Die Miami Dolphins um Quarterback Ryan Tannehill (r.) zählen zu den positive... - Bildquelle: ImagoDie Miami Dolphins um Quarterback Ryan Tannehill (r.) zählen zu den positiven Überraschungen der ersten drei Saisonspiele © Imago

Miami / München – Die Skepsis in Miami war groß, als sich der Saisonbeginn näherte. Selbst eingefleischte Fans sahen wenig Gründe, warum es nach der enttäuschenden Vorsaison mit lediglich sechs Siegen besser laufen sollte. Quarterback Ryan Tannehill kehrte nach überstandenem Kreuzbandriss zwar wieder zurück. Doch das alleine änderte wenig an der pessimistischen Gemütslage. 

Zumal die Mannschaft aufgrund der prominenten Abgänge von Defensive Tackle Ndamukong Suh, Center Mike Pouncey oder Wide Receiver Jarvis Landry eher geschwächt als gestärkt zu sein schien.

Dolphins gegen Patriots: Ein Duell auf Augenhöhe?

Tatsächlich aber zählen die Dophins nun mit drei Siegen aus drei Spielen zu den großen Überraschungsteams der Saison. Sonntag kommt es zum Divisionduell gegen die New England Patriots. Sollte erneut ein Sieg gelingen, hätten sie bereits drei Siege mehr auf dem Konto als der Vorjahresfinalist. Unmöglich ist das nicht: Immerhin zwei der letzten fünf Begegnungen gewannen die Dolphins, unter anderem das letzte Duell im Dezember 2017.

Head Coach Adam Gase sieht die eigene Mannschaft dennoch in der Außenseiterrolle und lobt die Patriots trotz deren Fehlstart mit einem Sieg und zwei Niederlagen: "Sie haben einen wirklich guten Trainerstab und einen Hall-of-Fame-Quarterback. Die Bilanzen sind momentan irrelevant."

Wie Statistiken täuschen können

Rein statistisch ist die vorsichtige Haltung des Trainers nachvollziehbar. Die Offense der Dolphins rangiert mit durchschnittlich 324 Yards lediglich auf Position 23 der NFL, die Defense mit 377,3 zugelassenen Yards auf Platz 21.

Warum die Dolphins trotzdem so erfolgreich gestartet sein? Ganz einfach: Weil sie momentan ein Meister darin sind, den Gegner zu Fehlern zu zwingen und eigene Fehler zu vermeiden.

Tannehill in der Form seines Lebens

Das beginnt bei Quarterback Tannehill: Der 30-Jährige warf in den vergangenen beiden Spielen fünf Touchdown-Pässe und blieb ohne Interception. Er brachte in allen drei Saisonspielen mehr als 70 Prozent seiner Pässe an den Mann. Sonntag kam er gegen die Oakland Raiders auf ein Quarterback-Rating von 155,3.

Tannehill hatte schon immer einen guten Arm, galt auch immer als ein guter Athlet. Doch war er eben auch einer dieser Quarterbacks, der nie den Schritt vom hochgelobten Talent (Nummer-8-Pick im Draft 2012) zum Top-Quarterback vollziehen konnte. Hat sich das nun geändert? Nicht ohne Grund steht auf seiner kniestabilisierenden Schiene "Ryan Tannehill 2.0". Er macht wirklich den Eindruck einer verbesserten Neuauflage.  

Gase lobt Wurfgenauigkeit seines Quarterbacks

"Seine Wurfgenauigkeit ist eine der Besseren in der Liga", sagt der Head Coach. Auch den Vorwurf, Tannehill könne keinen tiefen Ball werfen, habe man in dieser Saison bereits entkräftet.   

Insgesamt scheint die Mannschaft sich weiterentwickelt zu haben. Das Laufspiel ist statistisch gesehen zwar nicht überragend. Trotzdem sorgen Kenyan Drake und Frank Gore immer wieder für Entlassung und sind auch zu Bug-Plays in der Lage.  

Auch die Defense ist weitaus besser als es die zugelassenen Yards auf den ersten Blick vermuten lassen. Gegen das Laufspiel arbeitet die Defense sehr diszipliniert. Ein Schnitt von 89 zugelassenen Yards sind der siebtbeste Wert der Liga.

Die Passverteidigung erscheint auf den ersten Blick löchrig zu sein, da Miami mit 288,3 zugelassenen Yards den viertschlechtesten Wert der Liga hat. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn was nützt dem Gegner ein langer Drive, wenn der Ball am Ende doch wieder verloren wird?

Sieben Interceptions - Ligabestwert

Sieben Interceptions gelangen den Dolphins in den ersten drei Spielen – kein NFL-Team hat mehr Bälle abgefangen. Alleine Xavien Howard hat drei Interceptions vorzuweisen und zählt in der aktuellen Form zu den besten Cornerbacks der Liga. Ihm zur Seite steht unter anderem in Minkah Fitzpatrick der am höchsten gedraftete Safety im Draft 2018.  

Kein Wunder also, dass die Skepsis in Miami längst gewichen ist. Stattdessen herrscht im sonnigen Florida nun der pure Optimismus. Selbst (oder besonders) wenn es nun zu einem Gegner wie den New England Patriots geht.

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