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München - 2090 Tage ist es inzwischen her, dass die Seattle Seahawks zuletzt im Super Bowl standen.

Am 1. Februar 2015 setzte es im legendären Super Bowl XLIX gegen die New England Patriots eine bittere 24:28-Niederlage.

Seitdem blieb dem ambitionierten Team von Head Coach Pete Carroll der Einzug in das größte Sport-Spektakel der Welt verwehrt. Doch in dieser Saison könnte es soweit sein.

Seahawks noch ungeschlagen

Als eines von drei Teams sind die Seahawks neben den Tennessee Titans und den Pittsburgh Steelers noch ungeschlagen. Doch nicht nur das. Der Klub begeistert auch mit seiner Spielweise. Dabei zieht vor allem die Offensive rund um Quarterback Russell Wilson immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich.

Und das könnte sich sogar noch verstärken. Denn wie "ESPN" berichtet, ist das Team ernsthaft an einer Verpflichtung von Skandal-Receiver Antonio Brown interessiert.

Seit mehr als einem Jahr ist Brown inzwischen ohne Job. Im September 2019 hatten sich die Patriots mit ihm auf ein Engagement geeinigt und AB lieferte sofort ab. Gleich in seinem ersten Spiel gegen die Dolphins gelang ihm ein Touchdown. Doch nur wenige Tage später wurde der Sportler entlassen.

Brown von Frauen beschuldigt

Zwei Frauen hatten den heute 32-Jährigen der sexuellen Belästigung beschuldigt. Nach dem Auftauchen einer obszönen E-Mail an eine der Klägerinnen beendeten die Patriots die Zusammenarbeit. Nicht der erste Skandal.

Nach seinem Draft 2010 bildete er mit Ben Roethlisberger bei den Steelers jahrelang ein herausragendes Offensiv-Duo, doch das Verhältnis ging in die Brüche. AB beschuldigte den Spielmacher der "Sklavenhalter-Mentalität". Was folgte war ein unschöner Abgang, doch auch bei seinem neuen Team, den Oakland Raiders, gab es schnell Zoff und die nächste Entlassung.

Inzwischen hat sich Brown bei allen entschuldigt. Und auch die Acht-Spiele-Sperre, die ihm die NFL nach publik werden der Vergewaltigungs-Vorwürfe aufgebrummt hatte, ist nach Ablauf des 8. Spieltags in Kürze vorbei.

Carroll bestätigt Verhandlungen

Die Zeit für Verhandlungen über einen neuen Arbeitgeber ist also gekommen und in Seattle ist das Interesse konkret.

"Was ich Ihnen sagen kann, ist, dass General Manager John Schneider bei allem dabei ist. Er kennt jeden in der Liga, er weiß, was vor sich geht. Er hat uns in alles mit einbezogen", erklärte Carroll im Gespräch mit "SiriusSM NFL Radio" und wurde noch konkreter.

"Es ist noch nicht entschieden, und wir wissen nicht, wohin es gehen wird, aber wir sind immer bereit, uns zu messen, um Jungs zu bekommen, und so ist dies eine dieser Chancen, und wir werden sehen, was passiert."

Passt AB nach Seattle?

Doch auch wenn das Interesse der Seahawks am 32-Jährigen groß zu sein scheint, passt er überhaupt zum Team aus der NFC West?

Rein objektiv betrachtet brauchen die Hawks den Skandal-Receiver nicht unbedingt. Russell Wilson wirft ohnehin einen Touchdown nach dem anderen und hat mit D.K. Metcalf und Tyler Lockett gleich zwei brillante Passempfänger an der Hand.

Und auch David Moore und der bald wieder genesene Phillip Dorsett können unterstützen.

Dennoch macht eine Verpflichtung von Antonio Brown Sinn. Bei den Patriots lieferte er im vergangenen Jahr direkt starke Leistungen ab und auch in diesem Jahr dürfte er fit sein. Im Sommer trainierte er bereits mit Wilson und dessen Backup Geno Smith. Mit beiden soll AB zudem befreundet sein.

Chiefs verstärken sich mit Bell

Unter dem führungsstarken Wilson sowie dem enorm erfahrenen Head Coach Pete Carroll könnte sich Brown wieder in eine Mannschaft einfügen. Wenn er es zulässt, sich führen zu lassen.

Finanziell würde ein Deal ohnehin kein Problem darstellen. Nach diversen Skandalen bringt ein leistungsbezogener Vertrag wenig Risiken mit sich. Sollte sich der Receiver erneut daneben benehmen, könnte ihn Seattle - ähnlich wie die Patriots - problemlos feuern.

Findet Brown aber wieder zu seinem Top-Niveau zurück, würde die Seahawks eine Monster-Offense schmücken. Und gerade ein breiter Kader wäre im Kampf um den Super Bowl von großem Nutzen, wie es aktuell der Champion aus Kansas City vormacht.

Im Kampf um eine mögliche Titelverteidigung haben sich die Chiefs erst kürzlich mit Le'Veon Bell verstärkt. Jener Running Back also, der zuerst mit Marihuana erwischt wurde und sich dann mit einem Streik aus seinem Vertrag bei den Steelers manövrierte.

Viele andere Teams interessiert

Sollte es zwischen AB und Seattle allerdings zu keiner Einigung kommen, stünden bereits genügend andere Teams bereit. Noch vor kurzem galten die Texans als Interessent Nummer eins. Was sich durch die Entlassung von General Manager und Trainer Bill O'Brien aber geändert haben dürfte.

Doch auch bei den Ravens besteht Interesse. Lamar Jackson trainierte schon im Sommer mit AB und bräuchte neben Marquise Brown und Mark Andrews eine weitere Anspielstation.

Zudem gelten die Dolphins, Giants und der wohl größte NFC-Rivale der Seahawks, die Green Bay Packers, als interessiert.

Doch zu welchem Team auch immer es den Receiver verschlägt, dass er trotz diverser Skandale wieder einen neuen Klub findet, daran besteht wohl kein Zweifel.

Franziska Wendler

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