Die Oakland Raiders mit Quarterback Derek Carr verpassten vergangene Saison ... - Bildquelle: 2015 Getty ImagesDie Oakland Raiders mit Quarterback Derek Carr verpassten vergangene Saison die Playoffs. © 2015 Getty Images

München - Ein Blick auf Deutschlands Straßen genügt, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Oakland Raiders eines der beliebtesten NFL-Teams hierzulande sind.

Das Logo der Franchise aus Kalifornien findet sich häufig auf T-Shirts und Kappen, auch bei jungen Fans. Zumindest das ist verwunderlich, liegen die letzten Erfolge der Raiders doch schon lange zurück.

Der letzte Super-Bowl-Gewinn der damaligen Los Angeles Raiders datiert aus dem Jahr 1983, das letzte Mal im Super Bowl standen sie - wieder als Oakland Raiders - 2002. Nach der deutlichen Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers folgte eine 13-jährige Durststrecke ohne Playoff-Teilnahme.

 

Zahlreiche Trainerentlassungen

Falsche Draftpicks, unglückliche Personalentscheidungen und zahlreiche Wechsel auf der Position des Head Coachs prägten diese Ära.

Im Oktober 2011 starb der langjährige Teambesitzer Al Davis, der die Franchise im Stile eines Alleinherrschers regiert hatte und dessen Führungsstil zahlreiche Trainer zum Opfer fielen. Seither führt Davis‘ Sohn Mark die Geschicke der Franchise, unter ihm hat eine neue Zeitrechnung begonnen.

Nicht wenige Experten nennen die Raiders als ein potenzielles Überraschungsteam der kommenden Saison.

Cooper bester Rookie-Receiver der Raiders

Das Team von Head Coach Jack del Rio hatte in der vergangenen Saison zwar nur eine Bilanz von sieben Siegen zu neun Niederlagen, aber vor allem der junge Quarterback Derek Carr und Wide Receiver Amari Cooper deuteten ihr großes Potenzial an.

Dem erst 21 Jahre alten Cooper gelang es als erstem Rookie der Raiders, Pässe für mehr als 1.000 Yards zu fangen. Als Nachrücker durfte Cooper sogar zum Pro Bowl.

"Amari Cooper ist wahrscheinlich der beste Receiver, gegen den ich je gespielt habe", sagte Eli Apple kürzlich. Der Cornerback von der Ohio State gilt selbst als möglicher Draft-Kandidat für die Raiders. Zumindest ist es wahrscheinlich, dass Oakland in der ersten Runde des Drafts die Defense weiter verstärkt.

Del Rio von neuen Spielern angetan

Ohnehin hat sich hier schon viel getan, die Raiders gelten als einer der Gewinner der Free Agency. Seattles Linebacker Bruce Irvin und Cornerback Sean Smith aus Kansas City wurden verpflichtet, für die Offensive Line kam Kelechi Osemele von den Baltimore Ravens.

"Sie passen großartig zu uns", sagte Del Rio: "Die drei sind große, starke Spieler mit einer guten Einstellung."

Das Gesicht der Defense bleibt aber Khalil Mack. Mit 25 Jahren ist Mack ebenfalls noch jung, weist aber bereits bemerkenswerte Statistiken auf. Im vergangenen Jahr gelangen ihm gegen die Denver Broncos fünf Sacks in einer Partie, was die Einstellung eines Franchise-Rekords bedeutete.

Lob für Mack und Carr

Außerdem wurde Mack als Linebacker und Defensive End zum All Pro ernannt - ein in der NFL-Geschichte bislang einmaliger Vorgang.

"Denver ist froh, dass sie Von Miller haben", sagte Del Rio: "Wir sind froh, dass wir Khalil haben."

Froh sind die Raiders auch, Quarterback Carr zu haben. Der 24-Jährige schaffte in seiner zweiten Saison den Durchbruch und könnte das Gesicht der Franchise werden. "Er hat sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert", sagte Del Rio: "Du musst einen Quarterback finden, der eine Franchise anführen. Und ich glaube, wir haben ihn gefunden."

Ziehen die Raiders nach Las Vegas?

Ob Carr die Raiders aber weiter in Oakland anführen wird, ist offen. Immer wieder gibt es Gerüchte um einen Umzug nach Las Vegas, auch auf den Standort Los Angeles hatten sich die Raiders neben den Rams beworben.

Sollten die Raiders tatsächlich zum dritten Mal in ihrer Geschichte umziehen, wäre dies für die einzigartige Fanszene in Oakland eine Katastrophe.

Die "Raider Nation" entstand nach der Rückkehr von L.A. nach Oakland und ist mit ihren schrillen Kostümen in der NFL einzigartig.

Del Rio dürfte es herzlich egal sein, wo sein Team letzte beheimatet ist. Der Head Coach will die jungen und talentierten Spieler zum Erfolg führen.

Mission Playoffs

"Wir haben eine Mission", sagte der 52-Jährige: "Letztes Jahr ging es darum, mithalten zu können. Dieses Jahr wollen wir einen Schritt weiter sein."

Die erste Playoff-Teilnahme nach 14 Jahren dürfte das große Ziel sein. Der dreifache Super-Bowl-Champion will Schritt für Schritt zurück zu alter Stärke kommen.

Und die Vorzeichen dafür sind nicht schlecht. Die Kappen und Shirts mit dem Raiders-Logo dürften auf Deutschlands Straßen in den nächsten Jahren nicht weniger werden.

Christian Stüwe

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