor allem: ganz viel Glück. Rodgers brachte bisher drei Hail Marys an. 

Zwei MVP-Awards, sieben Pro-Bowl-Nominierungen und ein Super-Bowl-Titel zählen zu den größten Erfolgen von Rodgers. In seinen besten Jahren führte Rodgers sein Team fast im Alleingang in die Playoffs und weiter. Ein Beispiel: In seinem erstem MVP-Jahr schafften es die Packers bis in die Divisional Round. Die Offensive zählte zu den besten der Liga und die Defensive? In der regulären Saison erlaubten sie die meisten Yards pro Spiel (411,6). Das war jahrelang kein allzu großes Problem mit einem Quarterback wie Rodgers. 

Packers-Defensive verbessert 

Mittlerweile nähert sich Rodgers dem Herbst seiner Karriere. Für "A-Rod"-Verhältnisse verlief die vergangene Saison eher unterdurchschnittlich. In 16 Spielen warf er einen Karriere-Niedrigwert (vorausgesetzt er absolvierte alle 16 Spiele) an Touchdowns (25) und erreichte mit 62,3% die zweitschlechteste Completion-Percentage (Anteil angekommener Pässe). 

Auch am ersten Spieltag der neuen Saison gegen die Chicago Bears kam die Packers-Offensive nie ins Rollen: "Ich habe nicht gut gespielt, das habe ich auch dem Trainer gesagt. Wir haben unsere Defensive in einige schwierige Situationen gebracht", kritsierte Rodgers seine eigene Leistung nach dem Match. 

Die Defensive der Packers antwortete mit einer überragenden Leistung. Angeführt von den Neuzugängen Za'Darius Smith (ein Sack) und Adrian Amos (eine Interception) hielten sie die Bears-Offensive bei drei Punkten. 

 

Aaron Rodgers - Götterdämmerung oder Erleichterung?

Die Jahre, in denen Aaron Rodgers zigtausend Yards und absurd viele Touchdowns werfen muss, um das Team alleine in die Playoffs zu tragen, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Und das ist sowohl für Rodgers als auch für die Packers von Vorteil. 

Rodgers gehört, trotz einer leichten "Verschlechterung" bei den reinen Zahlen, zweifelsfrei noch zu den besten Quarterbacks der Liga. Er muss das Spiel managen, mit der Offensive Zeit von der Uhr nehmen und lange Drives in Punkte ummünzen. Talentierte Playmaker wie Aaron Jones oder Davante Adams werden ihm dabei helfen. Die Defensive ist jung und gleichzeitig so gut, wie lange nicht mehr. Green Bay kann nun auch dank der Defensive Spiele gewinnen. 

Das ist neu für Aaron Rodgers und könnte etwas Druck von seinen Schultern nehmen. Er hat nach wie vor einen starken Arm. Er hat nach wie vor ein starkes Auge für Mitspieler und freie Räume.

Wenn ihm eine erstarkte Defense jetzt noch etwas Leichtigkeit verleiht scheint offensichtlich: In wichtigen Momenten wird Rodgers in Rodgers-Manier abliefern. Wenn es sein muss, mit Hilfe der "heiligen Maria".

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