Hat den Bogen bei den Raiders komplett überspannt: Antonio Brown - Bildquelle: Getty ImagesHat den Bogen bei den Raiders komplett überspannt: Antonio Brown © Getty Images

München/Oakland - Nach einer Offseason voller Eskapaden prüfen die Oakland Raiders derzeit, ob sie Antonio Brown suspendieren oder gar entlassen sollen.

"ProFootballTalk" zitiert aus einer vorliegenden Vertragskopie, die überraschende Einzelheiten an den Tag legt. So besitzt der 31-Jährige einen Unterschriftsbonus über eine Millionen Dollar. Dieser ist jedoch als Workout Bonus für die Jahre 2019 und 2020 zu gleichen Teilen angelegt.

Hierzu wird eine liganahe Quelle benannt, die sich auf die Spielergewerkschaft der Liga (NFLPA) bezieht und behauptet, dass Brown zum Erreichen dieser Boni an mindestens 85 Prozent der Programme der Franchise in der Franchise teilnehmen musste. Dies ist nicht der Fall, wodurch der Wide Receiver bisher keine müde Mark von den Raiders kassiert hat.

Verliert Brown jegliche Gehaltsansprüche?

Dem Bericht zufolge sollen die verbleibenden Garantien in Höhe von 29,625 Millionen Dollar (Gehalt 2019, Trainingsbonus 2020, Gehalt 2020) im Falle einer Suspendierung aufgehoben werden können.

Doch damit nicht genug. Brown könnte auch ohne Suspendierung alle Garantieansprüche verlieren, da er für unentschuldigtes Fernbleiben vom Training bereits mit 53.950 Dollar bestraft wurde. Eine entsprechende Vertragsklausel bestätigt, dass Brown dadurch "in Verzug ist und die Skill-, Verletzungs- und Cap-Garantien damit null und nichtig sind". Der Spieler könnte damit nur noch "Gehalt auf wöchentlicher, nicht garantierter Basis verdienen".

Können die Raiders Brown ohne Dead Cap entlassen?

Brown besitzt bei den Raiders einen Dreijahresvertrag. Im Falle einer Entlassung würden 2019 grundsätzlich 30,125 Millionen Dollar an Dead Cap entstehen, 2020 dann noch 15,167 Millionen Dollar - unter eine Million 2021 kann vernachlässigt werden.

Hierbei gilt jedoch analog zu den Garantieansprüchen im Falle einer Suspendierung: Brown hat seine Vertragspflichten nicht erfüllt und ist somit im Verzug. Heißt: Die Raiders könnten ihn ohne Verlust cutten.

 

Geht jetzt alles ganz schnell?

Browns Agent Drew Rosenhaus betonte zwar, dass es nicht zu spät sei, die Beziehung zu retten. Nach derzeitigem Stand sieht es allerdings nicht nach einer Schlichtung aus.

Brown könnte und wird gegen eine mögliche Suspendierung wohl Einspruch einlegen. "ESPN" bringt die Möglichkeit einer beschleunigten Beschwerde der Browns-Anwälte ins Spiel, um eine ausgesetzte Suspendierung anzufechten. Dies würde bedeuten, dass die Klage innerhalb von sieben Tagen angehört werden würde.

Kommt es zur Entlassung, ist mit einer schnellen gerichtlichen Einigung aber nicht zu rechnen, wie aktuelle Beispiele zeigen. Die Rechtsstreite zwischen NFL und Ezekiel Elliott, wegen dessen Sperre aufgrund häuslicher Gewalt, dauerte drei Monate. Der Prozess um Tom Brady in der Causa "Deflategate" gar eineinhalb Jahre.

Wohin auch immer sich die Akte Brown entwickelt - es sind alles andere als positive Vorzeichen für den Saisonstart der Raiders in wenigen Tagen gegen die Denver Broncos im Monday Night Game.

Daniel Kugler

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