Tom Brady und die Tampa Bay Buccaneers stehen im Championship Game der NFC. - Bildquelle: Getty ImagesTom Brady und die Tampa Bay Buccaneers stehen im Championship Game der NFC. © Getty Images

München/New Orleans - Nein, die Tampa Bay Buccaneers stehen nicht nur wegen Tom Brady im Championship Game der NFC (am Sonntag ab 20:45 Uhr live auf ProSieben und ran.de). Und trotzdem zeigt der 43-Jährige gerade jetzt wieder, dass er und warum er der Größte ist.

Und das nicht nur, weil er und die Bucs mit 30:20 gegen die New Orleans Saints und Drew Brees gewonnen haben. 

 

Die Playoff-Bilanz von Brady in dieser Saison: Zwei Spiele, zwei Siege, 580 Passing Yards (die meisten aller Spieler in den derzeitigen Playoffs), vier Touchdowns, keine Interception.

In den Mittelpunkt rückte Brady selbst aber andere. "Wir haben ein einzigartiges Team", sagte Brady, der nach dem Spiel auf dem Feld nochmal mit Brees und dessen Kindern zusammenkam, dabei einen Touchdown-Pass auf den Sohn seines Quarterback-Kollegen warf. "Ich bin einfach stolz auf jeden, auf die gesamte Organisation. Unsere Trainer haben so viel Arbeit und Mühe reingesteckt, um uns für diesen Tag vorzubereiten."

Klar ist aber: Er ist da, wenn es darauf ankommt. Dabei sah es in dieser besonderen Saison lange so aus, als hätte sich der sechsmalige Super-Bowl-Champion verpokert.

Holpriger Start nach spektakulärem Wechsel

Fragen über Fragen, die sich nach der Unterschrift Bradys in Tampa, nach 20 Jahren bei den New England Patriots, viele stellten. Warum tut er sich das in diesem Alter nochmal an? Er hat doch eigentlich schon alles gewonnen.

Und die Kritiker sahen sich bestätigt, als sie den Beginn der neuen Ära im sonnigen Florida verfolgten. Der Start im neuen Superteam mit Rob Gronkowski, Leonard Fournette, Mike Evans und Chris Godwin lief sehr schleppend. Schon im ersten Spiel bekam Brady im Duell mit den New Orleans Saints die Grenzen aufgezeigt - 23:34.

Bradys Bilanz der ersten beiden Spiele der Regular Season: drei Touchdowns, drei Interceptions, drei Sacks. Ist das Projekt zum Scheitern verurteilt? Ist es nicht!

Jede Niederlage macht ihn besser

Denn kaum ein Sportler schöpft so viel Kraft aus Enttäuschungen wie der neue Anführer der Buccaneers. Diese Art der Herausforderung ist genau der Grund, warum Brady mit 43 Jahren eine Art Neuanfang macht. 

In den folgenden sechs Partien holen die Bucs fünf Siege, Brady wirft 15 Touchdown-Pässe, dafür nur eine Interception. Der Tross kommt ins Rollen. Doch die größte Enttäuschung stand bereits vor der Tür.

Der Tiefpunkt in Woche 9 - wieder gegen die New Orleans Saints und Bradys schärfsten Kontrahenten Drew Brees. Die Saints führen die Buccaneers regelrecht vor, gewinnen mit 28:3. Brady gelingt kein einziger Touchdown, dafür werden drei seiner Pässe abgefangen.

Auf der anderen Seite gelingt Brees das perfekte Spiel (vier Touchdowns, null Interceptions).

Fabelzahlen im Saisonfinale

Doch immer noch sind es genau diese Enttäuschungen, die Brady offenbar besonders kitzeln und stärker machen. Egal wie alt, egal wie müde, egal wie schwer die Aufgabe: Er steht wieder auf und macht es besser.

Und so auch im Saisonendspurt, bei dem die Buccaneers alle sechs Spiele gewinnen. Die neuformierte Mannschaft ist sichtlich zusammengewachsen, Brady kann seine Stärken voll ausspielen: 16 Touchdowns, über 310 Yards im Schnitt und nur eine Interception stehen zu Buche. Der König der Konstanz ist zurück - pünktlich zum Start der Playoffs!

Und in diesen liefert er, wie zuvor beschrieben, vollends ab.

 

Brady vs. Brees: Last Man Standing

Sowohl gegen die starke Defense des Washington Football Team als auch gegen die hochkarätigen Saints gelingen den Buccaneers und Brady über 30 Punkte in der Offense. Gegen New Orleans - im wahrscheinlich letzten Duell mit Drew Brees - behält Brady die Oberhand.

Er wirft zwei Touchdown-Pässe und bleibt ohne Interception, während Brees drei Interceptions und nur einen Touchdown auflegt. Das Blatt hat sich wieder einmal gewendet. Das sei ein anderes Football-Team als das aus den zwei Spielen während der Regular Season, sagte Trainer Bruce Arians: "Ich habe versucht, das allen zu sagen. Aber keiner wollte mir glauben. Wir waren an sehr schwierigen Punkten, aber auch an sehr guten. Das ist gerade der beste."

Es sind keine Spektakel, aber dafür war Brady auch bei den Patriots nicht bekannt. Es sind die unglaubliche Konstanz und der unübertroffene Siegeswille des Quarterbacks, die den Buccaneers das erste Championship Game seit 2002 bescheren - gegen den nächsten Allzeitkonkurrenten: Aaron Rodgers und die Green Bay Packers (am Sonntag ab 20:45 Uhr live auf ProSieben und ran.de).

Brady braucht nichts mehr zu beweisen. Aber er macht es trotzdem.

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