X-Faktor der Saints: Taysom Hill. - Bildquelle: imago/Icon SMIX-Faktor der Saints: Taysom Hill. © imago/Icon SMI

München/New Orleans – Taysom Hill ist eine Waffe. Eine echte Rarität. Das Lieblingsspielzeug von Head Coach Sean Payton. Der X-Faktor im Spiel der New Orleans Saints. Oder anders gesagt: Im Duden müsste neben dem Wort Vielseitigkeit ein Foto des Quarterbacks stehen. 

Wobei: Eigentlich ist Hill ja nur der dritte Signal Caller im Roster der Franchise. Der Backup vom Backup. Manches Team leistet sich auf der Position nicht einmal einen dritten Mann.  

 

Doch Hill ist die Entdeckung der Saison. Nur nicht als Quarterback. Doch wenn er auf das Feld kommt, kann alles passieren. Wie auch am Sonntag in Week 11 gegen die Philadelphia Eagles (ab 22.25 Uhr live auf ProSieben MAXX und auf ran.de).

Verwirrt? 

Dann geht es euch ähnlich wie den Gegnern der Saints, denn Hill hat schon so ziemlich alles gespielt, was möglich ist. Und zu ihm passt. Und das ist angesichts seiner Athletik eine Menge.

Schon fast alles gespielt

Seine bislang 315 Snaps in dieser Saison sind gut verteilt: 54 als Quarterback, sieben als Running Back, 52 als Wide Receiver oder Tight End, 202 bei den Special Teams. 

Eine außergewöhnliche Rolle. Eine wichtige. Eine, mit der er selbst nicht gerechnet hat, als er die Brigham Young University verließ, um sein Glück in der NFL zu versuchen.

Ungewöhnlicher Weg

Denn sein Weg war ähnlich ungewöhnlich wie es seine heutige Rolle ist. Hill ist ein Bilderbuchathlet, 1,88 Meter groß, 100 Kilogramm schwer, und dabei pfeilschnell. Beim Pro Day der BYU 2017 lief er die 40-Yards in 4,4 Sekunden. Beim Combine wäre er damit mit Abstand der schnellste Quarterback gewesen. 

In fünf Jahren auf dem College wurde seine Saison viermal vorzeitig verletzungsbedingt beendet. Er kam am Ende auf 6.929 Passing Yards, 43 Touchdown-Pässe, 2.815 Rushing Yards und 32 Touchdowns. Gedraftet wurde er 2017 aber nicht, die Green Bay Packers sicherten sich nach dem Draft die Dienste, den Cut überstand Hill aber nicht. Stattdessen schlugen die Saints zu.

"Ich hatte das Ziel in der NFL zu spielen und Eindruck zu hinterlassen. Aber ich hätte nie gedacht, dass ich es so machen, wie ich es mache. Am Ende ging es darum, den richtigen Platz und die richtige Möglichkeit zu finden, und das habe ich in New Orleans", sagt Hill.

"Ihn zu haben, ist faszinierend Er ist so vielseitig, er kann so viele Dinge", sagt Quarterback-Legende Drew Brees.

Gerne auch mal ein Fake

Hill kann laufen, der 28-Jährige kommt bei 27 Versuchen auf 157 Rushing Yards mit einem Touchdown. Dass er passen kann, bewies er in der Preseason mit 365 Yards und zwei Touchdown-Pässen, wobei er 73,5 Prozent seiner Würfe zum Mann brachte. In der Regular Season sind es zwei von vier Pässen für 54 Yards, darunter auch einer von zwei Fake Punts. Dann steht er im Special Team, macht aber plötzlich den Quarterback.

Hill ist so vielseitig, dass alleine seine Anwesenheit reicht, um die gegnerische Defense in Wallung zu bringen. Selbst wenn er nur ein Köder ist, als bloßer Blickfang auf dem Feld steht.

Doch Payton weiß die Vielseitigkeit natürlich gewinnbringend einzusetzen. Denn bei Hill ist offen, welche Fähigkeit er einsetzt: Passt er? Läuft er? Blockt er gar? Gibt es wieder einen Fake? Hill ist effektiv, er ist schwer zu durchschauen und deshalb noch schwerer zu verteidigen. Denn die Situation ist undurchsichtig, die Defense kann nur reagieren, und das oft zu spät.

Ass im Ärmel

Payton macht sich einen Spaß daraus, sein spezielles Ass aus dem Ärmel zu ziehen. "Er liebt es, es ist sein Spielzeug. Er liebt es wirklich", berichtet Brees. Gerne legt Payton die Karte Hill in kniffligen und heißen Situationen auf den Tisch. Als Joker sozusagen. Der oft und zuverlässig sticht.

 

Spezielle Spieler wie Hill bekommen dann auch gerne Spitznamen verpasst. "Thor-terback" setzte sich auf dem College durch, Superheld und Quarterback in einem. Oder das "Schweizer Messer". 

Das trifft es wohl am besten. Eine echte Waffe eben.

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