Thomas Schaffer könnte beim NFL Draft 2021 in einer späten Runde gepickt wer... - Bildquelle: imago/ZUMA PressThomas Schaffer könnte beim NFL Draft 2021 in einer späten Runde gepickt werden © imago/ZUMA Press

München - Der Lebenstraum ist für Thomas Schaffer zum Greifen nahe.

Der Österreicher könnte beim Draft 2021 (in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ab 1:45 Uhr auf ProSieben MAXX und ran.de) von einem NFL-Team verpflichtet werden.

"Es ist definitiv Interesse von einigen Teams da", verriet der 24-Jährige im Gespräch mit der Austria Presse Agenture ("APA").

Dies ist keine große Überraschung: Der Defensive End von den Stanford Cardinals hat in der Saison 2020 ordentlich aufgedreht.

In nur sechs Saisonspielen kam der Wiener auf 20 Tackles, vier Tackles for Loss und drei Sacks. Kein anderer Spieler seiner Universität riss den gegnerischen Quarterback so häufig zu Boden.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass er seine Qualitäten nicht in mehr Saisonspielen unter Beweis stellen konnte. Corona machte ihm einen Strich durch die Rechnung. "Das hat mir generell geschadet", verriet er in einem Interview mit dem "Stoned Lack Fantasy Football Podcast."

"Ich bin in jedem Spiel besser geworden"

"Mein Coach hat gesagt, dass ich in jedem Spiel besser geworden bin. Die ersten beiden Spiele waren schon gut. Ab dem dritten Spiel bin ich dann in ein anderes Level hochgefahren. Was hätte ich machen können, wenn wir noch sechs Spiele mehr gehabt hätten?" Allzu lange möchte er sich mit diesem Gedanken allerdings nicht beschäftigen: "Ich habe genug auf das Tape gebracht, sodass ich mit einem guten Gefühl in den Draft gehe."

Neben seinen Statistiken aus der vergangenen Saison dürften seine Körpermaße das Interesse einiger NFL-Teams wecken. Schaffer kommt bei einer Körpergröße von 2,01 Meter auf 136 Kilogramm. 

Da ist es kaum verwunderlich, dass aus ihm ein Footballspieler wurde. "Ich war mit 13 Jahren schon 1,95 Meter groß. Ich war viel zu groß für alle Sportarten und habe nichts gefunden, was funktioniert hat", erzählt er.

Als sein Cousin ihn eines Tages mit zum Footballtraining nahm, begann der rasante Aufstieg. Mit 15 Jahren spielte er bereits für die österreichische Junioren-Nationalmannschaft. Dies weckte das Interesse der großen Universitäten.

Schaffer war am College ein österreichischer Pionier

Schaffer ist der erste Österreicher, der in der höchsten College-Spielklasse aktiv gewesen ist. Nun könnte er auch noch der erste österreichische Athlet werden, der beim NFL Draft ausgewählt wird.

Sandro Platzgummer von den New York Giants ist momentan der einzige Österreicher, der einen Vertrag in der NFL besitzt. Der Running Back gelangte über das International Player Pathway Program in die NFL, wartet allerdings noch auf seinen ersten Einsatz in einem regulären Saisonspiel. 

Über das selbe Programm versuchen nun auch der österreichische Tight End Bernhard Seikovits und der Defensive Liner Leonel Misangumukini, sich einen Platz in der NFL zu erkämpfen.   

In den 1970er und 1980er Jahren gab es in Toni Fritsch, Toni Lienhart und Raimund Wersching bereits drei österreichische Kicker in der NFL. Allerdings wurde keiner von ihnen beim NFL Draft ausgewählt.

Schaffer hofft auf Pick ab der 4. Runde

Ob Schaffer mehr Glück bei der Talentziehung haben wird? "Es braucht nur ein Team, das sich in mich verliebt", sagt er.

Seine Hoffnung ist, dass er zwischen den Runden 4 und 7 gepickt wird (Samstag ab 17:55 Uhr im Livestream auf ran.de): "Generell habe ich eine gute Chance, weil ich eben so lang und athletisch für die Größe bin. Das ist sehr attraktiv für die Teams." 

Umso bedauerlicher, dass er beim Pro Day seiner Universität nicht sein komplettes Können unter Beweis stellen konnte. Aufgrund einer Knieverletzung musste er die Sprint-Übungen auslassen. Ob dies seinem Ansehen geschadet hat? 

"Ich fühle mich als Underdog, das ist aber nicht unbedingt schlecht", sagte er bei "Draft Diamonds" über seine Rolle. "Ich war immer der jüngste in meiner Mannschaft. Ganz gleich ob es im österreichischen Nationalteam oder in der Meisterschaft. Die Underdog-Mentalität ist etwas, das mich motiviert."

Er hätte auch kein Problem damit, sich notfalls als ungedrafteter Rookie einen Platz im Kader eines NFL-Teams zu erkämpfen. "Einige der besten Spieler in der NFL sind undrafted gewesen", sagt er. "Was wirklich zählt, ist aber die Leistung in den Camps."

Oliver Jensen

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