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München - Wenn es darum geht, die Leistungen von Quarterbacks zu bewerten und vergleichen, taucht immer wieder der Begriff des Quarterback-Ratings auf.

TABELLE DOWNLOADEN UND RATING SELBST BERECHNEN.

Doch wie genau das Quarterback-Rating zustande kommt, können selbst Football-Experten oft nicht ohne weiteres erklären. ran.de hat zusammengefasst, was hinter dem Leistungs-Index für Passgeber steckt.

Passer-Rating statt Quarterback-Rating

Zunächst einmal muss der Begriff geklärt werden. Die korrekte Bezeichnung ist nämlich eigentlich Passer-Rating und nicht - wie sich umgangssprachlich eingebürgert hat - Quarterback-Rating. Denn es kann jeder Spieler erfasst werden, der einen Pass wirft, zum Beispiel auch ein Wide Receiver, der bei einem Trickspielzug zum Passer wird.

In der NFL wird das Passer-Rating seit 1973 erfasst, der bestmögliche Wert ist 158,3 der schlechtestmögliche 0.

Komplizierte Formel mit vier Variablen

Berechnet werden diese Werte mit einer komplizierten Formel, die sich aus vier Variablen (a,b,c,d) zusammensetzt: Der Prozentsatz der erfolgreich an den Receiver gebrachten Pässe (completion percentage), die gewonnenen Yards pro Passversuch (Yards per Attempt), Touchdowns pro Passversuch (Touchdowns per Attempt) und Interceptions pro Passversuch (Interceptions per Attempt).

Die vier Variablen a, b, c und d werden mit im Vorfeld von der NFL festgelegten Werten multipliziert, beziehungsweise subtrahiert oder beides. Im Fall der Variablen a sieht das beispielsweise wie folgt aus: Die Completions werden durch die Attempts geteilt, vom Zwischenergebnis wird 0,3 abgezogen. Das Zwischenergebnis wird wiederum mit 5 multipliziert und ergibt den Wert der Variablen a.

Hier die Formeln für alle vier Variablen im Bild:

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Am Ende werden alle Variablen miteinander verrechnet

An Ende werden dann a,b,c und d addiert, durch 6 dividiert und das Ergebnis dann mit 100 multipliziert. Das Ergebnis dieser Berechnung ist dann das Passer-Rating.

Das Passer-Rating steigt übrigens seit der Erfassung in den 1973 konstant. Galt zu Beginn der Berechnung ein Wert von über 100 noch als exzellent, schaffen die Passgeber mittlerweile immer wieder "Perfect Games" mit dem Höchstwert.

Ben Roethlisberger von den Pittsburgh Steelers gelang das Kunststück 2007 sogar zweimal, 2016 schafften Marcus Mariota, Ryan Tannehill und Kirk Cousins den Höchstwert von 158,3.

Um den Maximalwert zu erreichen, muss ein Passgeber mindestens 77,5 Prozent seiner Pässe an den Mann bringen, mindesten 12,5 Yards Raumgewinn pro Pass schaffen, ohne Interception bleiben und mit mindesten 11,875 Prozent aller Pässe einen Touchdown werfen.

Auch andere Formeln sind im Umlauf

Im College-Football wird übrigens eine andere, aber nicht weniger komplizierte Formel verwendet.

Auch der Fernsehsender ESPN verwendet eine komplett andere Formel, um sein "Total Quarterback Rating" (QBR) zu berechnen. Seit Jahren wird darüber diskutiert, welche Formel die besten Ergebnisse liefert - vor allem, weil bei der Formel der NFL keine Sacks berücksichtigt werden und auch das Laufspiel der Quarterbacks keine Rolle spielt. 

Am Ende ist die Einschätzung der Leistungen aber trotz aller Statistiken relativ. Was hilft ein gutes Passer-Rating, wenn das Spiel nicht gewonnen wird? Wie heißt es doch so schön in einer alten Fußballweisheit: Die Wahrheit liegt auf dem Platz. ranNFL-User Frank Hoffmann hat eine Excel-Tabelle erstellt, mit der ihr das Quarterback-Rating selbst machen könnt. HIER GIBT ES DIE DATEI ZUM DOWNLOAD.

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