Drew Lock konnte die in ihn gesetzten Erwartungen in Denver bislang nicht er... - Bildquelle: imago images/Icon SMIDrew Lock konnte die in ihn gesetzten Erwartungen in Denver bislang nicht erfüllen. © imago images/Icon SMI

München/Denver - Natürlich ist es noch viel zu früh im Jahr, um ernsthafte Schlüsse zu ziehen. Aber wenn man bedenkt, dass sowohl Teddy Bridgewater wie auch Drew Lock in der vergangenen Saison Starting-Quarterbacks waren und eben keine Rookies sind, ist es schon bedenklich, was derzeit aus Denver berichtet wird.

Am Montag durften Journalisten das Training beobachten, einer davon war Paul Klee, der in dem Podcast "Broncos Country Tonight" von seinen Eindrücken berichtete. "Ich habe die Quarterbacks an einem schlechten Tag erwischt", erzählte er: "Das sah nicht gut aus. Das Roster macht einen guten Eindruck. Aber Junge, die Quarterbacks machen mich nachdenklich."

Schon mehrfach wurde von Interceptions und Pick Six im Training berichtet. Während Bridgewater noch den etwas besseren Eindruck auf die Beobachter macht, scheint Lock völlig von der Rolle zu sein. Der Journalist Benjamin Allbright bezeichnete eine von Locks Interceptions als "tebow-esque", in Anspielung auf den früheren Denver-Quarterback und heutigen Jacksonville-Jaguars-Tight End Tim Tebow.

"Lockwater"-Duell erinnert an Kissenschlacht

Zur Verteidigung von "Lockwater“, wie das Duo in Denver zuletzt getauft wurde, muss festgehalten werden, dass die Broncos über eine der besten Secondarys der NFL verfügen. Vermutlich werden in der kommenden Saison auch Star-Quarterbacks Interceptions gegen die Broncos unterlaufen. Und gerade im Fall von Lock ist es nochmal mehr verständlich, dass dem 25-Jährigen derzeit nicht viel gelingen will.

Im vergangenen Sommer galt Lock noch als der kommende Franchise-QB, dem im Draft jede Menge Waffen für seine Offense verpflichtet wurden. Doch die Saison verlief enttäuschend, mit Bridgewater wurde daraufhin in der Offseason erster Konkurrent verpflichtet. Doch der erwartetete Kampf um den Starter-Job ist bislang eher eine "Kissenschlacht", wie Klee in seinem Text für die "Denver Gazette" schrieb. "Ich denke, es ist zu früh, ein Fazit zu ziehen. In die eine oder in die andere Richtung", gab sich Head Coach Vic Fangio diplomatisch.

Die Suche nach einem Franchise-QB zieht sich seit Jahren hin

Tatsächlich deutet aber vieles darauf hin, dass sich die Quarterback-Krise in Denver fortsetzen wird. Abgesehen von den drei Jahren mit Peyton Manning von 2012 und 2015 und dem Gewinn des Super Bowls in dieser Ära sind die Broncos im Prinzip seit dem Karriereende von John Elway 1998 auf der Suche nach einem Franchise-Quarterback.

Was in diesem Jahr besonders bitter ist, denn die anderen Mannschaftsteile machen durchaus Hoffnung auf eine starke Saison. Die Defense ist zweifellos eine der besten der NFL, die Offense ist mit jungen und explosiven Spielern besetzt. Fehlt eigentlich nur noch der passende Signal Caller.

Watson will angeblich nach Denver - Rodgers auch?

Im Umkehrschluss ist Denver aufgrund des vielversprechenden Rosters für wechselwillige Quarterbacks natürlich ein gutes Ziel. Broncos-Safety Kareem Jackson plauderte gerade erst aus, dass sein ehemaliger Team-Kollege Deshaun Watson großes Interesse habe, für die Broncos zu spielen. Und dann wäre da noch Aaron Rodgers, dessen Situation bei den Green Bay Packers nach wie vor ungeklärt ist.

Mit Rodgers wären die Broncos sofort ein Kandidat für den Super Bowl, der schon häufiger diskutierte Trade ist nach wie vor im Bereich des Möglichen. Denn die Broncos haben mit Manning schon einmal bewiesen, dass die Verpflichtung eines Star-Quarterbacks im Herbst der Karriere funktionieren kann. Der Lohn war damals Vince Lombardi Trophy im Super Bowl 50.

Christian Stüwe

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