Everson Griffen: Seltsames Verhalten bringt ihn ins Krankenhaus. - Bildquelle: imago/Icon SMIEverson Griffen: Seltsames Verhalten bringt ihn ins Krankenhaus. © imago/Icon SMI

München/Minnesota - Das Drama um Everson Griffen wird immer größer. Der Star der Minnesota Vikings leidet offenbar an starken psychischen Problemen. Probleme. Das geht aus einem Polizeibericht hervor, der einige seltsame Verhaltensweisen des 30-Jährigen offenbart. 

Hilferufe möglicherweise, Paranoia, Depressionen oder aber einen Nervenzusammenbruch, wie Bekannte vermuten. Das klären nun Ärzte im Krankenhaus, in dem sich Griffen inzwischen befindet. Bis er dort Hilfe bekam, ist allerdings eine Menge passiert.

Anstoß des Dramas, das sich über den halben Samstag zog, war sein Ausraster in einem Hotel, in dem er randaliert und Angestellte bedroht hatte. Daraufhin verständigte der Vikings-Sicherheitsbeauftragte Kim Klawiter die Polizei, bei Griffen Zuhause nach dem Rechten zu sehen. Griffen ist verheiratet und hat drei Kinder.

Klawiter erläuterte, dass sich Griffen seit Wochen seltsam benehme und er vermute, er habe einen Nervenzusammenbruch. So schlimm, dass die Vikings ihm sagten, er könne am Wochenende gegen die Buffalo Bills nicht spielen und solle seinen Kopf wieder freibekommen, erklärte Klawiter laut Polizeibericht weiter.

Auch Griffens Frau Tiffany berichtete von seltsamen Verhaltensweisen ihres Mannes. Er war am 16. September kommentarlos verschwunden. Er bekämpfe hin und wieder seine Dämonen, sagte sie. Nach seiner Rückkehr am 19. September kam es zum Streit, ehe er erneut verschwand.

An besagten Samstag, dem 22. September, kehrte er zurück und fragte seine Frau: "Wer ist gestorben?", um dann zu erklären, er brauche Hilfe. Als seine Frau ihm sagte, dass sie nicht verstehe, was er meine, sagte er, sie solle "sich verpissen".

"Seit ein paar Wochen wirkliche Probleme"

Leslie Pico, bei den Vikings für die Spielerentwicklung zuständig, erklärte der Polizei, dass Griffen "seit ein paar Wochen wirklich Probleme hat". Er verriet, Griffens Ehe stehe vor der Scheidung und im Training sei er "extrem reizbar" gewesen, habe rumgeschrien. Pico spricht von Paranoia.

Die Vikings hätten Griffen zudem vom Training freigestellt, um sich medizinische Hilfe zu suchen. 

Auch er berichtet von seltsamem Verhalten. So wollte sich Griffen mit Pico im Hotel treffen, um mit ihm zu reden, konnte sich bei dem Treffen aber nicht mehr daran erinnern, mit Pico sprechen zu wollen. Aber: Zu keinem Zeitpunkt hat sich für die Vikings offenbar ein Grund ergeben, sofort etwas zu unternehmen. Pico bestätigte der Polizei, dass er glaube, dass Griffen keine Gefahr für sich oder andere sei.

Letztendlich trafen die Beamten Griffen am Samstagnachmittag vor dessen Haus an. Dort schrie er herum, sprach wirr, von Gott und Menschen, die ihn angeblich töten wollen. Er stimmte zu, in ein Krankenhaus gebracht zu werden. Während der Fahrt sprang er jedoch aus dem Krankenwagen, weil er Angst hatte, dass ihn jemand erschießt. Er konnte am Ende dann doch von der Dringlichkeit überzeugt werden.

Vikings in Sorge

Die Vikings sind derweil in großer Sorge. Head Coach Mike Zimmer äußerte sich am Dienstag im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Spiel bei den Los Angeles Rams zu dem Vorfall. Fest steht: Griffen wird am Donnerstag nicht mitspielen können.

"Es geht darum, dass es ihm bald besser geht. In den fünf Jahren, in denen er bei uns ist, habe ich ihn immer geliebt. Unter dem Strich ist er ein guter Junge. Wir werden alles für ihn tun, und nicht nur die Spieler, sondern auch ihre Familien", sagte Zimmer.

Er erklärte zudem, er habe seit vergangener Woche keinen Kontakt mehr zu Griffen, der zuletzt beim 6:27 gegen die Buffalo Bills fehlte, wegen einer Knieverletzung aber sowieso nicht gespielt hätte. Vikings-Quarterback Kirk Cousins erklärte am Dienstag: "Wir wollen nur das Beste für Everson und seine Familie. Das ist unsere Einstellung."

Keine Frage: Griffen kann jede Unterstützung gebrauchen.

Andreas Reiners

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