Raiders-Coach Jon Gruden steht aktuell in der Kritik - Bildquelle: ImagoRaiders-Coach Jon Gruden steht aktuell in der Kritik © Imago

München - Am Wochenende erschütterte eine E-Mail die NFL.

Vor zehn Jahren, während des Lockouts 2011, hatte der heutige Raiders-Coach Jon Gruden eine E-Mail an den damaligen Präsidenten des Washington Football Teams gesendet. Darin schrieb Gruden, der schwarze Präsident der NFL-Spielervereinigung, DeMaurice Smith, habe "Lippen so groß wie Michelin-Reifen".

Die Nachricht kam kürzlich während der NFL-Ermittlungen gegen die ehemaligen Redskins ans Licht und liegt dem "Wall Street Journal" vor.

Gruden hat sich mehrfach entschuldigt

Gruden, der sich inzwischen mehrfach für seinen Kommentar entschuldigt und beteuert hat, dass dieser keineswegs rassistisch gemeint war, hatte seine Spieler bereits am Freitag über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Nach der 9:20-Pleite gegen die Chicago Bears haben sich nun erstmals auch einige seiner Schützlinge zum Skandal geäußert.

"Ich arbeite jetzt seit drei Jahren mit diesem Kerl zusammen, ich habe nie auf eine bestimmte Art und Weise über ihn gedacht. Er hat mich auch nie auf diese Art behandelt", erklärte der schwarze Running Back Josh Jacobs. "Was er gesagt hat, das hat er gesagt. Aber, ich vertraue ihm definitiv. Seine Aussage ist zehn Jahre her. Menschen wachsen."

Linebacker Denzel Perryman wollte den Kommentar seines Trainers ebenfalls nicht zu hoch hängen. "Ich habe es schon vergessen, als wir aus Besprechungsraum raus sind", erklärte er. "Ich konzentriere mich nicht darauf. Ich weiß nicht, was er gesagt hat. Es ist mir auch völlig egal, ehrlich gesagt. Ich weiß nicht, wie viele Jahre es her ist, aber mein Hauptaugenmerk lag in dieser Woche auf den Bears und nicht auf dem, was er gesagt hat."

Carr stärkt Gruden den Rücken

Auch Quarterback Derek Carr stärkte Gruden den Rücken. "Wir als Team haben gesagt: 'Ja, Coach, das ist zehn Jahre her. Wir lieben dich. Wir stehen hinter dir'", berichtete er von einem Treffen der Spieler, nachdem Gruden am vergangenen Freitag über den Vorfall informiert hatte.

"Wir versuchen einfach, den Coach zu unterstützen. Ich weiß, dass es eine schwere Zeit für ihn ist. Er sagte uns: 'Männer, lernt aus meinem Fehler'."

Doch auch wenn der Spielmacher seinem Head Coach nicht böse ist, musste er einräumen, dass er verstehen kann, wenn sich Menschen durch die Worte verletzt fühlen.

Teamintern scheinen offenbar aber nicht alle Spieler dieselbe Meinung zu haben wie Carr. So antwortete Defensive End Yannick Ngakoue auf die Frage, wie sich die schwarzen Spieler im Team fühlen, mit: "Kein Kommentar."

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