Antonio Brown bestritt kein einziges Spiel für die Oakland Raiders. - Bildquelle: imago/ran.deAntonio Brown bestritt kein einziges Spiel für die Oakland Raiders. © imago/ran.de

München - In den wenigen Stunden, die Antonio Brown am Samstagnachmittag deutscher Zeit Free Agent war, meldete sich Joe Theismann bei Twitter zu Wort. "The Game doesn’t need him", schrieb die Quarterback-Legende der Washington Redskins.

Die Liga brauche einen Typen wie Brown nicht, meinte Theismann und überlegte, ob es für Brown überhaupt eine Zukunft in der NFL geben könnte. Für einen Spieler, der sich mit miesem und unsportlichen Verhalten zunächst von den Pittsburgh Steelers und dann von den Oakland Raiders wegstreikte und überall verbrannte Erde hinterließ.

Schon wenige Stunden später war die Frage beantwortet, die New England Patriots nahmen Brown unter Vertrag. Sportlich ein echter Coup, mit seiner unbestrittenen Klasse dürfte "AB" die Patriots massiv verstärken und einmal mehr zu einem ganz heißen Anwärter auf den erneuten Gewinn der Vince-Lombardy-Trophy machen.

Moralisch fragwürdiges Vorgehen

Von einem moralischen Standpunkt aus gesehen, ist die Verpflichtung Browns aber nicht vertretbar. Natürlich geht es im Profisport vor allem um Ergebnisse. Werte wie Respekt, Fairness und Loyalität sollten aber ebenso dazu gehören. Genau diese Werte wurden von Antonio Brown in den letzten Wochen und Monaten mit den Füßen getreten. Fans, Mitspieler, die Franchises, die ihm eine Menge Geld überweisen, scheinen dem exzentrischen Superstar herzlich egal zu sein.

Natürlich hat der Star-Receiver keine Gesetze gebrochen. Es gibt einige Spieler in der Liga, die schlimmere Dinge getan haben und trotzdem unter Vertrag stehen. Es darf aber auch nicht vergessen werden, dass Profisportler auch eine Vorbildrolle haben.

Und welche Botschaft sendet "AB" gerade an die jungen Fans? Dass man sich alles rausnehmen darf, wenn man besser ist als andere? Dass man alles bekommt, wenn man sich komplett daneben benimmt, ehemalige Mitspieler wie JuJu Smith-Schuster bei Instagram beschimpft und General Manager Mike Mayock Schläge androht?

Brown hätte eine Denkpause verdient gehabt

Hätten alle Teams loyal zusammengestanden und von einer Verpflichtung Abstand genommen, hätte man dem Superstar auf Egotrip zumindest eine unbezahlte Denkpause verschaffen können. Es wäre ein Zeichen gewesen, dass auch die stärksten Spieler sich nicht alles herausnehmen können. Ein Zeichen für Werte wie Respekt, Fairness und Zusammenhalt im Mannschaftssport.

Die Patriots zögerten jedoch nicht, den 31-Jährigen postwendend mit dem nächsten hochdotierten Vertrag auszustatten. Damit unterstrich Belichick einmal mehr, dass der Erfolg für ihn über allem steht. Das ist zwar legitim, Sympathien gewinnt man so außerhalb der eigenen Fan-Kreise aber sicher nicht.

Christian Stüwe

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