Star-Quaterback Peyton Manning von den Denver Broncos geht beim Super Bowl v... - Bildquelle: gettyStar-Quaterback Peyton Manning von den Denver Broncos geht beim Super Bowl völlig unter © getty

East Rutherford/Köln - Die Seattle Seahawks feiern, Denver Broncos trauert. Vor allem für ihren Star-Quarterback ist der Super Bowl ein Debakel. Da tröstet auch nicht die Wahl zum MVP der NFL. Für Peyton Manning endete eines der bittersten Spiele seiner Karriere.

"Diese Pille ist nicht leicht zu schlucken. Es ist eine riesige Enttäuschung", sagte Manning: "Wir hätten eine Topleistung gebraucht. In Wahrheit sind wir aber nicht einmal in die Nähe einer solchen Leistung gekommen. Wir waren einfach nicht gut genug." Der 37-Jährige hatte auch einige Zeit nach dem Spiel sichtlich Mühe, sich mit dieser Demontage abzufinden.

Ganz anders die Stimmung beim Sieger. Die kalte Dusche bekam Pete Carroll schon lange vor Spielschluss. Über den Trainer der Seattle Seahawks ergoss sich in bester Tradition der Inhalt einer riesigen Kühlbox, dabei war die Galavorstellung im 48. Super Bowl gegen den zweimaligen Champion Denver Broncos noch gar nicht vorbei. Seattle krönte sich durch das 43:8 im MetLife Stadium von East Rutherford/New Jersey zum ersten Mal als NFL-Champion.

Blitzstart für Seattle

 

"Wir haben mächtig Druck gemacht und sie nicht ins Spiel kommen lassen", sagte Seattles Trainer Pete Carroll. Die berüchtigte Defensive der Seahawks profitierte zu Beginn allerdings erstmal von einem katastrophalen Fehler der Broncos. Das Missverständnis zwischen Manning und Center Manny Ramirez, der den Ball im ersten Spielzug der Partie in die eigene Endzone warf, verhalf Seattle in der ersten Minute zu zwei frühen Punkten.

Die Broncos seien dann "im Schockzustand" gewesen, gab Manning zu, "danach ist uns kaum noch etwas gelungen". Seahawks-Kicker Steven Hauschka erhöhte zum Ende des ersten Viertels durch zwei Field Goals auf 8:0 (5./13.), zu diesem Zeitpunkt hatte auch Seattles junger Quarterback Russell Wilson seine Nervosität abgelegt. Der 25-Jährige führte clever Regie und überraschte Denvers Defensive mit einer Reihe variabler Spielzüge.

Manning macht Fehler 

Auf der anderen Seite zwang die gnadenlose Seahawks-Defensive, die von Star-Cornerback Richard Sherman permanent angetrieben wurde, den eigentlich stresserprobten Manning zu Fehlern, die erst Marshawn Lynch (19.) und dann der spätere Final-MVP Malcolm Smith in Touchdowns umwandelten (27.). Die orangefarbene Hälfte des Publikums sehnte zu diesem Zeitpunkt die Halbzeit herbei - doch auch Sänger Bruno Mars und die Red Hot Chili Peppers konnten die Broncos-Fans nicht aufheitern.

"Wir haben uns nicht beirren lassen und einfach unser Spiel durchgezogen", sagte Carroll, dessen Team einen perfekten Start in den zweiten Durchgang hinlegte - Percy Harvin trug den Kick-off über 87 Yards zurück in die Endzone der Broncos. "Ich wollte einfach da durch, und ich habe die Lücke gefunden. Wir haben ihre Defense das ganze Jahr über studiert", sagte Harvin.

Demütigung für Broncos 

Das ungleiche Duell setzte sich fort und wurde nun sogar zur Demütigung für die Broncos. Die weiteren Touchdowns durch Jermaine Kearse (43.) und Doug Baldwin (49.) gingen in der Jubelstimmung fast unter. Ebenso wie die ersten Punkte der Broncos (45.). Während die Seahawks nach dem Schlusspfiff über den Kunstrasen tanzten, schlichen Manning und die Broncos von dannen. Eine derartige Abreibung hatten zuletzt die Buffalo Bills kassiert, die 1993 mit 17:52 gegen die Dallas Cowboys untergegangen waren.

Pete Carroll stand nach dem Spiel Rede und Antwort - mittlerweile wieder in trockenen Klamotten. Nach dem ersten Titel dürfte ihm die Eis-Dusche aber herzlich egal gewesen sein.