Philip Rivers hat gegen Tom Brady eine Bilanz von 0-7 vorzuweisen - Bildquelle: Getty Images/ran.dePhilip Rivers hat gegen Tom Brady eine Bilanz von 0-7 vorzuweisen © Getty Images/ran.de

München/Los Angeles - Nach dem letzten Playoff-Duell mit den New England Patriots saß Philip Rivers mit leerem Blick auf der Bank an der Seitenlinie. Im AFC Championship Game der Saison 2007 hatte der Quarterback alles riskiert, um die bis dahin ungeschlagenen New England Patriots zu besiegen. Eigentlich hatte sich Rivers zuvor das Kreuzband gerissen, doch er spielte trotzdem und setzte damit vielleicht sogar seine Karriere aufs Spiel.

Die Presse bewunderte ihn für diesen Auftritt: "Ich glaube nicht, dass irgendjemand Philip Rivers jemals beschuldigen wird, weich zu sein", schrieb der "Orlando Sentinel". "Er ist da raus gegangen und hat sein Knie und damit auch seine Karriere riskiert. Das wird als einer der mutigsten Auftritte in die Playoff-Geschichte eingehen", war im "San Diego Union Tribune" zu lesen. Zum Sieg hat es dennoch nicht gereicht. Die Patriots gewannen mit 21:12 und Philip Rivers kam seinem ersten Meisterschafts-Ring nie wieder so nah. Bereits im Jahr zuvor hatten die Patriots die Chargers in der Divisional Round ausgeschaltet.

 

Zahlen wie ein Hall of Famer   

Rund elf Jahre später hat der heute 37-Jährige also die Chance, spät Revanche zu nehmen (Sonntag, ab 18 Uhr auf ProSiebenMAXX und im Livestream auf ran.de). "Das ist super. Ich freue mich auf dieses Spiel, natürlich ist es etwas Besonderes", sagte Rivers. Für ihn persönlich geht es nicht nur um den Einzug ins AFC Championship Game es geht auch um sein Vermächtnis in der NFL, um seinen Status in den Geschichtsbüchern der Liga.

Rivers legt seit Jahren hervorragende individuelle Statistiken auf. Er befindet sich momentan auf Platz acht, bei den All-Time-Passing-Yards, achtmal wurde er in den Pro Bowl gewählt. In den Jahren, in denen er der Starter seines Teams war (2006-2018) kommt er in der Regular Season im Schnitt auf 4193 Passing Yards, 28,8 Touchdowns und 13,6 Interceptions pro Saison.

Tom Brady kommt in seiner Zeit als Starter (2001-2018, ausgenommen 2008, das Jahr verpasste er mit einem Kreuzbandriss) auf durchschnittlich 4143 Yards, 30,4 Touchdowns und 10 Interceptions pro Saison. Statistisch sind die beiden Quarterbacks also gar nicht so weit von einander entfernt. Dennoch wird Rivers nie mit legendären Quarterbacks wie Joe Montana, Peyton Manning oder eben Brady gleichgesetzt. Der Grund: Ihm fehlt der Erfolg in der Postseason.

Stabilität bei Brady, ständiger Umbruch bei Rivers  

Rivers hat in seiner Karriere nur zehn Playoffspiele (Bilanz: 5-5) absolviert, Brady dagegen 37 (27-10). Jeder Quarterback, der in der Rangliste der All-Time-Passing-Yards vor Rivers steht, hat mindestens in einem Super Bowl gespielt. Zudem scheinen ausgerechnet die Patriots der Angstgegner des Chargers-Quarterbacks zu sein. Keines der sieben Aufeinandertreffen mit Tom Brady konnte der 37-Jährige für sich entscheiden. Den einzigen Sieg gegen die Patriots feierte er 2008, als Brady verletzungsbedingt passen musste. 

In der NFL wird der Quarterback häufig als der Hauptverantwortliche für Siege und für Niederlagen ausgemacht. Doch vergleicht man die Situation von Brady mit Rivers, fällt auf, dass Brady von deutlich stabileren Verhältnissen profitiert. Der 41-Jährige hat in seiner gesamten Karriere nur einen Head Coach gekannt: Bill Belichick, vielleicht der beste der NFL-Geschichte. Anthony Lynn ist bereits der vierte Head Coach unter dem Rivers spielt, seit er 2004 zu den Chargers kam. 

Dazu kommt der Umzug von San Diego nach Los Angeles. Dort müssen die Chargers ihre Spiele in einem Fußballstadion austragen, in dem häufig mehr Gäste- als Heim-Fans zugegen sind. Das scheint das Team aber zumindest für Spiele in der Fremde gestählt zu haben. Auswärts haben die Kalifornier eine Bilanz von 9-1. Allerdings ist New England im Gillette Stadium ebenfalls noch ungeschlagen (8-0). Die Chargers-Defense ist in diesem Jahr so stark wie lange nicht mehr. Rivers ist 37 Jahre alt, will er sein Image als Spieler, der in der Regular Season leere Statistiken auflegt, aber in den Playoffs nichts reißt, doch noch ablegen, ist das Spiel in Foxborough vielleicht schon seine letzte Chance.

Julian Huter 

Das Spiel der Los Angeles Chargers gegen die New England Patriots seht ihr Sonntag, ab 18 Uhr auf ProSiebenMAXX und im Livestream auf ran.de

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