Keith Reaser kehrt zu den Chiefs zurück. - Bildquelle: imago/Icon SMIKeith Reaser kehrt zu den Chiefs zurück. © imago/Icon SMI

München – Es entbehrt nicht einer bitteren Ironie, dass sich mit dem überraschenden Aus der Alliance of American Football (AAF) die Tür nun öffnet. Dass genau das passiert, was die AAF-Gründer ursprünglich mal vorhatten, bevor Besitzer Tom Dundon den Stecker zog. Nur anders, als es nun geschieht.

Doch Spieler aus der Liga, die jüngst nach nur zwei Monaten schon wieder eingestellt wurde, können auf eine Zukunft in der NFL hoffen. 

Grünes Licht für Wechsel

Zumindest haben sie von den Verantwortlichen der AAF grünes Licht für einen Wechsel erhalten. Cornerback Keith Reaser (Orlando Apollos) ist der erste, der eine Chance beziehungsweise einen Vertrag erhält.  

Der 27-Jährige hat allerdings auch eine Vergangenheit bei den Chiefs, er stand schon mal im Kader, wurde aber im September 2018 entlassen.

Trotzdem: Auch wenn nur acht der zehn Spieltage der Regular Season über die Bühne gingen, konnten einige Spieler durchaus Eindruck hinterlassen. Wide Receiver Charles Johnson (Orlando Apollos), Defensive End Karter Schult (Salt Lake Stallions), Linebacker Jayrone Elliott (San Antonio Commanders) und Running Back Trent Richardson (Birmingham Iron) - der Nummer-drei-Pick aus dem Draft 2012 führte die Liga mit zwölf Touchdowns an.

Für die meisten AAF-Spieler wird sich möglicherweise so schnell nichts finden, was durchaus problematisch sein kann. In der AAF gab es für alle Akteure die gleichen Verträge: 250.000 Dollar, nichts davon garantiert. 

Bedeutet: Viele sind von heute auf morgen gestrandet. Flogen hochkant aus ihren Hotels oder Wohnungen, die die AAF organisiert hatte. Auf manche warteten die Klamotten bereits in der Lobby.

In der Not hält man allerdings zusammen: Memphis-Fullback Anthony Manzo-Lewis schlug auf Twitter Alarm, dass sein Hotel ihn rausgeschmissen habe. Brandon Silvers, der auf Airbnb gesetzt hatte, lud seinen Teamkollegen kurzerhand ein.

Ebenfalls problematisch: Was machen verletzte Spieler? Gionni Paul von den Salt Lake Stallions brach sich zum Beispiel kurz vor dem Liga-Aus den Arm.

Wie sieht da jetzt die Versicherungsfrage aus? Verzweiflung macht sich breit, Unsicherheit sowieso. Angeblich prüfen Spieler bereits, ob sie Entschädigungsansprüche geltend machen können. 

Denn fest steht: Grünes Licht hin oder her - viele Spieler werden sich von der NFL-Chance nichts kaufen können.

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