Star-Safety Justin Simmons (l.) und Cornerback Bryce Callahan (r.) nehmen Wi... - Bildquelle: gettyStar-Safety Justin Simmons (l.) und Cornerback Bryce Callahan (r.) nehmen Wide Receiver Corey Davis in die Mangel. © getty

München - Obwohl Quarterback-Juwel Justin Fields an neunter Stelle im diesjährigen Draft verfügbar war, wählten die Denver Broncos mit Patrick Surtain II den wohl besten Cornerback des Jahrgangs aus. Damit veredelten sie eine ohnehin stark verbesserte Defense, während auf der Quarterback-Position weiterhin ein Fragezeichen bleibt. 

Free Agency: Alles für die Defensive

Die Verteidigung der Broncos in der vergangenen Saison war vom Verletzungspech verfolgt und spielte teilweise unter ihren Möglichkeiten. Dennoch sahen die Verantwortlichen Grund zum Handeln und nahmen in der Free Agency ordentlich Kohle in die Hand. 

Zunächst wurden die Vertragsoptionen der beiden Outside Linebacker Bradley Chubb und Von Miller gezogen, sodass sich der Pass Rush in der kommenden Saison wieder deutlich verstärkt präsentieren sollte. Mit der Vertragsverlängerung von Defensive Tackle Shelby Harris wurde zudem die Stütze in der Defensive Line gehalten. 

Star-Safety Justin Simmons erhielt eine saftige Vertragsverlängerung und auch mit Routinier Kareem Jackson wurde ein wichtiger Teil der Secondary gehalten. Mit Kyle Fuller gelang den Broncos dann ein regelrechter Coup, nachdem der Star-Cornerback bei den Chicago Bears etwas überraschend entlassen worden war. 

Obwohl sie auf der Cornerback-Position mit Bryce Callahan eine verlässliche Option in der Hinterhand hatten, legten sie mit der Verpflichtung von Ronald Darby nochmal nach und sind in der Secondary nun sowohl qualitativ als auch quantitativ hochwertig besetzt. 

Draft: Patrick Surtain II als Sahnehäubchen

Als wären die Verpflichtungen in der Free Agency noch nicht genug gewesen, fokussierten sich die Broncos auch im Draft auf die defensive Seite des Balles. Stichwort Surtain.

"Wie viele von euch wissen, spielen wir häufig mit fünf Defensive Backs", erklärte Broncos-Coach Vic Fangio den Plan mit dem Talent: "Wir werden einige Möglichkeiten haben, ihn vielseitig einzusetzen. Er ist gut am Ball und auch in der Run-Defense ein starker und physischer Spieler."

In der zweiten und dritten Runde adressierten die Broncos dann mit Running Back Javonte Williams sowie Offensive Guard Quinn Meinerz die wenigen Baustellen im Angriff - außer der Quarterback-Position. Anstatt das verfügbare Quarterback-Talent Fields auszuwählen, hielten sie an ihrem Plan fest, zuerst und konsequent die Defensive zu verstärken.

Die beste Secondary der gesamten Liga?

Vor der Saison ist immer schwer zu prognostizieren, welches Team letztlich die beste Defensive der Liga stellen wird. Mit den deutlichen Upgrades in der Secondary sind die Broncos zumindest ein heißer Kandidat, wenn es um die erfolgreichste Passverteidigung der NFL geht. 

Auf die Frage, ob Denver mit Surtain nun eine der besten Defensiv-Formationen stellen könnte, erklärte der Head Coach: "Ich kann so viel sagen, dass ich die Gruppe der Spieler sehr mag. Wenn mir die Frage Ende August nochmal gestellt wird, bin ich zuversichtlich, dass ich eine positive Antwort geben kann."

Während andere junge Teams wie die Los Angeles Chargers oder vor wenigen Jahren die Kansas City Chiefs den Umbruch im Team vor allem in der Offensive vorantreiben, entschieden sich die Broncos also für diesen Ansatz. 

Unabhängig vom Ausgang der kommenden Saison muss man den Verantwortlichen um Fangio sowie Neu-General-Manager George Paton zu Gute halten, dass sie ihren Plan trotz einiger Verlockungen durchgezogen haben. Das wird sich bis zum Saisonstart auch nicht ändern - außer dem Team fällt eine einmalige Chance in den Schoß. 

Vertrauen in QB-Duo - Rodgers oder nix? 

Mit Drew Lock sowie dem kürzlich verpflichteten Teddy Bridgewater halten die Broncos zwei solide Quarterbacks in den eigenen Reihen, die um die Starter-Position kämpfen sollen. "Wir sind mit unseren Quarterbacks sehr zufrieden", erklärte Paton nach dem Draft: "Wir halten die Augen immer offen, doch der Markt ist im Moment sehr schlecht."

Schlagartig ändern könnte sich dies, wenn Superstar Aaron Rodgers nach seinem Streit mit den Green Bay Packers plötzlich doch auf den Markt kommen sollte. Wie "ESPN" berichtet, würden die Broncos die Situation um Rodgers genauestens beobachten und im Zweifel ein Angebot vorbereiten können. 

Mit Rodgers würde sich das Team plötzlich zum absoluten Playoff-Contender mausern und könnte sogar Ansprüche auf eine mögliche Super-Bowl-Teilnahme stellen. Doch auch ohne Rodgers-Trade setzt sich der Trend in Denver in eine positive Richtung fort. 

So dauert es vielleicht noch ein bis zwei Jahre, bis der langersehnte Franchise-Quarterback gefunden wird. Bis dahin ist man zumindest auf der defensiven Seite des Balles hervorragend aufgestellt und kann in eine vielversprechende Zukunft blicken - auch aufgrund der konsequenten Offseason von Neu-GM Paton. 

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