Lamar Jackson: Grüße vom MVP. - Bildquelle: gettyLamar Jackson: Grüße vom MVP. © getty

München – Als sich Lamar Jackson in die NFL-Geschichtsbücher eintrug, verneigte sich auch der GOAT. Auf seine Weise.

"Lamar gegen mich, 40-Yard-Sprint auf Naturrasen, aber er muss Rollschuhe anziehen. Wer sichert sich die PPV-Rechte?", schrieb Tom Brady auf Twitter. 

 

Eine humorvolle Hommage des Quarterbacks der New England Patriots an die beeindruckenden Laufqualitäten des Kollegen von den Baltimore Ravens.

Mal zum Spaß zum Vergleich: Jackson knackte am 15. Spieltag den 13 Jahre alten Rekord von Michael Vick, steht jetzt bei 1103 Rushing Yards – in dieser Saison wohlgemerkt. Brady lief in seiner ganzen Karriere (!) für 1035 Yards. Jackson kommt seit seinem Debüt 2018 auf 1798. 

Der wichtige Punkt: Jackson ist nicht einfach nur der Running Back auf der Spielmacher-Position, wie er vor dieser Saison noch verspottet wurde. 

Enorme Entwicklung

Denn der Junge hat sich enorm entwickelt: Er warf in 14 Spielen für 2889 Yards und 33 Touchdowns (bei sechs Interceptions), hat ein Quarterback-Rating von 112,8. Mit den 33 Touchdowns hat er den Klubrekord von Vinny Testaverde von 1996 eingestellt. Der benötigte für diese Zahl aber fast 200 Würfe mehr.

Gegen die Jets brachte Jackson 15 Pässe an den Mann, ein Drittel davon waren erfolgreiche Würfe in die Endzone. Effektiv nennt man das wohl.

Man kann jetzt noch weitere Zahlen in die Runde schmeißen, die unterstreichen, wie wichtig Jackson für den Erfolg der Ravens in dieser Saison ist, wie stark er mit seinen Beinen, aber auch mit dem Arm ist. 

Zahlen sind das eine, sie sind wichtig. Sie sind aber nicht alles.

Es ist das Gesamtpaket, das zählt, auf das es ankommt. Das Gesamtkunstwerk, von Head Coach Jim Harbaugh inszeniert, von Jackson orchestriert, vom ganzen Team zelebriert.

Große Spieler zeichnet es aus, wenn ihre erste Reaktion auf Lob der Verweis auf die Teamkollegen ist. Bescheidenheit. Denn sie halten ihm den Rücken frei, öffnen die Räume, fangen die Pässe, ohne sie wäre er nichts. "Sie versuchen alles, um sich freizulaufen. Meine Aufgabe ist es, ihnen das Baby zu bringen, und das werde ich tun", sagte er.

"Freak of Nature"

Jackson ist der Motor des Teams, der Anführer, das Gesicht. Garant des Erfolgs, Antreiber. Ein "Freak of Nature", wie seine Teamkollegen ihn nennen. Großes Kino, extremes Entertainment, verpackt in einer "Tour de Force", wie es die NFL nennt. Jackson lässt sich darauf nicht ein, immer wieder verweist er darauf, einfach weiter hart arbeiten zu wollen. Das große Ziel: der Super Bowl.  

Man merkt: Seine Mitspieler gehen für ihn durchs Feuer, sie folgen ihm, die Kabine gehört in dieser Hinsicht ihm. Die menschliche Komponente ist in einer sich stetig verändernden Dynamik innerhalb eines Teams nicht zu unterschätzen.

Man kann das ganze Lob aber auch vereinfacht auf drei Buchstaben herunterbrechen: MVP. Most Valuable Player.

 

Der wertvollste Spieler der Regular Season, eine Auszeichnung, die viel mehr beinhaltet als die bloße Statistik. Oder anders herum gefragt: Was wären die Ravens ohne Jackson?  

Klar, es gibt großartige Konkurrenz wie Russell Wilson, Patrick Mahomes oder Deshaun Watson. Auf diesem ganz hohen Niveau sind es Kleinigkeiten. Doch lässt man die Saison Revue passieren, kann es nur eine Wahl geben. Ja, auch jetzt schon.

Genau, richtig gesehen. Die Jets stehen Schlange für ein Autogramm.

Die Stars verneigen sich. Jeder auf seine Weise.

Andreas Reiners

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