Bill Belichick: Wie sieht sein Plan B aus? - Bildquelle: imago images/UPI PhotoBill Belichick: Wie sieht sein Plan B aus? © imago images/UPI Photo

München – Noch einmal wird es Bill Belichick nicht passieren. Bestimmt nicht. Ganz nebenbei: Das sollte es auch nicht.

Denn vor einem Jahr wurde die Trainer-Legende auf dem falschen Fuß erwischt. Da hatten die New England Patriots keine Antwort auf die Frage, wer Rob Gronkowski ersetzen soll.

Haben trifft es besser. Denn für das Problem gibt es bis heute keine adäquate Lösung.

Erstmals Free Agent

Natürlich werden die Patriots bei Tom Brady nicht aus allen Wolken fallen, wenn sich der Quarterback-Superstar nach 20 Jahren für einen Abschied aus Foxborough entscheidet. 

Er wird im März bekanntlich erstmals ins seiner Karriere Free Agent. Der Spannungsbogen bis zur endgültigen Entscheidung überstrahlt seit Wochen alles andere, was auf dem Free-Agent-Markt so los ist. Und das ist eigentlich nicht wenig.

Doch die Vorstellung, dass Brady 2020 in einem anderen Trikot spielen könnte, elektrisiert. Und nicht wenige Experten halten dieses Szenario inzwischen für wahrscheinlicher als eine Vertragsverlängerung des 42-Jährigen. Diese Entscheidung dürfte die NFL kurz mal aus den Angeln heben, doch für die Beteiligten gilt: kühlen Kopf bewahren.

Heißt: Brady zu halten ist zwar laut Besitzer Robert Kraft weiterhin der Plan, doch natürlich benötigt ein Team wie die Patriots mit den eigenen, hohen Ansprüchen einen Plan B.

Einen guten. Einen, der im Idealfall sofort zündet.

Eine Lösung wäre bereits im Kader: Brady-Backup Jarrett Stidham, der 23-Jährige wurde 2019 in der vierten Runde gedraftet. Er heimste in der Vorbereitung 2019 ein dickes Lob von Belichick ein. 

Was ihn aber nicht automatisch für den Starter-Job qualifiziert. Ist er dafür bereit? Bereit für die großen Fußstapfen? Für den Druck, die Erwartungen? Das ist komplett offen. Er wäre als Rookie in jedem Fall eine günstige Lösung, aber wohl eher keine für einen kurzfristigen Angriff auf den Super Bowl.

Fest steht: Die Waffen der Patriots sind eher stumpf, aktuell "nur" rund 30 Millionen Dollar an Cap Space stehen für Spieler zur Verfügung. Geld, das man zum Großteil für einen Top-Quarterback benötigen würde.

Wie Teddy Bridgewater zum Beispiel, der, nachdem Drew Brees für eine weitere Saison zu den New Orleans Saints zurückkehren wird, ein äußerst begehrter, allerdings auch nicht ganz günstiger Free Agent wird.  

Routinier für Routinier

Der 27-Jährige hat 2019 als zwischenzeitlicher Brees-Ersatz bewiesen, was er kann. Er wäre zudem eine langfristige Lösung, um ihn herum könnte Belichick das Team in den kommenden Jahren auf- beziehungsweise umbauen.

Dann wäre da noch Philip Rivers. Mit 38 Jahren ähnlich erfahren wie Brady. Ohne Super-Bowl-Sieg, aber immer noch auf hohem Niveau spielend. Routinier für Routinier. Die Übergangslösung für ein, zwei, vielleicht drei Jahre, bis ein Umbruch unvermeidbar sein dürfte. 

Auch zu haben ist Andy Dalton, den die Cincinnati Bengals loswerden wollen. Im Normalfall ist die generelle Verfügbarkeit aber auch der einzige Grund, dass der 32-Jährige zum Kreis der Kandidaten zählt. Schwer vorstellbar, dass er Bradys Erbe antritt.

Dann schon eher Matthew Stafford, der zuletzt immer wieder mit einem möglichen Trade in Verbindung gebracht wurde, auch wenn die Detroit Lions dementieren.

Auch Cam Newton dürfte bei den Carolina Panthers auf der Verkaufsliste stehen.

Da die Las Vegas Raiders als mögliches Brady-Ziel genannt werden, wird automatisch auch deren Quarterback Derek Carr als Kandidat für die Patriots genannt.

Das gleiche Szenario gibt es bei den Tennessee Titans. Auch dort wird Brady gehandelt, womit Ryan Tannehill in den Fokus rücken könnte.

Was passiert beim Draft?

Und dann wäre da noch der Draft (in der Nacht vom 23. auf den 24. April live auf ProSieben MAXX und ran.de), bei dem die Patriots im April in Las Vegas in der ersten Runde an 23. Stelle dran sind. Mit der Möglichkeit, nach oben zu traden, könnte sich Belichick ein Top-Talent sichern, die Klasse von 2020 ist gut besetzt.

Allerdings dann nicht als unmittelbaren Thronfolger, sondern langfristig gesehen. Plan C sozusagen.

 

Klar ist: Brady ist der entscheidende Dominostein, auf seiner Personalie bauen in dieser Offseason die restlichen Entscheidungen der Pats auf. 

Deshalb ist der Plan B auch so wichtig. Und deshalb wird es Bill Belichick sicher nicht noch einmal passieren. 

Andreas Reiners

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