Nur eine Zweckgemeinschaft? Zwischen Tom Brady (l.) und Bill Belichick soll ... - Bildquelle: Getty ImagesNur eine Zweckgemeinschaft? Zwischen Tom Brady (l.) und Bill Belichick soll einiges im Argen liegen © Getty Images

München/ Foxborough - Ohne Tom Brady und Rob Gronkowski haben Bill Belichick und seine New England Patriots die Vorbereitung auf die neue NFL-Saison aufgenommen. Es könnte ein Start mit Symbolcharakter sein. Denn zwischen den beiden Superstars und dem Head Coach scheint es zu knirschen.

Das vermutet zumindest Tom E. Curran. Der Reporter von "NBC Sports Boston" berichtet, dass sich einige Spieler der Franchise aus Foxborough bereits während der vergangenen Spielzeit gegen Bill Belichicks harte Regeln nach dem Motto "Do your job" und "No days off" aufgelehnt hätten.

Gronkowski soll sich "verfolgt" gefühlt haben

Besonders für einen Lebemann wie "Gronk" soll es demnach schwierig sein, das geschäftsmäßige Gebaren von "the Hoodie" zu schlucken. Der Tight End habe sich während der Saison "verfolgt" gefühlt.

Gronkowski verhalte sich eben abseits des Platzes manchmal wie "ein spätpubertärer Trottel". Doch in Brady habe er quasi einen großen Bruder und Beschützer. Beide haben also ihre Rolle im Umgang miteinander gefunden.

Brady will Spaß haben

Auch dem "GOAT" soll es wichtig sein, bei der Arbeit Spaß zu haben und sich gewürdigt zu fühlen - das sagte zuletzt Ehefrau Gisele Bündchen. Von beidem konnte offenbar zuletzt keine Rede sein.

Deshalb soll der Quarterback laut Curran eine Revolte gegen Belichick anführen - von diesem Entschluss fühle sich auch "Gronk" ermutigt. Im Fokus stehe die Kultur im Team - beim seit Montag 66-jährigen Coach wird dem Erfolg alles untergeordnet. Seit mehr als einem Jahrzehnt müssen sich auch alle anderen US-Klubs an dieser Kultur messen lassen.

Schon Moss lehnte sich gegen Belichick auf

Zwar hatten sich schon in der Vergangenheit "Pats"-Spieler wie Randy Moss öffentlich negativ über Belichick geäußert. Doch nie hatte diese Kritik wirkliche Folgen. Ob sich das diesmal ändern wird?

Curran zeigt sich jedenfalls verwundert, in welcher Zahl sich gerade erst abgewanderte Profis über die anscheinend spaßbefreite Atmosphäre bei den Patriots äußern. Als da wären Danny Amendola, Nate Solder oder Dion Lewis.

Amendola: "Manchmal ein Arschloch"

Der zu den Miami Dolphins geflohene Receiver wetterte über den Coach: "Er ist manchmal ein Arschloch. Es gab einige Dinge, die mich nicht gern für ihn spielen lassen haben. Aber ich muss auch sagen, dass es immer darum ging, das Team besser zu machen und deshalb respektiere ich ihn."

O-Liner Solder trägt künftig das Trikot der New York Giants und moserte über sein Ex-Team: "Dort kann schon eine heftige Atmosphäre herrschen. Es geht sehr sachlich zu und manchmal wirklich unterkühlt. (…) Du wirst unterschiedlich behandelt - abhängig von den Trainingsleistungen und deinen Antworten auf Fragen im Meeting."

Lewis sucht Geborgenheit

Deutlich kürzer fasste sich Running Back Lewis, der bei den Tennessee Titans eine neue sportliche Heimat gefunden hat: "Ich wollte an einen Ort, wo ich mich geborgen und gewollt fühle. Das ist in Tennessee so."

Amendola, den Curran für "einen der loyalsten Soldaten der vergangenen sechs Saisons" hält, echauffierte sich jüngst auch noch einmal über die Bankrolle von Malcolm Butler beim Super Bowl LII. "Ich habe Blut, Schweiß und Tränen dort draußen gelassen, aber einer unserer besten Spieler stand nicht auf dem Feld", kritisierte der gebürtige Texaner: "Um die Wahrheit zu sagen, kenne ich den Grund nicht. Ich habe nachgefragt, aber keine Antwort bekommen."

Gronkowski schreibt Amendola

Anderen Spielern soll es ähnlich ergangen sein. So sind auch die öffentlichen Reaktionen der beiden größten Namen im aktuellen Roster auf Amendolas Abgang als eine Art Hilferuf zu verstehen. Gronkowski schrieb dem langjährigen Kollegen auf Instagram: "Sei frei. Sei glücklich." Bradys Reaktion darauf lautete: "Gut gesagt, Gronk!!!!"

Das nur scheinbar ungleiche Duo genießt aktuell noch ein paar Tage in Freiheit. Doch schon bald geht es wieder an die Arbeit. Dann wird sich zeigen müssen, ob der gemeinsame Erfolgshunger alle Seiten zusammenschweißt. Oder es irgendwann zum großen Knall kommt.

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