Jimmy Garoppolo. - Bildquelle: imago images/UPI PhotoJimmy Garoppolo. © imago images/UPI Photo

München – Es gehört zum Geschäft, dass nicht alles Schwarz oder Weiß ist. Der zweite Blick zählt ebenso, oft auch der dritte. Erst dann ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild.

Ginge es nur nach Zahlen, müsste man bei Jimmy Garoppolo gar nicht erst diskutieren. 

Denn eine 21:6-Bilanz als Starter ist bei einem Quarterback absolut ordentlich, vor allem 2019 war es das, als es 10:2-Siege waren. Hinzu kommt, dass er sein Team auch noch in den Super Bowl führte (der dann verloren ging).

Der Mann müsste über jeden Zweifel erhaben sein.

Eigentlich der Hoffnungsträger

Gesetzt. Anführer. Ein Hoffnungsträger für die Zukunft. Eigentlich.

Bonbon: Das Ganze fabrizierte er auch noch nach einem Kreuzbandriss, einer langen Pause, Reha, Kampf und Krampf. Einer mit Comeback-Qualitäten also. Was seinen Status nur noch festigen sollte.

Schön wär’s.

Bei Garoppolo ist das anders. Das war es schon in der vergangenen Saison, als er trotz der beeindruckenden Siegesserie der San Francisco 49ers und einer insgesamt starken Saison alles andere als unantastbar war.

Die provokante Frage: Haben die 49ers den Super Bowl dank Jimmy G. erreicht? Oder nur mit ihm? 

Oder gar trotz Garoppolo?

Vorgehalten wurde ihm immer, dass er vor allem ein Game Manager sei, keiner, der ein Spiel an sich reißt, entscheidet. Keiner, der den Unterschied macht, auch wenn er sich mit seinen 28 Jahren noch entwickeln kann. Ja, Football ist ein Ergebnissport, aber natürlich gibt es da mehr als nackte Zahlen, entscheiden auf dem ganz hohen Niveau Nuancen.

Es ist nicht so schlimm wie bei Kirk Cousins, doch die Stimmung wirkte angesichts der Erfolge teilweise skurril. Und immer wieder wird dann auch Geld für Meinungsfreude genutzt, denn Garoppolo hatte vor zwei Jahren in San Francisco einen Fünfjahresvertrag über 137,5 Millionen Dollar unterschrieben. Ob er die Kohle wert sei war nur eine der zahlreichen zweifelnden Fragen.

Weiteres Futter für die Kritiker

Wie zum Beweis dient der Super Bowl gegen die Kansas City Chiefs. Das große Spiel, der besondere Abend, wie gemacht für die speziellen Momente. Wenn Legenden gemacht werden.

Leider lieferte Garoppolo seinen Kritikern weiteres Futter. 

Einer, der den Unterschied macht, hätte den Pass über 51 Yards bei 1:33 Minuten Restspielzeit und beim Stand von 20:24 zu Emmanuel Sanders gebracht und den Receiver nicht überworfen.

Kleinigkeiten mit großer Wirkung.

 

Wie auch die Tatsache, dass die 49ers in der Offseason über eine Verpflichtung von Tom Brady diskutiert haben. Die einen werten das als seriöse Arbeitsauffassung eines General Managers und Trainers einer Franchise, andere wiederum nicht wirklich als Vertrauensbeweis für Garoppolo.

"ESPN" hat jetzt in einer Analyse alle 32 NFL-Teams danach bewertet, wie sehr sie mit ihrem Quarterback „verheiratet“ sind, dabei geht es strikt um vertragliche Konstellationen, nicht um Statistiken.

Garoppolo landet dabei auf Platz 26.

Denn er kassiert 2020 zwar 23,8 Millionen Dollar, von denen 15,7 Millionen Dollar garantiert sind. 

Der essentielle Punkt: Nach 2020 ist vom Gehalt nichts mehr garantiert, eine Entlassung in der Offseason 2021 würde die 49ers sogar nur 2,8 Millionen Dollar an Dead Money kosten. 

49ers bleiben flexibel

Günstiger geht’s kaum. Und die Franchise bleibt personell flexibel.

Mit ein Grund dafür, warum "ESPN" von einer "Prove-it-Time" für Garoppolo schreibt, wenn die neue Saison losgeht. Zeit also für den 28-Jährigen, sich nochmals zu beweisen. 

Damit sich endlich ein schlüssiges Gesamtbild ergibt.

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