Patrick Donahue (mi.) spielte gemeinsam mit Moritz Böhringer (li.) bei den S... - Bildquelle: imago/EibnerPatrick Donahue (mi.) spielte gemeinsam mit Moritz Böhringer (li.) bei den Schwäbisch Hall Unicorns. © imago/Eibner

München/Minnesota - Patrick Donahue spielte neben Moritz Böhringer bei den Schwäbisch Hall Unicorns und beeindruckte die NFL-Scouts durch seine starken Statistiken und seine Vielseitigkeit. In der GFL lief er unter anderem als Running Back, Receiver, Defensive Back und Safety auf.

Nun steht nach Böhringer auch der 25-jährige Amerikaner vor dem Sprung in die NFL. Donahue wurde den Green Bay Packers zu einem Mini-Camp eingeladen. Im Interview mit ran.de spricht er über seine Chancen in der stärksten Football-Liga der Welt und den Unterschied zwischen seiner Sportart in Amerika und Europa.

ran.de: Erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass Sie es in das Mini-Camp der Green Bay Packers geschafft haben. Wo sind Sie gerade und wie geht es Ihnen?

Patrick Donahue: Danke. Mir geht es natürlich super. Ich bin froh, dass ich die Chance erhalte, mein Können zu beweisen. Aktuell bin ich noch in Minnesota und am Donnerstag geht es schon los nach Green Bay.

ran.de: Dort werden Sie das erste Mal mit den Packers trainieren. Wie fühlen Sie sich vor so einem großen Karriereschritt?

Donahue: Ich bin einfach nur überglücklich. Aufgeregt bin ich aktuell noch nicht wirklich, aber das wird sicher kommen, wenn ich das erste Mal den Platz dort betrete.

ran.de: Wie kam es dazu, dass Sie jetzt die Chance bei den großen Green Bay Packers erhalten?

Donahue: Es gibt eine Draft-Website, die mich auf dem Schirm hatte. Und bevor ich mich versah, erhielt ich einen Anruf von den Packers. Dann ging alles ganz schnell. 

ran.de: Mit Moritz Böhringer hat einer Ihrer ehemaligen Teamkollegen bei den Schwäbisch Hall Unicorns bereits einen Rookie-Vertrag in der NFL unterschrieben. Was ist er für ein Typ?

Donahue: Ich freue mich natürlich sehr für Moritz. Er ist einfach so ein lieber Kerl und hat es mehr als verdient in der NFL dabei zu sein.

ran.de: Sie haben in der vergangenen Saison sogar bessere Zahlen (1.353 Yards, 17 Touchdowns) vorzuweisen als Böhringer. Welche Chancen rechnen Sie sich aus, es in der NFL zu schaffen?

Donahue: Oh, ich werde es schaffen! Ich habe mehr Erfahrung als viele andere Spieler, die an dem Camp teilnehmen. Ich muss es einfach schaffen.

 

ran.de: Bevor Sie nach Deutschland kamen, haben Sie im Amerika unter anderem am College gespielt. Was hat Sie dazu bewegt, in die GFL zu wechseln?

Donahue: Ich war mit meinem Traum noch nicht fertig. Ich wollte einfach noch nicht mit dem Sport aufhören, den ich so liebe. Meine einzige Chance bestand darin, nach Deutschland zu kommen und nicht aufzugeben. Es war das Beste, was ich machen konnte.

ran.de: Gibt es in europäischen Ligen viele Spieler, die den Sprung in die NFL schaffen könnten? Was raten Sie Spielern, die es in einem amerikanischen College-Team nicht schaffen?

Donahue: In Europa gibt es auf jeden Fall ziemlich viele gute Spieler, die es körperlich schaffen können. Es gab ja nicht umsonst die NFL Europe. Das Wichtigste ist, dass man nach einem Rückschlag nicht mit dem Football aufhört. Nach zwei Jahren ohne Training und Spielen ist es schwer, den Körper wieder auf das nötige Level zu bringen. Deshalb macht ein Schritt nach Europa einfach Sinn.

ran.de: Was ist der größte Unterschied zwischen College-Football und der NFL im Gegensatz zu europäischen Ligen wie der GFL?

Donahue: Viele der Spieler in den amerikanischen Ligen spielen einfach schon ihr Leben lang Football. Das ist in Europa oftmals anders. Daher gibt es einen großen taktischen Unterschied. So umfangreiche und komplizierte Playbooks wie in der NFL gibt es in europäischen Ligen eher selten.

ran.de: Was ist der schwierigste Schritt auf dem Weg in das Team der Packers?

Donahue: Definitiv das Playbook. Im Hinblick auf den Rest mache ich mir keine Sorgen. Ich weiß, dass ich es schaffen kann.

ran.de: In Deutschland wurden Sie auf mehreren Positionen eingesetzt, wo werden Sie wohl im Camp eingesetzt?

Donahue: Ich bin eine Waffe. Ich kann sowohl Slot, als auch Outside spielen. Wenn ich mich mit einem Spieler vergleichen würde, würde ich wahrscheinlich Percy Harvin nennen. Deshalb denke ich, dass ich als Receiver und in den Special-Teams zum Einsatz komme.

ran.de: Falls Sie den Sprung in das Roster der Packers schaffen, auf was freuen Sie sich am meisten?

Donahue: Es gibt kein falls, ich werde es definitiv schaffen und das ist natürlich ein wahrgewordener Traum. Es wäre einfach nur unglaublich, einen Pass von Aaron Rodgers zu fangen. Ich denke, er ist definitiv ein Hall-of-Fame-Quarterback.

ran.de: Da Sie jetzt wieder in Amerika sind, stellt sich natürlich die Frage: Was werden Sie an Deutschland am meisten vermissen?

Donahue: Ich werde vor allem meine deutsche "Familie" vermissen. All diejenigen, die mich in Deutschland lieben und denen ich etwas bedeute. Ich fand es beispielsweise einfach super, mit den Kindern in Schwäbisch Hall zu arbeiten. Auf dem Sportplatz konnte ich ihnen zu zeigen, dass alles möglich ist, was man erreichen will. Das vermisse ich wirklich sehr. Und wenn ich noch etwas sagen darf: Ich wünsche all meinen Müttern einen frohen Muttertag.

Christian Leukel

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