Matt Moore (links) könnte Patrick Mahomes vertreten - Bildquelle: imagoMatt Moore (links) könnte Patrick Mahomes vertreten © imago

München/Denver - Es ging nur um ein einziges Yard - das war alles, was die Kansas City Chiefs im zweiten Viertel beim 30:6-Sieg bei den Denver Broncos brauchten, um ihren Drive am Leben zu halten.

Andy Reid ordnete einen Quarterback Sneak an - mit Erfolg. Patrick Mahomes erlief den nötigen Raumgewinn - doch dieser eine Yard könnte die Chiefs teuer zu stehen kommen.

 

Denn Mahomes, der MVP der vergangenen Saison und einer der größten Stars der Liga, verletzte sich am Knie - die Bilder lassen nichts Gutes erahnen. "Sein Knie sah nicht mehr wie ein Knie aus. Es sah total verdreht aus. Ich kann es gar nicht beschreiben", berichtete Star-Tight-End Travis Kelce. "Wir haben es gesehen und und uns nur gedacht: 'Oh Mann, irgendwas stimmt nicht mit ihm."

Wide Receiver Demarcus Robinson beschrieb es als "deformiert".

Laut NFL-Insider Ian Rapoport hat sich der 24-Jährige die Kniescheibe ausgerenkt. Wie lange Mahomes ausfällt hängt davon ab, ob Bänder im Knie beschädigt sind. Eine genaue Diagnose steht noch aus.

Im besten Fall könnte Mahomes nach rund drei Wochen wieder zum Team stoßen. Im schlimmsten Fall fällt er für den Rest der Saison aus. Die Chiefs müssen dementsprechend auf der Quarterback-Position reagieren.

Matt Moore ist ein erfahrener Backup-Quarterback

Kann Mahomes in dieser Saison nochmal auflaufen, werden die Chiefs vermutlich auf Backup Matt Moore setzen. Der 35-Jährige machte seine Sache gegen die Broncos solide. Er brachte zehn seiner 19 Pässe für 117 Yards Raumgewinn an den Mann und warf einen Touchdown-Pass.

Reid ist einer der besten Offensiv-Coaches der NFL und mit Waffen wie Tyreek Hill oder Travis Kelce kann man auch Moore zutrauen, das eine oder andere Spiele zu gewinnen. Allerdings müssten die Chiefs selbst dann noch einen Backup für Moore verpflichten - oder Kyle Shurmur aus dem Practice Squad hochziehen.

Moore geht immerhin schon in seine zwölfte NFL-Saison. Bei den Miami Dolphins durfte er 2011 in zwölf Partien sogar auch als Starter ran. In insgesamt 13 Einsätzen kamen 60,5 Prozent seiner Pässe an, er erzielte 2497 Yards Raumgewinn und warf 16 Touchdowns bei 9 Interceptions.

Unfreiwillige Berühmtheit erlangte er in seiner Dolphins-Zeit, als er Opfer eines Monster-Hits von Steelers-Profi Bud Dupree wurde.

 

Moore ist ein Platzhalter, der kompetent genug ist, um für ein paar Spiele in die Bresche zu springen - mehr aber auch nicht. Sollte Mahomes für längere Zeit ausfallen oder die Chiefs doch größere Zweifel an Moores Fähigkeiten haben, müsste das Team wohl eine drastischere Maßnahme in Betracht ziehen. 

Traden die Chiefs für einen neuen Starter?

Das Team könnte für einen neune Starting Quarterback traden. Die meisten Teams werden ihren Starter mitten in der Saison nicht abgeben, aber ein Team wie Washington oder Miami, die ohnehin kaum noch Chancen auf die Playoffs haben, könnten gesprächsbereit sein.

 

Ryan Fitzpatrick wäre eine Option. Der Dolphins-Quarterback hat reichlich Erfahrung als Starter - und Miami konzentriert sich ohnehin auf den Draft 2020. Washington könnte Colt McCoy oder Case Keenum abgeben. Keenum führte die Minnesota Vikings in der Saison 2017 immerhin zu einer Bilanz von 13-3 und bis ins NFC Championship Game.

Eine weitere Option wäre Marcus Mariota, der zuletzt seinen Starter-Job bei den Tennessee Titans an Ryan Tannehill verloren hat. Zwar verlief Mariotas Karriere bisher enttäuschend - möglicherweise kann Reid aber ja mehr von dem Potenzial realisieren, für das der ehemalige Oregon-Quarterback einst an Position zwei im Draft 2015 ausgewählt wurde.

Vielleicht kann Reid ja auch Eli Manning einen Wechsel zu den Chiefs schmackhaft machen. Der Giants-Quarterback muss aktuell zuschauen, da New York auf Rookie Daniel Jones setzt. Ein Engagement als Mahomes-Vertreter könnte für den zweimalige Super-Bowl-Sieger verlockend sein. Der 38-Jährige besitzt aber eine No-Trade-Klausel, er kann also selbst entscheiden, ob er bei einem passenden Trade-Angebot wechseln will.

Der Free-Agent-Markt für Quarterbacks ist dünn

Der Free-Agent-Markt für Quarterbacks ist aktuell sehr dürftig. Die geläufigsten Namen sind noch Cody Kessler und Matt Cassel - keiner von beiden wäre wohl wirklich ein Upgarde zu Moore.

Auch der Name Colin Kaepernick geistert wieder durch die Sozialen Medien. Allerdings hat der ehemalige 49ers-Quarterback, der wegen seines Hymnen-Protest polarisiert, seit 2016 kein Spiel mehr bestritten. Eine NFL-Rückkehr erscheint aktuell eher unwahrscheinlich.

Sollte Mahomes doch länger ausfallen, könnten die Chiefs auch geduldig bleiben und keinen neuen Starter verpflichten. Sie könnten auf Matt Moore vertrauen und im nächsten Jahr mit einem gesunden Mahomes einen neuen Angriff auf den Super Bowl starten. Gleichwertig zu ersetzen, ist Mahomes ohnehin nicht. 

Julian Huter

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