NFL

Tight End wieder für Patriots aktiv

"Rachegefühle" und "Bürojob": Martellus Bennett spricht über emotionale Rückkehr

Am Donnerstag wurde Martellus Bennett bei den Green Bay Packers entlassen. Einen Tag später trainierte der Tight End wieder bei seinem Ex-Klub New England Patriots und feierte am Sonntag ein erfolgreiches Comeback. Danach sprach er offen über seine Gefühle und die ad acta gelegten Pläne nach der NFL.

13.11.2017 17:31 Uhr / ran.de / Marcus Giebel

Von Marcus Giebel

Denver / München - Für Martellus Bennett endete die vielleicht bewegendste Woche seiner NFL-Karriere mit dem überraschend deutlichen 41:16 seiner New England Patriots bei den Denver Broncos. Umringt von Reportern genoss der Tight End den Moment: "Es hätte mich aktuell nicht besser treffen können, als wieder mit den Jungs und dem Team zusammenzuarbeiten. Das ist der beste Ort für mich."

Es fiel Bennett sichtlich schwer, die Emotionen im Griff zu behalten. Zu viel war auf ihn eingeprasselt in den vergangenen dreieinhalb Tagen. Den Anfang machte seine für die Öffentlichkeit völlig überraschende Entlassung bei den Green Bay Packers am Donnerstag.

 

"Sechs oder sieben Ärzte konsultiert"

Auslöser dieses Schrittes war die schmerzende Schulter, die dem 30-Jährigen von Woche zu Woche mehr zu schaffen machte. "Ich habe sechs oder sieben Ärzte konsultiert und hatte schon das Gefühl, dass da etwas gemacht werden sollte", erklärte Bennett den Journalisten im Bauch des Mile High.

Doch zum Eingriff kam es nicht. "Nachdem ich das versucht hatte und entlassen wurde, hatte ich schon Rachegefühle", gestand der Zweitrunden-Pick des Draft 2008: "Da denkt man schon: 'Alles klar, so geht ihr damit um? Dann lasst uns spielen'"

Brady und Belichick haben angerufen

Das tat er am Sonntag also wieder für die Franchise, mit der er noch im Februar in Houston nach einer nie dagewesenen Aufholjagd den Super Bowl LI gewann. Nach der Entlassung hätte sich zuerst Quarterback Tom Brady bei ihm gemeldet, später habe Head Coach Bill Belichick angerufen.

 

Es war jedoch einiges an Überzeugungsarbeit nötig - weil Bennett sich ursprünglich wohl erst operieren lassen wollte. "Als er mir sagte, dass sie mich aufnehmen würden, dachte ich: 'Auf keinen Fall.'", gab Bennett Einblick in seine Gedankenwelt während des Telefonats mit Belichick: "Aber dann haben wir uns kurz unterhalten und er meinte: 'Lass mich kurz darüber nachdenken und dann melde ich mich wieder.'"

Schon Freitag wieder im Training

Offenbar wussten beide, was sie wollten und was sie aneinander haben würden. Denn keine 24 Stunden später trainierte Bennett wieder mit den Patriots - wenn auch wegen der Schulterschmerzen nur eingeschränkt.

Diese Entwicklung hätte der gebürtige Kalifornier nie für möglich gehalten, wie er offenbarte: "Jemand hat für mich mit Netflix gesprochen. Ich war bereit einen Bürojob anzunehmen. Verschiedene TV-Stationen wurden angefragt, ob ich dort anfangen könnte, weil ich dachte, dass es für mich vorbei ist."

Jagd auf die Vince-Lombardy-Trophy

Stattdessen fängt für Bennett nun die Jagd auf die Vince-Lombardi-Trophy erst wieder so richtig an - für die Packers ist der Zug Richtung Playoffs durch Aaron Rodgers' Schlüsselbeinbruch ja quasi schon abgefahren.

Und plötzlich will Bennett auch von seinem bereits angedeuteten Karriereende nach dieser Saison nichts mehr wissen. Der entsprechende Instagram-Post aus der Bye-Week ist bereits gelöscht. Was also kommt nach dieser Spielzeit? "Ich weiß es nicht. Ich genieße es hier zu spielen. Das Leben ist gut", strahlte der Bruder von Seahawks-Profi Michael Bennett.

 

"Martellus gibt uns mehr Optionen"

In Denver stand der Rückkehrer bei sieben Snaps auf dem Feld, fügte sich mit drei Receptions für 38 Yards ein. Das unterstreicht: Brady sucht den Pro-Bowler von 2015 - und findet ihn. "Ich liebe es, Martellus im Team zu haben. Er gibt uns mehr Optionen und ist ein großartiger Spieler - wie schon in der vergangenen Saison", lobte der Signal Caller: "Hoffentlich können wir das fortführen."

Mit den Packers hatte Bennett schon vor der Reise nach Denver abgeschlossen. In einer Instagram-Story ließ er sich über das Missverständnis mit der Franchise aus Wisconsin aus.

Schulter im März in Green Bay gecheckt

Bennetts Kritik in Kürze: Bei seinem Besuch am 10. März sei die Schulter gecheckt und später auch geröntgt worden. Während dieser Saison hätten die Schmerzen jedoch zugenommen, weshalb er sich für eine OP entschieden habe - der Eingriff sei ihm auch von drei unabhängigen Ärzten empfohlen worden. Doch der Packers-Doc habe eine konservative Behandlung bevorzugt.

Stars der Franchise wie Aaron Rodgers und Jordy Nelson sprangen dem Teamarzt umgehend zur Seite, lobten dessen Methoden. Head Coach Mike McCarthy nahm Bennett zumindest etwas den Wind aus den Segeln, indem er betonte: "Wir haben ihm empfohlen, eine zweite Meinung einzuholen. Das hat er getan. Soweit ich Einsicht hatte, wurde dann über einen Termin für die Operation gesprochen."

Bennett sieht nur wirtschaftliche Gründe für Entlassung

Bennetts Angriff auf seinen Ex-Arbeitgeber ging aber noch weiter. Er warf den Packers vor, ihn ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen entlassen zu haben: "Sie bekamen Panik, weil sie befürchteten, dass ich auf die Injured Reserve List kommen würde und sie mich auch nächstes Jahr auf der Gehaltsliste hätten - auch wenn ich darüber nachgedacht hatte, aufzuhören."

Für ihn ist klar: "Es ging nur ums Geld. Ich habe meine Gesundheit über das Team gestellt. Sie haben ihr Geld über mich gestellt." Zur Erinnerung: Immerhin sollte Bennett in drei Jahren bei den Packers bis zu 21 Millionen US-Dollar kassieren. Diesen Vertrag übernahmen nun die Patriots - Bennetts neue, alte Heimat.

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