Johnny Manziel kämpft um seine NFL-Zukunft. - Bildquelle: Getty ImagesJohnny Manziel kämpft um seine NFL-Zukunft. © Getty Images

München/Houston - Johnny Manziel und professioneller Football. Nicht gerade das, was der Paarberater als Bilderbuch-Beziehung bezeichnen würde. Eher eine On-Off-Sache. Eine Beziehung mit Höhen und Tiefen, mit mehr Tiefen als Höhen.

Zu Beginn von Manziels Karriere: der Höhenflug. 2012 Heisman Trophy als Freshman an der Texas A&M University. 2014 in der ersten Runde von den Cleveland Browns gedraftet. NFL-Traum verwirklicht. Johnny Football auf Wolke sieben.

Dann: der Absturz. Eskapaden statt Einsätze, Partymachen statt Playcalling. Kein Franchise Quarterback. Stattdessen: Entlassung und Entzug. Johnny Football auf dem Boden der Tatsachen.

Die Tür zur NFL bleibt für Manziel (noch) zu

2018: das Comeback. Professioneller Football, aber im kleineren Rahmen. Canadian Football League, Hamilton und Montreal. Leistungen: okay. Verhalten: nicht ganz. Rausschmiss wegen eines Verstoßes gegen den CFL-Vertrag. 2019: Wechsel in die Alliance of American Football. Leistungen: wieder okay. Verhalten: auch. Aber die Liga: pleite. Manziel ohne Schuld, aber eben wieder ohne Arbeitspapier.

Die Karriere des Johnny Football bietet genug Kapitel für 15 Jahre. Dabei sind seit seinem NFL-Debüt gerade einmal fünf vergangen. Manziel verspielte seine erste Chance in der besten Football-Liga der Welt. Seitdem kämpft er um eine zweite.

Bisher vergebens. Ob nun aus sportlichen Gründen oder wegen seiner zahlreichen Verfehlungen in der Vergangenheit, die Tür zur NFL bleibt für den Quarterback (noch) zu.

Manziel: Über die XFL in die NFL?

Gelingt Manziel der Eintritt nun über den Umweg XFL?

Manziel bekundete gegenüber ESPN Interesse an einem Engagement in der Football-Liga von WWE-Besitzer Vince McMahon. Entweder beim XFL-Team von Dallas oder, bevorzugt, in Houston.

Der 26-Jährige sagte: "Es ist von dort nur ein Katzensprung zu meinem ehemaligen College. Houston ist eine großartige Stadt, mit der ich immer eng verbunden sein werde. Es wäre toll, dort zu spielen."

Alte Bekannte - alte Probleme?

Doch nicht nur seine persönliche Geschichte, auch ein alter Weggefährte spielt in Manziels XFL-Überlegungen eine Rolle: June Jones. Der 66-Jährige war Manziels Head Coach bei den Hamilton Tiger-Cats in der CFL und ist mittlerweile Hauptübungsleiter bei - genau - XFL Houston.

"Coach Jones ist ein super Kerl. Mir gefiel sein offensives Denken, seine Persönlichkeit. Er war in Hamilton da für mich, half mir, mich an einen neuen Ort, an ein neues Land zu gewöhnen", lobte der Quarterback seinen Ex-Trainer. Obwohl er unter Jones bei den Tiger-Cats lediglich Backup war, habe er seine "Zeit mit ihm sehr genossen". Eine erneute Zusammenarbeit sei für Manziel deswegen "eine großartige Möglichkeit".

Auch auf seinem Weg zurück in die NFL.

Vorausgesetzt, seine Fehler aus der Vergangenheit machen ihm nicht (mal wieder) einen Strich durch die Rechnung. Die XFL verbietet nämlich Verträge für Spieler mit einem Eintrag im Strafregister - und gegen Manziel wurde 2017 wegen häuslicher Gewalt ermittelt.

Immerhin: Es kam zu keinem Schuldspruch. XFL-Commissioner Oliver Luck erklärte Manziel deswegen bereits im April für grundsätzlich spielberechtigt.

Manziels letzte NFL-Chance?

Im Januar 2020 soll McMahons Football-Liga anlaufen. Manziel hat also noch etwas Zeit, eine Entscheidung pro oder contra XFL zu fällen.

Und, im Falle einer Zusage, sich in Form zu bringen.

Denn sollte zu Manziels Beziehung mit professionellem Football tatsächlich ein weiteres Kapitel hinzukommen, täte der Quarterback gut daran, ein Hoch daraus zu machen. Tiefen sollte sich der Quarterback dagegen nicht mehr viele leisten.

Sonst bleibt die Tür zur NFL für immer zu.

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