John Schneider und Petet Carroll haben einmal den Super Bowl nach Seattle ge... - Bildquelle: 2014 Getty ImagesJohn Schneider und Petet Carroll haben einmal den Super Bowl nach Seattle geholt. © 2014 Getty Images

München/Seattle – Wissen konnte es im Januar 2010 natürlich niemand, ob es funktioniert. 

Wie auch? Risiko halt. Ein Vabanquespiel. Gehört dazu und ist völlig normal, wenn ein NFL-Klub sowohl einen neuen Trainer als auch einen neuen General Manager einstellt.

Auch Glück gehört dazu

Die Chemie muss stimmen, die Charaktere, die Philosophien. Es gehört auch Glück dazu, eine Kombination zu finden, die passt. Menschlich, aber auch fachlich. 

 

Und dann sollten die getroffenen Entscheidungen auch noch gut und sinnvoll sein, um den sportlichen Erfolg zu maximieren. Ganz simpel eigentlich, denn daran wird ein Duo in der Verantwortung eines Teams wie den Seattle Seahawks letztendlich gemessen.

Zehn Jahre später stehen Head Coach Pete Carroll und General Manager John Schneider bei den Seahawks vor ihrem Zehnjährigen. Eine "Ehe", die bis heute hält. 

Es ist eine Ehe, die seit 2010 einen Super-Bowl-Sieg sah, eine weitere Super-Bowl-Teilnahme, vier NFC-West-Titel und acht Playoff-Teilnahmen. Seit dem Start der Ära Carroll/Schneider haben nur die New England Patriots (141) und die Green Bay Packers (111) mehr Siege gefeiert als die Seahawks (110).

Keine schlechte Ausbeute für eine Zusammenarbeit, die eher ungewöhnlich begann. Denn als Schneider vor zehn Jahren zum Interview kam, stand Carroll als Trainer schon fest. Und Carroll wurde damals mit einigen Befugnissen ausgestattet.

Kurz gesagt: Er hat das letzte Wort. Funktioniert hat diese eher unübliche Struktur trotzdem, weil sich Schneider darauf einließ. Und Carroll auf Schneider.

Wenig Ego, viel Vertrauen

Das Geheimnis: Wenig Ego. Auf beiden Seiten. Und ganz viel Vertrauen in die Stärken des anderen.

"Wenn wir eine Entscheidung treffen wollen, kommen wir zusammen und finden einen Weg. Du unterstützt mich, ich unterstütze dich. Jemand muss irgendwo nachgeben und wir haben es getan. Wir haben das getan. Das ist wichtig“, sagte Carroll.

Einig wurden sie sich immer. Kompromisse. Mal der eine, mal der andere. Am Ende stand ein Konsens für den Klub.

Das beste Beispiel der funktionierenden Zusammenarbeit ist zugleich das Meisterstück: Russell Wilson.

Schneider überzeugte Carroll, den nur 1,80 Meter großen Quarterback 2012 in Runde drei zu draften. Er vertraute wiederum dem Trainer, als der ihn sofort zum Starter machte. Heute ist Wilson der bestbezahlte Spielmacher der NFL mit MVP-Qualitäten.

Oder Running Back Marshawn Lynch. 2010 nervte Carroll, ließ nicht locker, wollte "Beast Mode" unbedingt haben. Die Hartnäckigkeit und die Picks an die Buffalo Bills zahlten sich aus, Lynch wurde zu einem Gesicht des Teams. Seine spektakuläre Rückholaktion kurz vor Weihnachten könnte wieder ein Volltreffer werden.

"Großartige Arbeit geleistet"

"Man muss die Chemie von dem Moment an entwickeln, an dem man anfängt", sagte Carroll, der weiß, dass es nicht einfach ist, hinter den Kulissen alles immer unter einen Hut zu bekommen. Und dann auch noch erfolgreich zu sein. "Da haben wir großartige Arbeit geleistet", so Carroll.

In der Nacht zu Montag (ab 00.15 Uhr live auf ProSieben und ran.de) treten die Hawks nun in der Divisional Round bei den Packers an.

Um das Jubiläum der Zusammenarbeit standesgemäß zu feiern, muss ein Sieg her. Denn das Zehnjährige fällt auf den 19. Januar. An dem Tag finden die Championship Games statt.

So oder so: Manchmal lohnt es sich, ein Risiko einzugehen.

Andreas Reiners

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