Clelin Ferrell will eine Ära prägen. - Bildquelle: imago images / Icon SMIClelin Ferrell will eine Ära prägen. © imago images / Icon SMI

München/Oakland – Möchte man Clelin Ferrell auf die Palme bringen, möchte man ihm einen mitgeben, ihn ärgern, muss man nicht mal groß in die Kiste mit den bösen Schimpfwörtern greifen. 

"Rookie" reicht. 

Für den Nummer-vier-Pick ist das eine echte Beleidigung. Man muss dazu sagen: Ferrell ist alles, aber kein typischer Frischling. Eher der Typ Anführer.

 

Für ihn schwingt beim Wort Rookie ein negativer Klang mit. "Dass man im Hintergrund sitzt, auf die Chance wartet und nicht heraustritt um zu zeigen, was man kann, dass man unbedingt spielen will", sagte er: "Ich will mich messen. Dafür muss man körperlich sein, man muss kommunizieren, den Ton angeben, den Standard setzen und den Job machen. Das ist alles."

Attribute eines Anführers

Alles? Das sind Attribute eines Anführers, nicht unbedingt die eines Rookies. Was daran liegen könnte, dass seine Eltern zusammen 46 Jahre bei der US Army gedient haben. 

Das färbt ab. Die Erziehung war kein Drill, aber auf der Militär High School lernte er früh, was Verantwortung ist, was Führungsqualitäten sind. 

"Wie man andere motiviert, wie man fokussiert auf ein gemeinsames Ziel bleibt", so Ferrell. Dabei kam er als Rebell, mit wenig Disziplin, er hatte eigentlich gar keine Lust, "ich hasste die ersten beiden Jahre", gab der Defensive End zu. Doch er lernte.

Harte Schule auch Zuhause

Und dann ist da ja noch seine Familie. Er war das Nesthäkchen. Bei acht Geschwistern war es für ihn auch Zuhause eine harte Schule. "Ich war das Baby, deshalb haben alle gedacht, ich sei verwöhnt. War ich nicht. Meine Brüder und Schwestern waren hart zu mir."

"Ich kann mich an keinen Rookie erinnern, der so viel labert wie Ferrell", sagt sein Mentor.

Wer das sein könnte? Genau, Vontaze Burfict.

"Ich bin ein Teamplayer", betont Ferrell: "Die Veteranen sind wie große Brüder für mich. Sie wissen was es braucht, um in dieser Liga zu sein, sonst wären sie nicht hier."

Er hat ganz genaue Vorstellungen. Bei den Clemson Tigers gehörte er zu der letztjährigen, legendären Defensive Line, auf dem College kam zu den Führungsqualitäten noch die Siegermentalität hinzu. Dieses Ur-Selbstvertrauen, das unzerstörbar erscheint. Ein Selbstverständnis, das unerschütterlich ist.

Was sagt er den Kritikern, die sagen, dass der vierte Pick im Draft für ihn viel zu hoch war?

Ferrell: "Komm in zehn Jahren nochmal, am Ende meiner Karriere, und sag mir, ob es der Pick wert war."

"Wollen, dass es andauert"

Er will etwas hinterlassen, etwas prägen. 13 Sacks schaffte die Defense der Raiders 2018. Ferrell will diese Zahl "zerstören". Es gehe aber nicht nur um das Gewinnen, so Ferrell, "sondern wie man gewinnt. Es geht nicht darum, einen Titel zu holen. Wir wollen, dass es andauert. Wir wollen neue Höhen erreichen."

Aber klar: Spaß muss natürlich auch sein. Deshalb hat Ferrell auch kein Problem damit, wenn er in der ersten Folge der NFL-Doku Hard Knocks (am 9. und 16. September nach den Live-Spielen) mit Jonathan Abram auf Pferden reitet. 

Seit dieser Szene haben die beiden bei vielen Fans schon ein Stein im Brett. Romantisch halt, so reitende Rookies.

Sorry.

Andreas Reiners

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