Ron Rivera gestaltet die Washington Redskins um - Bildquelle: imago images/ZUMA PressRon Rivera gestaltet die Washington Redskins um © imago images/ZUMA Press

München/Washington - Wird über das Gesicht einer NFL-Franchise gesprochen, fallen sofort Namen wie Patrick Mahomes, Drew Brees oder Aaron Donald. Gesichter, die für herausragende Leistungen auf und neben dem Platz stehen. Identifikationsfiguren. Vorbilder. Leader. 

Die Washington Redskins benötigen ein solches Gesicht. Ein Gesicht, das sie durch die anstehenden Zeiten führen kann. Ein Gesicht, das als gutes Beispiel vorangeht. Ein Gesicht, das sie auf und neben dem Platz verbessert. Dieses Gesicht könnte kein Spieler, sondern der neue Head Coach, Ron Rivera, werden.

Denn das Team aus der Hauptstadt der USA steht vor einem totalen Umbruch. Es geht hierbei nicht um sportliche Probleme. Zugegeben, auch aus rein sportlicher Sicht ließen die vergangenen Spielzeiten der (Noch-)Redskins zu wünschen übrig. Dennoch liegt der Kern des Problems abseits des Feldes: Die Namensänderung und die Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs von Frauen innerhalb der Organisation überschatten jeglichen Erfolg oder Misserfolg der vergangenen Jahre. 

"(Rivera) kann mit den Problemen umgehen"

Jahrelanger Machtmissbrauch rang-hoher Mitarbeiter, sexueller Missbrauch weiblicher Angestellter und ein "toxisches Arbeitsklima" werden den Mitarbeitern des Teams von Besitzer Dan Snyder vorgeworfen. Snyder selbst bleibt ebenfalls nicht frei von Vorwürfen: So soll er eine Mitarbeiterin herabwürdigend behandelt und für ein beängstigendes Arbeitsklima gesorgt haben.

 

Den Scherbenhaufen, der Washington momentan ist, gilt es nun aufzukehren. In einem Statement bezüglich des Washington-Post-Artikels betonte Snyder: "Wir wollen eine neue Herangehensweise und eine neue Identität etablieren. Das begann mit der Verpflichtung von Ron Rivera." Während also momentan eine externe Firma die Anschuldigungen prüft, soll der ehemalige Coach der Carolina Panthers als gutes Beispiel vorangehen. 

"Die guten Leute in der NFL müssen immer durch den meisten Bullshit durch. Die Redskins können sich glücklich schätzen, Rivera zu haben. Er kann mit den Problemen umgehen", twittert Ex-NFL-Receiver Torrey Smith über seinen ehemaligen Head Coach.

"Wollte ein gutes Vorbild sein"

Als die Panthers sich gegen Ende der vergangenen Saison von Rivera trennten, hielt der 58-Jährige eine knapp 30-minütige Rede, die nicht nur von seinen Erfolgen, den X's and O's des Footballs oder den Leistungen der Panthers handelte. 

Vielmehr ging es darum, wie stolz er auf die persönliche Entwicklung der Spieler war, das Formen von Freundschaften, das Etablieren einer Identität. "Ich habe meine Frau und meine Kinder oft mit zum Training gebracht, um den Spielern und Mitarbeitern zu zeigen, wie man seine Mitmenschen behandelt. Ich wollte ein gutes Vorbild sein."

Rivera bringt zahlreiche neue Mitarbeiter mit nach Washington, die ihm beim Etablieren einer neuer Identität unterstützen sollen. Sowohl auf, als auch neben dem Feld. So übernimmt Ryan Vermillion den Posten des Haupt-Athletik-Trainers, der für die Gesundheit und Fitness der Spieler verantwortlich ist.

In diesem Bereich erlaubten sich Washington in der Vergangenheit viele Fehler, besonders mit Left Tackle Trent Williams, dessen Leben wegen einer Fehldiagnose der medizinischen Abteilung in Gefahr stand

Mit Jennifer King befindet sich zudem eine der wenigen Frauen in der NFL im Trainerstab des Head Coaches. King wird als Assistenztrainerin arbeiten.

Disziplin, Ordnung und Respekt

Rivera steht vor einer Mammutaufgabe. Die von der "Washington Post" offenbar aufgedeckten Vorfälle sind erschütternd und zeigen jahrelange Missstände und Fehlverhalten in den Führungsetagen auf. Gleichzeitig ging es in demselben Zeitraum sportlich ebenfalls bergab. Seit Snyder die Franchise im Jahr 1999 kaufte, gelangen Washington lediglich zwei Playoff-Siege. 

 

Wenn einer das Ruder beim Team aus der Hauptstadt herum reißen kann, sowohl auf und neben dem Platz, dann Rivera. In einem Statement kündigte er bereits an, dass er solche Vorfälle "nicht dulden werde" und "Regeln aufstellen wird".

Rivera selbst zeichnete sich in seinem Stil stets durch Disziplin, Ordnung und Respekt aus. Eigenschaften, die die Organisation der Redskins dringend gebrauchen kann.

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