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München - Als Greg Olsen im Thursday Night Game verletzt abtransportiert werden musste, wurden sofort die schlimmsten Befürchtungen laut.

Ohne gegnerische Einwirkung hatte sich der Tight End der Seattle Seahawks gegen die Arizona Cardinals am Fuß verletzt und konnte nicht mehr eigenständig gehen. Schon als der 35-Jährige in Richtung Kabine gefahren wurde, befürchteten Experten und Fans ein abruptes Karriereende.

Und die medizinische Untersuchung sollte den Befürchtungen weitere Nahrung geben. Die Mediziner der Seahawks diagnostizierten einen Faszienriss im linken Fuß – mindestens sechs Wochen lang wird Olsen kein Spiel absolvieren können – bei gutem Heilungsverlauf.

 

Immer wieder Verletzungen

Eine Rückkehr zum Ende der Regular Season oder zumindest zum Beginn der Playoffs scheint also möglich. Und auch Head Coach Pete Carroll versuchte nach dem Spiel, Optimismus zu verbreiten. Deutlich weniger positiv klang stattdessen die Meldung von Ian Rapoport. Der Insider von "NFL Network" berichtete, dass Olsen sogar bis zu zwei Monate ausfallen könnte.

Beim Blick auf dessen Krankheitsgeschichte ist das durchaus wahrscheinlich. Zu oft schon ist der Receiver in den vergangenen Jahren aufgrund von Fußverletzungen ausgefallen. Seit 2017 verpasste er 18 von möglichen 49 Spielen.

Dass seine glorreiche NFL-Karriere nach fast 15 Jahren vorzeitig durch eine Verletzung beendet werden soll, will Olsen mit aller Macht verhindern.

"Ich weigere mich, zuzulassen, dass dies mein letzter Moment auf dem Footballfeld sein soll. Ich werde einen Weg finden, meine Karriere auf meinen Füßen zu beenden", kündigte er auf Twitter kämpferisch an.

Olsen will Karriere anders beenden

Nach neun Jahren bei den Carolina Panthers, wo er mit Cam Newton eines der gefährlichsten Offensiv-Duos der Liga bildete, nach der vergangenen Saison aber entlassen wurde, entschied sich Olsen noch einmal durchzustarten.

"Ich bin fest überzeugt, dass da noch etwas in mir steckt, ich habe noch etwas zu beweisen", erklärte er in einem Radiointerview mit "710 ESPN Seattle". 

Wohl auch weil ihn Verletzungen immer wieder zurückgeworfen hatten, wollte er seine Karriere nach dem Ende in Carolina nicht einfach beenden.

"Für mich war es schwer zu akzeptieren, dass meine Karriere so enden könnte. Als ich das Angebot bekam hier zu spielen, bei einer erfolgreichen Franchise mit einem bewährten Coach und Quarterback, wusste ich, dass sich mir eine einmalige Chance bietet", sagte Olsen.

Super-Bowl-Sieg größter Traum

Vor allem eine Sache will Olsen mit den Seahawks schaffen: den Gewinn des Super Bowls.

Der Erstrundenpick aus dem 2006 hatte eine außerordentlich gute Karriere. Nach vier Jahren bei den Chicago Bears wechselte er 2011 zu den Panthers und agierte neun Jahre lang als Führungsspieler. Er wurde dreimal für den Pro Bowl nominiert und einmal in das All Pro-Team gewählt – doch die Vince-Lombardi-Trophy gewann er nie.

Im Februar 2016 stand Olsen mit den Panthers kurz davor, doch gegen die Denver Broncos setzte es im Super Bowl 50 eine 10:24-Niederlage.

Neuanfang bei den Seahawks

Wohl auch deshalb war beim Tight End die Freude groß, als ihm die Seahawks ein Angebot unterbreiteten. Mit dem Team um Quarterback Russell Wilson darf er sich berechtigte Hoffnungen machen, sich seinen größten Traum doch noch erfüllen zu können.

Denn schon nach den ersten Trainingseinheiten hatte der Receiver festgestellt, was Seattle zu einer starken und erfolgreichen Franchise macht. "Die Detailverliebheit, angefangen bei den Meetings und auch im generellen Umgang mit dem Tagesgeschäft, ist ein klarer Beleg für konstant gute Resultate hier in Seattle."

Und auch Olsen trug zum bisherigen Erfolg in dieser Saison bei, auch wenn er nicht mit den Zahlen von Teamkollegen wie D.K. Metcalf oder Tyler Lockett mithalten kann. 23 Catches für 224 Yards und einen Touchdown verzeichnete er bis zu seiner Verletzung - und noch ist sein Traum vom Super-Bowl-Sieg nicht ausgeträumt.

Job als Analyst in Aussicht

In der NFC West liegt das Team nach dem Sieg gegen die Cardinals mit einer Bilanz von 7:3 auf Rang eins, die Teilnahme an den Playoffs ist wahrscheinlich.

Ob Olsen dabei aber wirklich wieder auf dem Feld stehen - und seine Karriere "auf seinen Füßen" beenden kann, wird sich erst zeigen.

Für die Zeit nach seiner Karriere muss ihm in jedem Fall nicht bange werden, denn Olsen hat bereits einen Analysten-Job bei "FOX Sports" in Aussicht.

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