Kennt das NFL-Regelwerk und seine Tücken: Head Coach Mike Vrabel bescherte s... - Bildquelle: Getty ImagesKennt das NFL-Regelwerk und seine Tücken: Head Coach Mike Vrabel bescherte seinen Tennessee Titans wohl eine absichtliche Strafe © Getty Images

Nashville/München - Mike Vrabel hat den NFL-Regelhütern einmal mehr die Lücken in ihrem Werk aufgezeigt.

Beim 42:36-Overtime-Sieg seiner Tennessee Titans über die Houston Texans sorgte der Head Coach absichtlich für eine Strafe seines zurückliegenden Teams, um die Uhr bei einem Drive der Gäste anzuhalten.

Passiert ist das Ganze, als noch 3:28 Minuten zu spielen waren. Die Titans lagen mit 29:30 zurück. Die Texans hatten 25 Yards vor der gegnerischen Endzone einen zweiten Versuch und brauchten nur noch ein Yard zu überbrücken.

 

Raumstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Feld

Da schickte Vrabel mit Safety Josh Kalu einen zwölften Spieler auf das Feld und brockte seinen Titans folglich eine Fünf-Yards-Raumstrafe ein. Obendrein bekamen die Texans ein neuen ersten Versuch, nun nur noch 20 Yards von der Endzone entfernt.

Doch für Vrabel war viel wichtiger: Die zuvor unaufhaltsam heruntertickende Uhr wurde gestoppt. Folglich sah der Coach, der einst als Linebacker der New England Patriots quasi bei Bill Belichick in die Lehre gegangen war, die Strafe als kleineres Übel an.

Vrabel erkauft seinen Titans wohl 40 Sekunden

Denn mit der durch die Strafe gestoppte Uhr hatte er 40 Sekunden mehr Zeit. Zeit, die er benötigte, um im anschließenden Drive das Feld herunterzumarschieren.

Die Alternative für Vrabel und die Titans wäre eine Auszeit gewesen. Doch diese brauchten sie im eigenen finalen Drive. Schließlich bahnten sich weitere Punkte für die Texans bereits an, womit nur ein weiterer Touchdown den Weg zum Ausgleich und damit in die Verlängerung ebnen konnte.

In knapp zwei Minuten rauschen Titans über das Feld

So kam es schließlich auch: Die Texans erreichten die Endzone mit noch 1:53 Minuten auf der Uhr, die folgende Two-Point-Conversion ging jedoch schief.

Und war dann das Startsignal für die Titans-Offense. In neun Plays - und ausschließlich mit Pässen - führte Ryan Tannehill sein Team in Windeseile das Feld hinunter und vier Sekunden vor dem Ende stand es nach dem Extrapunkt von Stephen Gostkowski tatsächlich 36:36.

4 Sekunden vor Schluss. 36 Sekunden mehr, als sie gehabt hätten, hätte Vrabel nicht die Strafe in Kauf genommen.

In der Overtime glänzt wieder einmal Henry

In der Overtime schlug dann noch einmal die Stunde von Derrick Henry, der in dem Drive allein für 63 Yards Raumgewinn verantwortlich war und binnen dreieinhalb Minuten den umjubelten Sieg sicherstellte.

Die Chance dazu bescherte dem weiter ungeschlagenen Team wohl in besonderem Maße auch Vrabel, der die kleinen Kniffe der NFL-Regeln ganz genau im Kopf zu haben scheint.

 

Nicht das erste Mal

Diese Tricksereien sind beim Titans-Coach - trotz seines erst jungen Head Coach-Alters - nichts Neues. Bereits im Playoffspiel gegen die New England Patriots hatte er mit Inkaufnahme von Strafen mit der Uhr gespielt.

Damals kassierte er bei einem Punt Strafen, um die Uhr herunterlaufen zu lassen, damit den Patriots weniger Zeit für die Aufholjagd blieb. Dem war dann auch so, nachdem er dadurch zwei Minuten Spielzeit "gestohlen" hatte.

 

Auch in der Saison 2018 hatte er sich gegen die New York Jets wie jetzt gegen die Texans mit einer Strafe für zu viele Spieler auf dem Feld Sekunden erkauft, um selbst im Anschluss zu punkten.

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