Brechen die Rams vor den Playoffs ein? Jared Goff (re.) im Gespräch mit Head... - Bildquelle: Getty ImagesBrechen die Rams vor den Playoffs ein? Jared Goff (re.) im Gespräch mit Head Coach Sean McVay (li.). © Getty Images

München/Los Angeles - Im Sunday-Night-Game bei den Chicago Bears (6:15) erlebten die Los Angeles Rams einen Abend zum Vergessen. Nachdem LA in der bisherigen Saison im Schnitt 34,9 Punkte und 439,9 Yards pro Partie erzielte, hielten die Bears die Rams bei gerade einmal sechs Punkten und 214 Total Yards, beides Tiefstwerte unter der Führung von Head Coach Sean McVay. 

In Folge der Kracher-Duelle gegen die New Orleans Saints, Seattle Seahawks und Kansas City Chiefs wirken die Rams nach ihrer Bye Week in Woche 12 etwas ausgelaugt. Geht den Rams vor den entscheidenden Spielen der Saison ein wenig der Saft aus?

 

Goff wackelt gegen Chicago erneut

Die Defense der Bears erwischte einen Abend wie aus dem Lehrbuch und legte die Offense der Rams komplett an die Kette. Quarterback Jared Goff sah kein Land und kam auf magere 180 Yards, keinen Touchdown-Pass und vier Interceptions. Dabei wurde der 24-Jährige drei mal gesacked und hatte ein verheerendes Passer-Rating von 19,1 vorzuweisen. Mehr als eine Interception leistete sich Goff nur in Week 5 bei den Seahawks (zwei), drei oder mehr INTs in einer Partie sind ein Novum in der noch jungen Karriere des Playmakers.

Nach starken Leistungen zum Saisonstart wirkt der First-Overall-Pick von 2016 zuletzt ungewohnt unsicher Under Pressure und leistet sich auffällig viele vermeidbare Fehler. Bereits in der Vorwoche gegen die Detroit Lions lief es beim 30:16-Erfolg mäßig. Goff kam auf 207 Yards, einen Touchdown, eine Interception, zwei Sacks und ein Passer-Rating von 68,6.

Grund zur Beunruhigung für den Quarterback? Mitnichten. Goff richtete trotz der herben Niederlage den Blick nach vorne: "Dieses Spiel ist vergleichbar mit dem Duell gegen Minnesota vergangene Saison, wo wir gerade offensiv ebenfalls keine gute Figur gemacht haben. Wir haben damals eine Antwort gefunden und werden das auch diesmal schaffen."

Dabei spielt der 24-Jährige auf die 7:24-Niederlage im November 2017 bei den Minnesota Vikings an, als Los Angeles bei 254 Yards und lediglich 14 First Downs gehalten wurde. Die Rams zeigten damals die besagte Reaktion, gewannen die darauffolgenden beiden Partien und erzielten in den verbleibenden sechs Spielen der Regular Season jeweils mindestens 26 Punkte.

Haben Kontrahenten Gurley-Code geknackt?

Neben Goff fand auch Star-Running-Back Todd Gurley keinen Erfolgsgweg durch die dominante Bears-Defense um Defensive End Akiem Hicks (ein Sack, drei Tackles), Outside Linebacker Khalil Mack (ein Sack, ein Forced Fumble) und Nose Tackle Eddie Goldman (eine Interception, ein Sack). Der Fourth-Year-Pro kam auf elf Carries, 28 Rushing Yards und 58 Total Yards - allesamt Saisontiefstwerte.

Verglichen mit den Leistungen zum Saisonstart, als der 24-Jährige nach Belieben schalten und walten konnte, stellen sich die gegnerischen Defenses zuletzt immer besser auf den MVP-Kandidaten ein. In zwei der letzten drei Spiele kam Gurley nicht über addierte 100 Rushing- und Receiving-Yards und erzielte keinen Touchdown.

Nur gegen die Arizona Cardinals in Week 2 mit durchschnittlich 2,2 Yards per Rush erzielte Gurley weniger Raumgewinn als gegen die Bears (2,5). Dementsprechend bedient war er nach der Niederlage: "Ich habe wie ein Stinktier ausgesehen. Alles war frustrierend, sie (die Bears, Anm. d. Red.) haben einen großartigen Job gemacht. Wir haben einen Sch*** gespielt."

McVay nimmt Schuld auf sich

Auf der Pressekonferenz nach der Partie räumte McVay Fehler im Play Calling ein und nahm die Schuld am Totalausfall der Offense auf seine Kappe: "Ich habe unsere Spieler immer wieder in schlechte Situationen gebracht. Ich habe heute keinen guten Job gemacht. Die Niederlage geht auf mich."

Dennoch zieht der mit 32 Jahren jüngste Head Coach der NFL positive Lehren aus dem Offense-Debakel: "Du lernst daraus, es muss weitergehen. Das fängt bei mir an, jede Woche liefert uns neue Erkenntnisse. Heute war eine demütigende Nacht. Wir werden das Spiel reflektieren, richtig darauf reagieren und uns auf ein hartes Spiel gegen die Philadelphia Eagles vorbereiten."

 

Top-Seed futsch - Revanche gegen Bears droht

Durch die zweite Niederlage der Saison verlieren die Rams (11:2-Bilanz) den Top-Seed in der NFC aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs an die New Orleans Saints (35:45 bei den Saints in Week 9). Somit hat LA den Gewinn des First Seeds nicht mehr in der eigenen Hand und muss auf einen Ausrutscher der Mannen um Drew Brees, Alvin Kamara und Michael Thomas an den letzten drei Spieltagen hoffen.

Die Rams verfügen mit Spielen zu Hause gegen die Eagles, bei den Cardinals und gegen die San Francisco 49ers zumindest über das vermeintlich leichtere Restprogramm als New Orleans (bei den Carolina Panthers, gegen die Pittsburgh Steelers, gegen Carolina). Fängt man die Saints nicht mehr ab, droht in der Divisional Round der Playoffs womöglich das erneute Aufeinandertreffen mit den Bears.

Daniel Kugler

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