Drohte zuerst einen Holdout an, erschien letztlich doch zum Trainingsauftakt... - Bildquelle: imagoDrohte zuerst einen Holdout an, erschien letztlich doch zum Trainingsauftakt: Dalvin Cook. © imago

München - Obwohl es in den vergangenen Monaten immer wieder Gerüchte aufkamen, dass Dalvin Cook das Trainingscamp aufgrund von stockenden Vertragsverhandlungen aussetzen könnte, meldete sich der Vikings-Star am Dienstag pünktlich zum Trainingsauftakt. 

Mit dem neuen Tarifvertrag zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft NFLPA dürften Holdouts ab sofort der Vergangenheit angehören. Dieser ist zwar noch nicht unterschrieben, doch die ausgehandelten Punkte aus dem März dürften schon bald ihre Gültigkeit haben.

Neuer CBA-Vertrag entscheidend - harte Strafen drohen

In "Artikel 8" des neuen Vertrags steht: "Einem Spieler wird keine anerkannte Saison angerechnet, wenn er bei einem Team unter gültigen Vertrag steht und sich nicht am Tag des vereinbarten Trainingsauftakts meldet."

Da die Spieler in der NFL erst in die Free Agency eintreten dürfen, wenn sie vier anerkannte Saisons gespielt haben, ist es ab sofort umso wichtiger, sich rechtzeitig beim Team zu melden, wenn sie das große Geld vor Augen haben. Stoßen sie erst später dazu, riskieren sie, noch ein weiteres Jahr unter ihrem Rookie-Vertrag spielen zu müssen.

Kittle, Mixon und Co. unter Zugzwang

Ähnlich wie Cook gehen auch andere Stars wie George Kittle, Joe Mixon und Alvin Kamara in ihr letztes Vertragsjahr und wären potenzielle Hold-Out Kandidaten. Alle drei Spieler sind in ihren Teams wichtige Säulen in der Offensive und können wohl im nächsten Jahr mit satten Vertragsverlängerungen rechnen.

Doch anders als bei Ezekiel Elliott, der die Dallas Cowboys durch seine Bedeutung im Team mehr oder weniger erpressen konnte, muss der Draftjahrgang von 2017 eher kleinere Brötchen backen. Sollten sie streiken, würden ihnen finanziell empfindliche Strafen drohen. Bis zu 40.000 US-Dollar pro fehlenden Tag im Trainingscamps können die Teams aufrufen.

Da Kittle, Cook, Mixon und Kamara bisher nur zwischen einer und zwei Millionen US-Dollar verdient haben, scheint ein langfristiger Holdout über mehrere Wochen aufgrund der hohen Kosten unwahrscheinlich. Durch die Senkung des Cap Space aufgrund der Coronakrise ab 2021, müssen die Spieler ohnehin mit weniger Geld rechnen. 

Vertragsgespräche bei Kamara und Kittle - Umdenken bei Mixon

"George Kittle ist zum Trainingsauftakt erschienen", wie Ian Rapoport vom "NFL Network" angibt: "Von seiner Seite wird es keinen Holdout geben, doch beide Seiten sind noch weit von einer Vertragsverlängerung entfernt." Kittle könnte mit seinem neuen Vertrag zum bestbezahlten Tight End der NFL aufsteigen. 

Auch bei Alvin Kamara lassen sich die Parteien noch nicht in die Karten schauen: "Ich werde das nicht öffentlich diskutieren", sagte der General Manager Mickey Loomis von den New Orleans Saints: "Das ist eine Sache zwischen dem Team und dem Spieler". Auch Alvin Kamara wird zum Trainingsauftakt erscheinen. 

Bei Joe Mixon scheint der neue Vertrag schon zu einem Umdenken geführt zu haben. Während er im April noch streiken wollte, sofern er keine Verlängerung erhält, wird nun auch er aufgrund der neuen Umstände zum Trainingsauftakt erwartet. 

 

Tarifvertrag gibt den Teams die Kontrolle bei den Verhandlungen

Es ist leicht zu erkennen, warum das Thema "Holdout" bei den Tarifverhandlungen eins der umstrittensten Themen zwischen Spielern und Team-Besitzer war. In Zukunft soll es den Spielern so schwer wie möglich gemacht werden, bei einem gültigen Vertrag nicht spielen zu müssen.

Sollten Spieler in Zukunft beim Trainingsauftakt erscheinen, doch sich weigern zu trainieren, können ihn die Teams ebenfalls die gespielte Saison aberkennen. Angegebene Verletzungen seitens der Spieler werden in Zukunft von unabhängigen Parteien untersucht. Damit sollen Alibi-Blessuren ausgeschlossen werden.

Für den Fall, dass ein Spieler unter dem Rookie-Vertrag streikt, sich aber im Nachhinein noch auf einen Deal einigt, kann der Klub die angedrohte Geld- oder Vertragsstrafe wieder zurücknehmen. Würde ein Spieler streiken, der bereits über seinen Rookie-Vertrag hinaus in der NFL spielt, müsste er trotz Einigung die verhängte Strafe akzeptieren.

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