Russell Wilson könnte seinen 100. Sieg in der NFL feiern. - Bildquelle: imago images/ZUMA WireRussell Wilson könnte seinen 100. Sieg in der NFL feiern. © imago images/ZUMA Wire

Seattle/München - Für Russell Wilson von den Seattle Seahawks hätte die neue Saison kaum besser beginnen können. Gegen die Indianapolis Colts setzte der Quarterback mit 18 von 23 Pässen für 254 Yards und vier Touchdowns ein erstes Ausrufezeichen und untermauerte damit auch seine Rolle als Liga-Superstar auf seiner Position.

Das belegen auch die Statistiken, schließlich kann Wilson im zweiten Spiel der Saison gegen die Tennessee Titans (So., ab 22.25 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de) einen weiteren Meilenstein erreichen.

Sollte Wilson mit seinen Seahawks siegen wäre es bereits der 100. Sieg in der Laufbahn des Signal Callers und das gerade einmal im 146. Spiel als Starter. Er läge damit auf Rang drei unter den NFL-Quarterbacks, die diesen Meilenstein überhaupt erreichen konnten. Vor ihm lägen nur Tom Brady (131 Spiele) und Joe Montana (139 Spiele). Terry Bradshaw (147 Spiele), Ben Roethlisberger (150 Spiele) und Brett Favre (153 Spiele) würden sich hinter Wilson einreihen.

Russell Wilson nicht konstant

Doch im Unterschied zu den meisten der genannten Spieler hat Wilson bislang nur einen Super Bowl (2013) gewinnen können. Das Talent und Potenzial für weitere Championships hat der Drittrunden-Pick von 2012 in jedem Fall, allein in den Playoffs ist für Wilson und die Seahawks regelmäßig nichts zu holen. Seit 2014 kamen Wilson und Co. nicht mehr über die Divisional Round hinaus, obwohl der Kader dies durchaus hergegeben hätte.

Die Ursache dafür liegt zu einem gewissen Teil auch am 32-Jährigen selbst. Denn so beeindruckend die Statistiken von Wilson auch sind, er kann sie schlichtweg nicht konstant abrufen. Zumeist trumpft der Seahawks-Star in der ersten Saisonhälfte auf, um dann im zweiten Saisonabschnitt regelmäßig "nur" noch Durchschnitt abzuliefern.

In der vergangenen Saison sank seine Completion Rate von 76,7 Prozent im September auf 55,6 Prozent im Januar. Ähnliche Entwicklungen sind auch in vorangegangenen Jahren zu beobachten. Kurzum: Wenn es in die heiße Saisonphase geht, ist der Ehemann von US-Sängerin Ciara nicht in Topform.

 

Wilson engagiert Ex-Trainer von Michael Jordan in der Offseason

Möglicherweise ist diese Entwicklung auch ein Grund dafür, dass Wilson noch nie in seiner Karriere überhaupt nur eine MVP-Stimme erhalten hat.  

Um diesen Fakt zu ändern, hat Wilson in der Offseason noch einmal einiges auf den Kopf gestellt. Der Hawks-Quarterback engagierte Tim Grover, der einst schon bei Michael Jordan und Kobe Bryant die Extraprozente herauskitzelte. Jeden Morgen um 4:30 Uhr stand der 32 Jahre alte Wilson auf. Zuvor sorgte er mit seinem öffentlich kommunizierten Frust über die Situation bei den Seahawks und den daraus resultierenden Gerüchten um seine Zukunft für Aufsehen.

Pünktlich zum Saisonstart scheinen aber alle Komplikationen vorerst beiseite geräumt worden zu sein. Denn für Wilson und die Seahawks zählt nur der Erfolg. Meilensteine, wie jenen den der 32-Jährige gegen die Tennessee Titans erreichen kann, spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Schließlich bleiben am Ende nur Titel und persönliche Auszeichnungen ein Leben lang haften, dessen ist sich wohl auch Wilson bewusst.

Markus Bosch

Du willst die wichtigsten NFL-News, Videos und Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die neue ran-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple und Android.