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München - Dieser Moment wird Daniel Jones noch lange begleiten.

Im Thursday Night Game gegen die Philadelphia Eagles hätte der Quarterback der New York Giants mit einem 88-Yard-Rushing-Touchdown brillieren können, stattdessen blamierte er sich bis auf die Knochen.

Mitte des dritten Viertels setzte der Spielmacher nur zwölf Yards vor der eigenen Endzone zu einem Monster-Lauf an. Jones rannte fast über das komplette Spielfeld, kein Spieler der Eagles konnte ihm folgen. Doch kurz vor der Endzone geriet er ins Straucheln, stolperte über seine eigenen Füße und stürzte zu Boden.

Touchdown-Fail geht in die Geschichte ein

"Ich wollte einfach noch schneller laufen, als ich ohnehin schon gelaufen bin, und wurde dabei eingeholt", sagte der 23-Jährige.

Dass die Giants noch im selben Drive einen Touchdown bejubeln konnten, war für Jones eine große Erleichterung. Dennoch: die Schmach für den Quarterback saß tief, und auch im Netz hagelte es einen hämischen Kommentar nach dem anderen.

Zudem brachte der Touchdown-Fail einen Eintrag in die Geschichtsbücher, auf den er wohl gerne verzichtet hätte. Seit 1975 hatte kein QB einen längeren Run absolviert, ohne dabei einen Touchdown zu erzielen.

Kritik an Giants wegen Draft-Pick

Seitdem Jones im vergangenen Jahr in der ersten Runde an Position sechs von den Giants gedraftet wurde, muss er mit den kritischen Augen im Big Apple zurecht kommen. Vor allem weil mit dem deutlich höher eingeschätzten Dwayne Haskins noch ein weiterer Quarterback verfügbar war, wurden die Giants für ihren Pick kritisiert.

Dazu kommt, dass es Jones als Nachfolger des legendären Eli Manning ohnehin nicht einfach hat.

Aber ist er wirklich so schlecht wie vermutet? Woran muss er noch arbeiten und was klappt bereits gut?

Zu viele Turnover

In seiner ersten Saison bei den Giants kam der heute 23-Jährige gleich 13 Mal zum Einsatz. Auf dem Scoreboard standen am Ende 3.027 Yards und 24 Touchdowns.

Doch die Anzahl der Turnover war enorm. Zwölf Mal warf er den Ball in die Hände des Gegners, zudem gingen 18 Fumbles auf sein Konto - kein Spielmacher in der NFL verursachte mehr.

Und auch in dieser Saison sieht es nicht besser aus: In bislang sieben Spielen warf der Passgeber fünf Touchdowns, allerdings auch sieben Interceptions. Zudem finden sich fünf Fumbles in seinen Stats wieder.

Mit einer Bilanz von 1:6 - auch das Spiel gegen die Eagles ging knapp verloren - sieht es für die Truppe aus New York in der schwachen NFC East äußerst mau aus.

Jones kassiert viele Sacks

Die Schuld dafür alleine bei Jones zu suchen, wäre falsch. Denn nicht alles, was der 23-Jährige macht, ist schlecht. Bei seinem Touchdown-Fail gegen Philly wurde laut "NFL's Next Gen Stats" eine Geschwindigkeit von 34,16 km/h gemessen. Kein Quarterback lief seit 2018 schneller.

Zudem hat er es mit seinen Mitspielern, vor allem mit der O-Line, nicht immer leicht. Bei mehr als 44 Prozent seiner Drop Backs wurde er massiv unter Druck gesetzt. Die inzwischen 20 Sacks in dieser Saison verwundern da kaum noch.

Stärken zeigte der Youngster zuletzt vor allem bei weiten Pässen. Sechs seiner zehn Passversuche für mehr als 20 Yards brachte er bei einem Mitspieler unter. 179 Yards und zwei Touchdowns sprangen dabei heraus.

Das Problem ist nur: Derartig weite Pässe spielen im Team von Head Coach Joe Judge kaum eine Rolle, und so fallen vor allem die vielen Turnover enorm ins Gewicht.

Judge und Garrett neues Trainer-Duo

Zudem kann das neue Trainergespann bislang nicht den gewünschten Input geben. Mit dem früheren Patriots-Trainer Judge als Head Coach, und Ex-Cowboys-Head-Coach Jason Garrett als Offensive Coordinator, sollte es für die Giants aufwärts gehen. Dies gelang jedoch nicht.

Damit der fehleranfällig Jones sein ganzen Potenzial entfalten kann, bräuchte es in Zukunft aber nicht nur eine deutlich stabilere O-Line, sondern auch mehr Anspielstationen als nur Darius Slayton. Ein derartiger Kaderumbau dauert in der Regel aber einige Jahre.

Für einen Verbleib des Quarterbacks könnte das zu lange dauern.

Franziska Wendler

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