Der Sport soll auch in der Coronavirus-Pandemie eine wichtige Rolle spielen. - Bildquelle: imago sportfotodienstDer Sport soll auch in der Coronavirus-Pandemie eine wichtige Rolle spielen. © imago sportfotodienst

München – Aus der Geschichte lernen oder richtige Schlüsse ziehen - das ist durchaus möglich. Das gilt auch für die Coronavirus-Krise und den Sport, konkret für die NFL.

Denn der professionelle Football hat in der Vergangenheit eine Pandemie erlebt, die Spanische Grippe, die zwischen 1918 und 1920 in mehreren Wellen laut Weltgesundheitsorganisation WHO zwischen 20 und 50 Millionen Menschenleben forderte. Mehr als der Erste Weltkrieg also (17 Millionen). 

Ablenkung in der Pandemie

Zwar ist das inzwischen 100 Jahre her, Parallelen gibt es trotzdem welche. Zum Beispiel, was die aktuellen Pläne der NFL und der Colleges betrifft, im kommenden Herbst Football spielen zu wollen. Auch damals gab es den dringenden Wunsch, mit Sport ein wenig Ablenkung und Ausgleich inmitten der dramatischen Pandemie schaffen zu können. 

"Man sieht, dass Menschen wollen und versuchen, in die Normalität zurückzukehren, und dass Sportarten, selbst in den frühen Tagen des Profi-Football, versuchen, eine Rolle dabei zu spielen", sagte der langjährige Pro-Football-Hall-of-Fame-Historiker Joe Horrigan.

Schon wegen Spanischer Grippe wurde Mund-Nasenschutz getragen

Die Grippe, aber auch der Weltkrieg mit seinen Folgen, verursachten eine Reihe von Absagen, dazu gab es Reiserestriktionen, Zuschauerausschlüsse, ein Verbot von öffentlichen Veranstaltungen, Schließungen. Szenarien also, die wir von COVID-19 ebenfalls kennen. Selbst Mund-Nasenschutz wurde damals getragen.

Aber: Dem Sport sollte eine wichtige Rolle zukommen, US-Präsident Woodrow Wilson führte die "Moral" im Land als einen wichtigen Grund an. 

Auch hier gibt es Parallelen, ähnlich wird oder wurde in vielen Fällen wie zum Beispiel bei der Wiederaufnahme der Bundesliga argumentiert. Ein Stück Normalität in Zeiten der Pandemie, auch wenn der Vergleich der Auswirkungen der beiden Pandemien freilich schief ist, alleine schon bei der Zahl der Todesopfer oder auch wegen der wirtschaftlichen Beweggründe, denn heute geht es im professionellen Sportbusiness nicht so sehr um die Zerstreuung der Menschen, sondern vor allem um Millardeneinnahmen.

NFL-Gründung erst 1920

Damals steckte das Geschäft noch in den Kinderschuhen. Die NFL wurde erst 1920 gegründet, professioneller Football war vor allem eine regionale Sache, weshalb viele Teams wegen lokaler Verbote nicht spielten. 

Nur wenige Mannschaften absolvierten eine Art Mini-Saison mit vereinzelten Spielen. So holten zum Beispiel die Dayton Triangles den Titel in der Ohio League. Was die aktuelle Saison betrifft, so haben sich die NFL und ihre Spielergewerkschaft NFLPA in den offen Fragen des neuen Grundlagenvertrages (CBA) für die kommende Saison geeinigt.

Viele College-Spiele fielen Spanischer Grippe zum Opfer

Auch auf dem College-Niveau, damals eine große und wichtige Nummer im Land - die National Collegiate Athletic Association (NCAA) gab es bereits seit 1906 - fielen viele Spiele der Pandemie oder dem Krieg zum Opfer, oder aber die Saison wurde drastisch gekürzt, je nach College beziehungsweise Conference. 

Ein Szenario, mit dem sich der College Football (live auf ProSiebenMAXX und ran.de) heute auch beschäftigt. Die großen Conferences planen eine abgespeckte Saison, kleinere Conferences verzichten ganz.

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